US-Immobilien: Die 6%-Marke im Fokus der Käufer - Nord/LB
16.03.2026 18:07 Uhr - Autor: Kolumnist auf twitter
Der NAHB-Bauklimaindex konnte im Vergleich zum Vormonat zulegen und befindet sich nun bei 38 Punkten, der Immobilienmarkt in den USA ist damit aber immer noch fernab einer tüchtigen Belebung. Die Expansionsschwelle, welche mit 50 Punkten definiert ist, befindet sich demnach in weiter Ferne. Eine wichtige Schwelle wurde im Februar jedoch gerissen, was den Entwicklern und Bauinteressenten doch etwas Mut für das wichtige Frühlingsgeschäft machen dürfte. Die 30-jährigen Hypothekenzinsen haben nämlich eine psychologisch wichtige Schwelle unterboten. Mit Zinssätzen von unter 6% bei den durchschnittlichen 30-jährigen Hypotheken könnte in dem ein oder anderen Haushalt der Groschen gefallen sein. Zinsen von knapp 8% scheinen damit erstmal Geschichte zu sein, was finanzielle Spielräume schafft. Gleichzeitig reift bei manchen Wirtschaftssubjekten mit einem Hang zum Immobilienkauf die Erkenntnis, dass die Zinsen nicht mehr allzu weit sinken könnten. Zumindest dürften „Post-Pandemie“-Niveaus in absehbarer Zeit kaum erreicht werden. Gerade die jüngsten Inflationssorgen, welche aus dem Iran-Konflikt erwachsen, verändern den Blick auf die Zinsentwicklung. Es gibt allerdings auch Alternativen mit interessanteren Konditionen. Jene Finanzierungsform, welche vor allem mit der Subprime-Krise aus dem Jahre 2007 in Verbindung gebracht wird, hatte zuletzt wieder starken Zulauf bekommen. Gerade im Vergleich zu den eher teuren Konditionen waren die US-Amerikaner auf der Suche nach günstigeren Optionen. Diese fanden sie in den Hypotheken mit variablem Zins. Jene lohnen sich immer dann, wenn man von perspektivisch sinkenden Zinsen ausgeht. „Hat man denn nichts aus der Weltfinanzkrise gelernt?“, mag sich manch einer verwundert fragen. Doch, denn während in den Nuller-Jahren kaum bzw. eine nur kurze Zinsbindungsfrist bestand, hat man nun fixe Zinsen zwischen fünf bis zehn Jahren implementiert. Gleichzeitig ist der Abschluss an eine höhere Compliance gekoppelt. Diese Unsicherheit in Bezug auf ungewisse Zahlungsströme in der Zukunft wird mit einem günstigeren Zinssatz honoriert, der die Wohnträume am Ende doch noch wahr machen kann. Regional hat sich auf dem US-Immobilienmarkt allerdings so gut wie nichts geändert. Der Mittlere Westen erreicht mit 46 Punkten fast die Wachstumsschwelle, die übrigen Regionen verharren jedoch auf ihren niedrigen Werten. Dass die örtlichen Märkte mit Initiativen stimuliert werden sollen, davon war zuletzt nicht mehr viel zu hören. Die US-Administration ist mit dem Management des Iran-Konfliktes allerdings auch deutlich anderweitig gebunden. Trotz eines inflationssteigernden Szenarios sollten per heute aber noch Zinssenkungen bei der Federal Reserve möglich sein. Sinkende Leitzinsen würden sich perspektivisch auch positiv bei der Hypothekenzinsentwicklung bemerkbar machen. Fazit: Der NAHB-Bauklimaindex ist mit 38 Punkten marginal gestiegen, verbleibt nach mechanistischer Interpretation aber noch weit unterhalb der Expansionsschwelle von 50 Punkten. Das für den US-Immobilienmarkt wichtige Frühlingsgeschäft steht vor der Tür und erhält zumindest einen Impuls von den durchschnittlichen 30-jährigen Hypothekenzinsen, welche im Februar erstmal unter die psychologisch wichtige Marke von 6% gesunken sind. Trotz der gesteigerten Inflationsrisiken sollte die Fed Funds Target Rate in diesem Jahr dennoch unter der Ägide von Kevin Warsh gesenkt werden können. Dies hätte auch positive Implikationen für den Immobilienmarkt der Vereinigten Staaten von Amerika. Disclaimer: Dieser Text ist eine Kolumne der Nord LB. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!
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