Börse am Morgen: Volkswagen, Euro/Dollar, EZB Leitzinsen, Konjunkturdaten - Nord/LB Marktbericht
11.03.2026 09:08 Uhr - Autor: Kolumnist auf twitter
Stimmung mau: Im deutschen Einzelhandel hat sich die Stimmung eingetrübt. Laut dem Münchner Ifo-Institut sinkt das Geschäftsklimabarometer im Februar von minus 24,1 Punkte auf minus 27,7 Zähler. Die Zahlen beinhalten noch nicht mögliche energieinduzierte Verbrauchersorgen aufgrund des anhaltenden IranKriegs. Beim Blick auf die Unterbranchen ergibt sich folgendes Bild: Während es im Lebensmitteleinzelhandel und bei den Autohäusern eine leichte Verbesserung gibt, kühlt sich die Stimmung bspw. im Bekleidungshandel und bei Möbelhäusern ab. Exporte rückläufig: Die dt. Exporteure beginnen das Jahr 2026 mit angezogener Handbremse. Gestern veröffentlichte Daten des Stat. Bundesamtes zeigen im Januar rückläufige Ausfuhren ggü. Dezember (minus 2,3% auf EUR 130,5 Mrd.) und damit den stärksten Rückgang seit Mai 2024. Was ist der Grund? Aus China bricht die Nachfrage weg. Hier fallen die Exporte sogar zweistellig (um 13,2% auf EUR 6,3 Mrd.). Lichtblick hingegen USA: In die Ver. Staaten wurden im Januar Waren i. H. v. EUR 13,2 Mrd. ausgeführt. Ein Plus von 11,7%. Zwar startet der Februar bei den Exporterwartungen mit positiven Vorzeichen (das Ifo-Barometer steigt hier auf 2,6 Zähler), der neue Unsicherheitsfaktor Naher Osten ist in den Februar Zahlen aber noch gar nicht enthalten. Anhaltend hohe Firmenpleiten: Das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) meldet weiter steigende Unternehmensinsolvenzen. Im letzten Monat haben 1.466 Personenund Kapitalgesellschaften den Schlüssel umgedreht (+5% ggü. Januar). Bemerkenswert: Betrachtet man einen durchschnittlichen Februar vor Corona (Zeitraum 2016 bis 2019) dann notiert die Anzahl an Insolvenzen um beachtliche 58% höher. Ist Entspannung in Sicht? Leider nein. Steffen Müller (IWH-Experte): „Im März sind weiterhin hohe Insolvenzzahlen zu erwarten. Im April und Mai ist ein weiterer Anstieg der Zahlen wahrscheinlich“. Unter den größten Firmenpleiten befinden sich auffällig viele Kliniken, Krankenhäuser sowie andere Gesundheitsdienstleister. Zinsen in diesem Umfeld hoch oder runter? Am 19. März ist die nächste EZB-Zinssitzung. Die EZB wirbt derzeit verstärkt für eine Zurückhaltung bei der zukünftigen Zinsentwicklung. Zeitgleich wird aber auch auf die geldp. Flexibilität verwiesen. Die Finanzmärkte preisen in dieser Gemengelage derzeit ein Stillhalten auf der nächsten Sitzung im März ein. Eines kann man auf jeden Fall schon jetzt sagen. Entscheidend für den weiteren Verlauf des Zinspfades wird auf jeden Fall sein, ob der aktuelle Energiepreisschock eher temporärer oder von längerfristiger Natur sein wird. Tagesausblick Renten- und Aktienmärkte DAX +2,39%; MDAX +2,94%; TecDAX +1,70%; Dow Jones -0,07%; S&P 500 -0,21%; Nasdaq Comp. +0,01%. Unternehmen Devisen Disclaimer: Dieser Text ist eine Kolumne der Nord LB. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!
In den USA stehen heute die Februar-Daten zum Verbraucherpreisindex an. Deutlichere Signale eines zunehmenden Preisauftriebs würden den Fed-Falken am aktuellen Rand zusätzliche Argumente liefern, Zinsanpassungen aufgrund der volatilen Perspektive an den Energiemärkten ohnehin weiter aufzuschieben. Auch auf der anderen Seite des Atlantiks werden Marktteilnehmer die Einschätzungen der beiden EZB-Redner (Vizepräsident de Guindos und Direktorin Schnabel) zur Inflationslage vor diesem Hintergrund eng verfolgen.
Derzeit bestimmt die Entwicklung der Ölpreise das Sentiment und den Risikoappetit an den Märkten. Aus Angst vor einem Energiepreis-Inflationsschock standen seit dem Beginn des IranKrieges die normalerweise als extrem sicher geltenden Staatsanleihen verstärkt unter Abgabedruck. Gestern machte Trump mit seiner erratischen Art der Kommunikation, über ein Ende und die mögliche, doch eher kurze Dauer des Iran-Kriegs, aber alle Ehre. Prompt reagieren die Kurse beim schwarzen Gold. Instantan die Reaktion am Rentenmarkt. Kurze Renditen im freien Fall. Bekam man am Montag für dt. Kurzläufer (2 Jahre) noch 2,46% Rendite, wurden gestern nur noch 2,25% verlangt (-21 Basispunkte!). Risk-on an den weltw. Aktienmärkten. Der Optimismus überwiegt.
Der am Dienstag kommunizierte Gewinneinbruch bei Volkswagen (op. Gewinn hat sich halbiert) ist der Blick in den Rückspiegel. In Summe sind immerhin noch EUR +6,9 Mrd. hängen geblieben. Aber an der Börse wird die Zukunft gepreist; und die macht Hoffnung. Der Sparkurs wird fortgesetzt, der Konzern neu aufgestellt. VW-Papiere verließen den Handel gestern rd. 2,8% im Plus.
Hoffnung auf ein schnelles Ende im Nahen Osten half gestern der europ. Leitwährung. Vom Wochentief bei USD 1,1505 ist man schon wieder entfernt (USD 1,1636).
Hinweis auf Interessenskonflikt(e): Der / die Autor(in) oder andere Personen aus der 4investors-Redaktion halten unmittelbar Positionen in Finanzinstrumenten / Derivate auf Finanzinstrumente von Unternehmen, die in diesem Beitrag thematisiert werden und deren Kurse durch die Berichterstattung beeinflusst werden könnten: Volkswagen (VW) Vz..
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