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Auftragseingänge steigen in Deutschland weiter an, Auftragsboom flaut aber ab - Commerzbank

07.09.2021 09:17 Uhr - Autor: Kolumnist  auf twitter

Der Auftrags-Boom in der deutschen Industrie geht auf große Aufträge im „sonstigen Fahrzeugbau“ wie Flugzeuge und Schiffe zurück. Bild und Copyright: frank_peters / shutterstock.com.

Die Auftragseingänge sind in Deutschland im Juli um 3,4% überraschend stark angestiegen. Allerdings ist der Anstieg allein auf einen Sprung bei den Aufträgen im „sonstigen Fahrzeugbau“ (Flugzeuge, Schiffe) zurückzuführen, die um 74% M/M zulegten. Rechnet man diese heraus, sind die Aufträge sogar um 0,6% M/M gesunken. Der Auftragsboom in der Industrie ebbt also allmählich ab. Da die Produktion seit Jahresbeginn aufgrund von Lieferengpässen bei Vorprodukten zurückgegangen ist, ist der Auftragseingang erst einmal nicht so wichtig. Vielmehr dürfte der Auftragsbestand insgesamt stark gewachsen sein und das produzierende Gewerbe muss erst einmal den Auftragsbestand abarbeiten.

Anleihen
China: Handelsbilanz (August), 5:00 Uhr
Deutschland: Industrieproduktion (Juli), 8:00 Uhr
Deutschland: ZEW-Umfrage (September), 11:00 Uhr
Euroraum: BIP – finale Schätzung (Q2), 11:00 Uhr

Die auf den ersten Blick eher schwachen US-Arbeitsmarktdaten für August hatten am Freitagnachmittag dem Rentenmarkt keine Unterstützung geben können. Im Gegenteil: Eine Flucht in den vermeintlich sicheren Hafen der Staatsanleihen erfolgte nicht, so dass die Kurse sanken. Wir gehen eher nur von einer vorübergehenden Schwächung des Arbeitsmarktes aufgrund der Ausbreitung der Delta-Variante aus, die besonders die kontaktintensiven Dienstleistungen beeinträchtigt. Deswegen sollte die neue Infektionswelle die Erholung zwar bremsen, aber nicht abwürgen. Auch müssen wir uns vor Augen führen, dass die Beschäftigung im August immerhin zunahm und die Anstiege im Juni und im Juli deutlich nach oben korrigiert wurden. Gestern bleib es zum Wochenauftakt am Rentenmarkt relativ ruhig, was auch am US-Feiertag lag. Die bedeutsamen Auftragseingänge in der deutschen Industrie für Juli hatten ebenfalls kaum Auswirkungen auf das Marktgeschehen. Die Aufträge legten gegenüber dem Vormonat unerwartet um 3,4% zu, was aber allein auf einen Sprung bei den Bestellungen im Sektor "sonstiger Fahrzeugbau" zurückzuführen ist. Rechnet man diese immer sehr volatile Komponente heraus, ergibt sich ein Minus von 0,6% (siehe „Im Blickpunkt“). Das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung in Mannheim (ZEW) veröffentlichte eine Studie, nach der die Unterstützung im EZB-Rat für eine Fortdauer der Anleihekäufe von den Vertretern hoch verschuldeter Euro-Staaten kommt, wohingegen die Ablehnung der ultralockeren Geldpolitik von Vertretern der Staaten mit eher geringer Staatsverschuldung propagiert wird. Diese auffällige Korrelation spräche für die Existenz der sogenannten „fiskalischen Dominanz“.

Aktien
Heute keine relevanten Unternehmenstermine

Nachdem die erste Kursreaktion auf die deutlichen schwächer als erwartet ausgefallen US-Arbeitsmarktdaten am Freitag noch leicht negativ war, hat sich zum Auftakt der neuen Handelswoche eine etwas positivere Lesart (d.h. eine wohl doch länger expansive US-Geldpolitik) durchgesetzt. Auch die starken Auftragsdaten der deutschen Industrie halfen bei dem Stimmungsaufschwung. Die europäischen Aktienbörsen konnten somit in der Breite zulegen. Im deutschen Leitindex Dax 30, der sich in diesem Umfeld wieder der Marke von 16.000 Punkten näherte, verzeichneten die meisten Titel Kursgewinne. Die Anteilscheine von Siemens (+3,0%) erreichten mit diesem Anschub ein neues Rekordhoch, was ihnen im August trotz eines optimistischeren Ausblicks nicht gelungen war. Im Leitindex für kleinere Werte, dem SDax, standen die Aktien von SMA Solar (-11,6%) im Fokus. Nach einer Gewinnwarnung waren die Titel zeitweise um mehr als 15% eingebrochen. Auch im Eurostoxx 50 führte Siemens das Kurstableau an. Danach folgte mit ASML (+2,7%) der erste Technologietitel. Die Informationstechnologie (+1,9%) setzte sich auch an die Spitze der Sektoren im marktbreiten Stoxx 600. Neben den bereits in der letzten Woche sehr schwachen Immobilientitel (-0,5%) verzeichneten lediglich noch Baustoffe (-0,2%) und Versorger (-0,4%) leichte Verluste. An der Wall Street wurde wegen des Labor-Day am Montag nicht gehandelt. Im asiatischen Handel sorgten heute Morgen positive Konjunkturdaten für steigende Kurse an den chinesischen Börsen. Der japanische Leitindex Nikkei 225 konnte im späten Handel knapp ein Prozent zulegen und damit seiner Gewinnserie der vergangenen Tage weiter ausbauen. Damit hielt die Euphorie über den angekündigten Rücktritt von Ministerpräsident Yoshihide Suga weiter an.

Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne der Commerzbank. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

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