Mit Sicherheit Dividende ohne Ende - Börse München
04.03.2023 09:25 Uhr - Autor: Ulrich Kirstein auf twitter
Der Beginn der Woche brachte für die Commerzbank die Rückkehr in den Dax – der Rückzug von Linde machte es möglich. Viereinhalb Jahre hatte die Auszeit der Bank gedauert, dementsprechend groß war die Freude, jetzt wieder zum deutschen Leitindex zu gehören. „Die Commerzbank zurück im Dax“ heißt es etwas lapidar in der Frankfurter Allgemeine Zeitung. Ansonsten war die Woche von der unangenehmen Erkenntnis geprägt, dass sich die Inflation als klebrige Sache erweist. In Europa ist sie zwar minimal gesunken, aber eben nur wesentlich weniger als allgemein erhofft. „Inflation im Euroraum sinkt auf 8,5 Prozent“, so die Frankfurter Allgemeine Zeitung. „Inflation in Deutschland verharrt auf hohem Niveau – das verstärkt einen neuen Trend an den Märkten“ titelte das Handelsblatt mit Blick auf den Heimatmarkt. Und die Börsen-Zeitung folgert: „Hohe deutsche Inflation drückt Dax“ und mit drücken war nicht liebevoll umarmen gemeint (zu diesen merkwürdigen Wortbedeutungen kommen wir noch). Und mit Sicht auf die Zukunft: „Inflation erhöht Druck auf EZB und Anleihemärkte“ (Handelsblatt). Money, Money, Money Gefallen Scheinriesen Disclaimer: Dieser Text ist eine Kolumne der Bayerischen Börse AG. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!
Mit was lassen sich Leserinnen und Leser am besten locken? Klar, mit Geld. Das dachten sich wohl Börse Online und Focus Money und machten diese Woche mit Geldscheinen auf den Titelbildern auf: Wertmäßig vorne liegt hier eindeutig Börse Online, denn dort sind 200-Euro-Scheine abgebildet, während es Focus Money „nur“ auf 100er Noten bringt. „Die 25 sichersten Aktien der Welt“ verspricht Börse Online und weiter: „wenig Risiko, hohe Chancen“. Die Redaktion wählte sechs unterschiedliche Kriterien, um die Aktien auf Sicherheit abzuklopfen und kam zu einer interessanten Auswahl an Unternehmen. Bei Focus Money sind die „Gewinne so hoch wie nie. Holt Euch die Milliarden!“ Und wie soll das gehen? „Dividenden ohne Ende“! „Jeden Monat cash: Die 50 besten Dividendenaktien der Welt“. Und diese Dividendenaktien bringen, wie es im Heft heißt, einen „warmen Regen für die Aktionäre“. Aber 75 Aktien aus nur zwei Heften dürften so manches Depot sprengen. Und dann wäre ja noch Euro am Sonntag, hier wird mit Schnäppchen gelockt in einer Art Aldi-Outfit: „Aktien mit Rabatt“ – auch hier gilt: Ihre Strategie für Sicherheit
Die deutsche Sprache ist manchmal einigermaßen verwirrend, weil das gleiche Wort auch das Gegenteil bedeuten kann. Man nennt solche Wörter im übrigen Janus-Wörter, nach jenem Gott, der, ähnlich wie die Wurst, für Anfang und Ende stand und deshalb mit zwei Gesichtern dargestellt wurde. Germanisten ist dies noch nicht abstrakt genug, weshalb sie den etwas störrischen Begriff der Autoantonymen gewählt haben. Wir können beispielsweise ein Hindernis umfahren, heißt, entweder sind wir vorsichtig und gekonnt darum herumgefahren oder eben genau darüber. Für das Hindernis, vielleicht Hund oder Katz, ist der Unterschied doch einigermaßen wesentlich, während es dem Wort ziemlich egal zu sein scheint. Weshalb wir nach dieser wirklich langen Vorrede über eine kurze Überschrift eines nicht sehr langen Artikels in der Börsen-Zeitung gestolpert sind: „Umsätze der Börsen gefallen“. Und wir uns fragen, ja aber wem?
Das mit den Januswörtern könnten wir mit einem Beitrag aus der Süddeutschen Zeitung noch einmal unterfüttern: „Immer diese hedonistischen Banker“ heißte es da in der Überschrift und in der Unterzeile: „China mahnt seine Finanzelite zum Maßhalten. Dabei könnte die viel von Frankfurt lernen“. Das machte uns neugierig, auch wenn beim Maß halten nur ein Leerraum genügt, um in Bayern völlig andere und eher hedonistische Gefühle auszulösen. Sind die Frankfurter Banker also für Bescheidenheit und Mäßigung bekannt? Victor Gojda leitet seinem Text mit dem Hinweis ein, dass es sich mit Reichtum ähnlich verhalte wie mit dem Scheinriesen, je weiter der Betrachter weg ist, desto größer erscheint er. Wobei wir uns fragen, ob die Scheinriesen aus der Bank nicht eher Riesenscheine haben? Jedenfalls gibt es in China eine „Zentralkommission für Disziplinarkontrolle“ und diese rät chinesischen Bankern dazu, nicht ständig mit teuren Zigarren und noch teurerem Whiskey den Westen zu kopieren. Immerhin weist Gojda auf den Unterschied zwischen Bankern und Börsenmaklern im Westen hin, genauer in Frankfurt: Während jene mit Luxusuhren und Sportwagen durch die Mainmetropole zuckeln und in teuren Lokalen speisen, bevorzugten jene jahrelang die Traditionskneipe „Mutter Ernst“. Ein Investor vertrieb das Lokal aus der angestammten Adresse, doch jetzt hat es wieder eröffnet, zahlreiche Posts aus den sozialen Netzwerken haben auch uns hier in München darauf aufmerksam gemacht. Dort gibt’s kein Sternemenü, sondern Kotelett, Kassler oder Kartoffelsalat. Typisch Börsenmakler eben.
Stillgestanden
Eigentlich sollten wir uns diese Woche kurz fassen (müssen), fühlen wir uns doch einigermaßen erschöpft von unserem „exaltierten Herumgehampel auf dem Parkett“, denn „das (verstehen) immer noch viel zu viele unter Börse“, so lasen wir in der Börsen-Zeitung einigermaßen verblüfft unter der Überschrift „Was ist eine Börse?“ – wenn wir das nur wüssten! Es ging aber nicht um uns, sondern über die Londoner Börse LSE. Weil in London nur noch etwa 3 bis 4 Prozent des Gesamtumsatzes über Börsengänge oder den Kassamarkt – Primär- und Sekundärmarkt also – erzielt werden und der Rest über Datenmanagement, solle man sich von diesen Vorstellungen gefälligst verabschieden. Da bei unserer Börse jedoch die Umsatzverteilung gänzlich anders gelagert ist, müssen wir leider weiterhin Herumhampeln, ob mit oder ohne Parkett, ehrlicherweise eher vor dem Computer und noch ehrlicherweise meist in konzentriert-stiller Versenkung. Aber halt, da holt mich eine Kollegin zum Hampeln ab…
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