TUI: Milliardenverlust im Corona-Horrorjahr - Nettoverschuldung explodiert
10.12.2020 13:50 Uhr - Autor: Michael Barck auf twitter
Die COVID-19 Pandemie hat tiefe Löcher in der Bilanz des Reisekonzerns TUI für 2019/2020 geschlagen. Das Unternehmen meldet einen Ergebniseinbruch um fast 3,7 Milliarden Euro gegenüber dem Vorjahr und weist einen Verlust von 3,14 Milliarden Euro in der Gruppe aus. Je TUI Aktie entspricht dies einem Verlust von 5,34 Euro nach 0,71 Euro Gewinn im Vorjahr. TUIs Umsatz ist von 18,9 Milliarden Euro auf 7,9 Milliarden Euro eingebrochen. Das Ausmaß der Krise zeigt sich aber auch an anderer Stelle der Bilanz. So ist die Nettoverschuldung der Gesellschaft von 0,9 Milliarden Euro auf mehr als 6,4 Milliarden Euro explodiert, zugleich die Eigenkapitalquote von 25,7 Prozent auf nur noch 1,4 Prozent eingebrochen. In der Konzernzentrale hofft man auf Verbesserungen im kommenden Jahr. „Die Pandemie ist nicht vorbei, aber es gibt Licht am Ende des Tunnels und die Perspektiven für den Tourismus und für TUI sind gut”, so das Unternehmen am Donnerstag. 2021 werde für den Tourismus das Übergangsjahr, 2022 sei dann zu einer Rückkehr zum Niveau vor Corona zu rechnen, so TUI. Die Gesellschaft will als Reaktion auf die Krise nun auch die Kosten stärker als bisher geplant senken. Neues Ziel für das Volumen der jährlichen Einsparungen sind 400 Millionen Euro, ein Drittel mehr als zuvor geplant. „Die schnellen Maßnahmen zu Kostensenkungen und zur Liquiditätssicherung sind für den Konzern wichtig. Sie sind ein stabiles Fundament für die Zukunft. TUI war vor der Krise kerngesund, und wir wollen so schnell wie möglich zu alter Stärke zurückkehren”, sagt Fritz Joussen, Vorstandsvorsitzender TUI Group. „Der Markt ist intakt, unser Geschäftsmodell ist zukunftsfest und die Nachfrage der Kunden ist da. Urlaubsreisen bleiben sehr relevant für die Menschen”, so der Manager. Die Liquidität sieht TUI nach den jüngsten milliardenschweren Finanzierungsmaßnahmen als gesichert an. Zuletzt hatte man sich mit privaten Investoren, Banken und dem Bund auf ein zusätzliches Finanzierungspaket in Höhe von insgesamt 1,8 Milliarden Euro geeinigt, davon sollen 500 Millionen Euro durch eine Kapitalerhöhung aufgebracht werden.
Die Situation ist derzeit aber weiter dramatisch, trotz der Durchhalteparolen aus dem Management. Aufgrund der weiter grassierenden Pandemie ist zum aktuellen Zeitpunkt aber offen, wie, wann und in welchem Umfang die Reise-Aktivitäten im kommenden Jahr wieder hochgefahren werden können. Einige Destinationen wie zum Beispiel die Kanarischen Inseln können bereist werden. Die Buchungen für die Wintersaison sind um vier Fünftel zurück gegangen, was den reduzierten Kapazitäten etwa entspreche, so TUI. Hoffnungen liegen auf der Sommersaison: „Die Buchungen für den Sommer 2021 liegen im Vergleich zum regulären Sommer 2019 um drei Prozent höher. Die durchschnittlichen Preise für das Sommerprogramm 2021 liegen aktuell um 14 Prozent höher als für 2020”, so TUI am Donnerstag.
Hinweis auf Interessenskonflikt(e): Der / die Autor(in) oder andere Personen aus der 4investors-Redaktion halten unmittelbar Positionen in Finanzinstrumenten / Derivate auf Finanzinstrumente von Unternehmen, die in diesem Beitrag thematisiert werden und deren Kurse durch die Berichterstattung beeinflusst werden könnten: TUI.
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