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Aktienmarkt: Im Zeichen der Zollsorgen - Adidas, Bayer, Puma - Börse München

26.01.2026 11:20 Uhr - Autor: Kolumnist  auf twitter

Ulrich Kirstein von der Börse München wirft einen Blick auf die Entwicklungen an den deutschen und internationalen Aktien- und Anleihemärkten. Bild und Copyright: Bayerische Börse AG.

Die deutschen Aktienbörsen haben in der vergangenen Woche nachgegeben, deutlichere Verluste im Wochenverlauf aber aufgeholt. Das dominierende Thema waren die Zolldrohungen von US-Präsident Donald Trump, der diese gegen europäische Länder, die sich einer Übernahme Grönlands durch die USA widersetzten, ausgesprochen hatte. In den ersten Handelstagen belasteten diese erheblich, bevor sich die Stimmung zu Wochenmitte aufhellt. Hierfür sorgten zuerst moderatere Töne Trumps beim Weltwirtschaftsforum im schweizerischen Davos, danach die Nachricht, die angedrohten Zölle würden nicht in Kraft treten. Positive Impulse lieferten zudem neue Gespräche zum Krieg in der Ukraine. Zu Ende der Handelswoche hielten sich viele Anleger allerdings wieder zurück. Noch sei die Unsicherheit groß, weswegen etliche über das Wochenende nicht ins Risiko gehen wollten, hieß es von Marktbeobachtern.

Der Deutsche Aktienindex (Dax), der im Wochenverlauf bis auf 24.349 Zähler gesunken war, büßte im Wochenvergleich 1,6 Prozent ein auf 24.900,71 Punkten. Der MDax sank um 0,5 Prozent auf 31.746,12 Zähler. Der TecDax gab 0,7 Prozent ab auf 3.723,82 Punkte. Der m:access All-Share beendete die Handelswoche gegenüber seinem Vorwochenschlussstand praktisch unverändert bei 1.192,27 Zählern.

Mit einem Plus von 7,3 Prozent waren die Titel von Bayer in der vergangenen Woche die größten Gewinner im Dax. Der Pharma- und Chemiekonzern profitierte unter anderem von Hoffnungen auf ein Grundsatzurteil im jahrelangen Rechtsstreit um das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat, nachdem der Oberste Gerichtshof der USA zu Ende der Vorwoche einen Fall zur Prüfung angenommen hatte. Der Kurs von Adidas sackte dagegen um 10,1 Prozent ab, hier belasteten Analystenurteile. Im MDax rutschten die Titel von Puma um 15,6 Prozent ab, neben der allgemeinen Marktlage wirkten sich hier Berichte negativ aus, wonach Gespräche der französischen Milliardärsfamilie Pinault mit dem chinesischen Konzern Anta Sports über eine mögliche Übernahme der Anteile an Puma beendet seien. Die Pinault-Familie hält knapp 30 Prozent am Sportartikelhersteller.

Die Kurse an den deutschen Anleihemärkten haben in der vergangenen Woche ein Auf und Ab in meist überschaubaren Grenzen vollzogen und letztlich nachgegeben. Die Unsicherheit in Bezug auf die angedrohten Zölle und die weitere Entwicklung zum Thema Grönland beschäftigten die Marktteilnehmer. Wirtschaftszahlen fielen unterschiedlich aus, geringere Inflationsdaten aus der Eurozone beeinflussten das Marktgeschehen kaum. Im Wochenvergleich stieg die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe von 2,84 auf 2,90 Prozent. Die Umlaufrendite zog von 2,73 auf 2,80 Prozent an.

Die US-Aktienbörsen haben in der vergangenen Woche nach Schwankungen uneinheitlich geschlossen. Auch hier standen die Nachrichten rund um die angedrohten Zölle von US-Präsident Trump im Mittelpunkt. Zeitweise gestützt wurde die Stimmung durch einige Konjunkturdaten wie das stärker als erwartet ausgefallene US-Wirtschaftswachstum im dritten Quartal. Der Dow-Jones-Index ging im Wochenvergleich um 0,5 Prozent zurück auf 49.098,71 Punkte. Der breiter gefasste S&P-500 reduzierte sich um 0,4 Prozent auf 6.915,61 Zähler. Der technologielastige Nasdaq-100 verbesserte sich dagegen um 0,3 Prozent auf 25.605,47 Punkte.



Ausblick
Nach Ansicht von Analysten könnten in der aktuellen Woche wieder Zahlen für wichtige Impulse an den deutschen Aktienbörsen sorgen. Zwar glauben nicht alle Beobachter an ein wirkliches Ende des Themas Grönland für US-Präsident Trump, fürs Erste sollte es aber „vom Eis" sein, heißt es. Insofern könnte sich der Blick der Anleger verstärkt auf die Berichtssaison und die Konjunkturdaten richten.

Hierzulande ist die Zahl der Unternehmensveröffentlichungen aus der ersten Börsenreihe zwar noch übersichtlich, mit Deutscher Bank und SAP legen aber zumindest zwei große Dax-Unternehmen ihre Jahresergebnisse und ihre Prognosen vor. In den USA geben mit Apple, Meta und Microsoft sowie Tesla einige Tech-Größen Einblicke in ihre Bücher, die auch über Branchenwerte hinaus Kurse beeinflussen könnten.

Von Seiten der Wirtschaftstermine dürfte besonders das Ergebnis der Ratssitzung der US-Notenbank Fed im Fokus stehen. Eine Zinsänderung wird hierbei nicht erwartet, die Marktteilnehmer dürften besonders auf die Ausführungen der Fed zur Sitzung achten. Interessieren dürfte dabei einerseits, ob es Signale zur weiteren Geldpolitik gibt, andererseits, inwiefern sich der Druck des US-Präsidenten auf die Fed bemerkbar macht. Zuletzt waren die Sorgen um die Unabhängigkeit der Notenbank von der Politik gewachsen. Daneben könnten das Ifo-Geschäftsklima sowie die neue Inflationszahlen aus Deutschland Einfluss auf das Marktgeschehen haben.

Ausgewählte wichtige Termine der Woche
Montag, 26.01.: Ifo-Geschäftsklima (Deutschland); Auftragseingänge für langlebige Wirtschaftsgüter in den USA; Chicago Fed Nationaler Aktivitätsindex (USA)
Dienstag, 27.01.: ADP-Arbeitsmarktzahlen (USA); Verbrauchervertrauen in den USA
Mittwoch, 28.01.: GfK-Verbrauchervertrauen (Deutschland); Ergebnis der Ratssitzung der US-Notenbank; Ergebnis der Ratssitzung der Bank of Canada
Donnerstag, 29.01.: Geschäftsklima in der Eurozone; Verbrauchervertrauen in der Eurozone; Handelsbilanz der USA
Freitag, 30.01.: Verbraucherpreise in Deutschland; Bruttoinlandsprodukt Deutschlands; Arbeitslosenzahlen für Deutschland; Importpreise in Deutschland; Bruttoinlandsprodukt der Eurozone; Arbeitslosenzahlen für die Eurozone; Erzeugerpreise in den USA; Chicagoer Einkaufsmanagerindex (USA)

Disclaimer: Dieser Text ist eine Kolumne der Bayerischen Börse AG. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!





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