US-Arbeitsmärkte im Februar: Wetter, Streiks und Statistik - DWS
06.03.2026 16:20 Uhr - Autor: Kolumnist auf twitter
Große Enttäuschung bei der Beschäftigungsentwicklung im Februar: Trotz der Erwartung eines soliden Zuwachses sank die Beschäftigung im Februar um 92.000 Stellen, nachdem es im Januar eine deutliche positive Überraschung von 126.000 neuen Stellen gegeben hatte. Die Details zeigen eine Umkehr bei Bildung- und Gesundheitsdienstleistungen, wo im Februar 34.000 Stellen weniger verzeichnet wurden. Dies dürfte teilweise durch Streiks beeinflusst worden sein: Während Ärztinnen und Ärzte 37.000 Stellen abbauten, schufen Krankenhäuser 12.000 neue Stellen. Der Bereich Freizeit und Gastgewerbe rutschte weiter ins Minus und fiel von 12.000 auf 27.000. Das verarbeitende Gewerbe beendete ein positives Januar-Intermezzo (+5.000 Stellen) und kehrte im Februar mit 12.000 wieder in den negativen Bereich zurück.
Bei der Betrachtung dieser enttäuschenden Zahlen sollte berücksichtigt werden, dass der Monat neben Streiks auch durch ungünstige Witterungsbedingungen und statistische Anpassungen beeinflusst war. Dennoch stieg die Arbeitslosenquote angesichts der schwachen Einstellungstätigkeit um einen Zehntel auf 4,4 Prozent. Ursache hierfür war ein Rückgang der Erwerbsbeteiligung von 62,1 auf 62,0 Prozent. Dies stützt die These, dass das Wetter tatsächlich eine Rolle gespielt haben könnte. Bemerkenswert ist, dass trotz der Schwäche im Februar das Lohnwachstum robust bleibt: Das Wachstum der durchschnittlichen Wochenverdienste zog von 3,7 auf 3,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr an, was wiederum den Konsum stützen dürfte. Für die US-Notenbank dürfte dieser Bericht insgesamt wenig verändern. Einige der taubenhaften Mitglieder könnten sich jedoch dazu veranlasst fühlen, einer Pause zu widersprechen – eine zunehmend schwierige Entscheidung vor dem Hintergrund höherer und stärker schwankender Energiepreise.
Christian Scherrmann, Chefvolkswirt USA
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