Alle Jahre wieder: Der Schwarze Freitag naht - Commerzbank Kolumne
07.11.2019 11:13 Uhr - Autor: Kolumnist auf twitter
In den vergangenen Jahren hat der Black Friday (dieses Jahr am 29. November) direkt nach dem Thanksgiving-Donnerstag als umsatzstärkster Einzelhandelstag in den USA auch in Deutschland immer stärker an Bedeutung gewonnen. Apple hat den traditionellen Shopping-Feiertag 2006 erstmals hier etabliert und auch damit eine Spürnase bewiesen. Inzwischen hat er rund um das Weihnachtsgeschäft zahlreiche Ableger bekommen, wie den Cyber Monday und dann gibt es auch noch Wochenvarianten als Black oder Cyber Week. Der weltweit umsatzstärkste Tag ist übrigens der in Deutschland noch weniger bekannte Single’s Day (immer am 11. November), den sich die chinesische Handelsplattform Alibaba zu Eigen gemacht hat und der auf die inzwischen abgeschaffte 1-Kind-Politik zurückgeht. Theoretisch stehen die Chancen für ein gutes Weihnachtsgeschäft bei einer rekordniedrigen Arbeitslosenquote in Deutschland gar nicht so schlecht. Allerdings ist der Rückgang der Arbeitslosigkeit geringer als im Vorjahr und die konjunkturelle Abkühlung mit entsprechend steigendem Arbeitsplatzrisiko könnte die Euphorie insgesamt bremsen. Zu erwarten ist allerdings, dass auch in diesem Jahr der Onlinehandel den größten Teil des Wachstums auf sich ziehen und damit dem stationären Handel weiter zu schaffen machen wird. Das gilt zumindest für zahlreiche Produktkategorien (noch) außerhalb des Lebensmittelhandels. Niemand muss mehr in der Schlange stehen und auf eine Ladenöffnung warten. Es ist aber zu beobachten, dass auch der Online-Handel Jagdinstinkte stimuliert, und zwar mit zeitlich befristeten und teilweise künstlich mengenmäßig begrenzten Sonderangeboten (Amazon Blitzangebote). Auch die Ceconomy-Tochter MediaMarktSaturn wird sich wieder beteiligen. Vor zwei Jahren war die Rabattschlacht derart ausgeartet, dass die Gewinnprognose gesenkt werden musste. Anleihen Nachdem die Auftragseingänge gestern positiv überraschten, blieben die Produktionsdaten der deutschen Industrie heute Morgen hinter den Erwartungen zurück. Die Produktion fiel im September um 0,6% zum Vormonat. Gegenüber dem Vorjahr beträgt das Minus 4,3%. Zwar hat sich die Produktion in den letzten Monaten stabilisiert, eine Erholung lässt jedoch weiter auf sich warten – trotz einiger positiver Signale. Die Bank von England dürfte heute weder in die eine noch in die andere Richtung an der Zinsschraube drehen. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind weiterhin günstig. Es gibt zwar weiterhin erhöhte Unsicherheit, da noch kein Austrittsabkommen mit der EU vereinbart wurde. Trotz der Abwärtsrisiken gibt es aber keine Anzeichen für eine spürbar schwächere Konjunktur zugleich ist der Inflationsdruck niedrig. So wird die Bank von England heute wohl ihr Pulver trocken halten. In den USA ist der Arbeitsmarkt ungewöhnlich eng, trotzdem fiel die Produktivität gesamtwirtschaftlich im dritten Quartal um 0,3% zu Vorquartal zurück. Entsprechend kräftig sind die Lohnstückkosten gestiegen: um annualisiert 3,6% zum Vorquartal. Die Produktivität steigt vermutlich deshalb nicht, weil die Endnachfrage schwächelt und somit die Investitionsneigung der Unternehmen gering ist. Angesichts des zunehmenden Arbeitskräftemangels müssten die Firmen eigentlich die Produktivität der Mitarbeiter durch Investitionen, Effizienzsteigerungen oder Weiterbildung erhöhen. Das geringe Produktivitätswachstum ist schlecht für die Fed, denn eine steigende Produktivität würde den Inflationsdruck mindern. Sollten sich die Vorzeichen für eine Belebung aber weiter verdichten, dann dürfte auch die Produktivität in ein oder zwei Quartalen wieder steigen. Aktien Die europäischen Aktienmärkte tendierten am gestrigen Handelstag uneinheitlich. Während der Leitindex in Holland (AEX) als Tagessieger 0,7% zulegte, verlor der österreichische ATX-Index als Tagesverlierer 0,7%. Die Börsen zeigten sich weiterhin in einem sehr robusten Zustand. Trotz bereits kräftig gestiegener Kurse seit Jahresbeginn 2019 zeigen sich kaum Ermüdungserscheinungen. In diesem Umfeld erzielte der Dax (+0,2%) auch gestern wieder ein neues Jahreshoch bei 13.187 Punkten. Damit rückt das Allzeithoch von 13.596 Punkten (23. Januar 2018) in greifbare Nähe. Die Berichtssaison bestimmte weitgehend das Bild. Während der Aktienkurs von Adidas nach Vorlage von Geschäftszahlen um satte 5,4% nachgab, stieg der Kurs von BMW nach robusten Quartalsergebnissen um 1%. In der zweiten Reihe glänze der Kurs von Heidelberger Druck nach Vorlage von Geschäftszahlen mit einem Plus von 11,5%. Auf europäischer Sektorenebene waren gestern vor allem Werte aus dem Bereich Nahrungs-mittel & Getränke gefragt, die im Schnitt um 1% gewannen. Dagegen büßten Rohstoffwerte als Tagesverlierer durchschnittlich 0,4% ein. Die Börsen in den USA tendierten wenig verändert. Zwischenzeitliche Gewinne konnten nicht gehalten werden, da es Meldungen gab, wonach sich die Unterzeichnung einer Teil-Handelsvereinbarung zwischen den USA und China verzögern könnte. Auf Sektorenebene waren insbesondere Pharmawerte gefragt (+0,6%). Tagesverlierer waren Aktien aus dem Bereich Energie, die durchschnittlich um 2,3% nachgaben. Die Börsen in Asien tendierten uneinheitlich. Der Nikkei 225-Index gewann 0,1%. Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne der Commerzbank. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!
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