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National-Bank: Janet Yellen hält an Leitzinswende in 2015 fest

26.05.2015 08:58 Uhr - Autor: Kolumnist  auf twitter

Die mit einiger (An-)Spannung erwartete Ansprache von Janet Yellen am vergangenen Freitag brachte insgesamt wenig neue Erkenntnisse. Sie geht weiterhin von der Einleitung der Leitzinswende im laufenden Jahr aus. Das sei jedoch abhängig von der Entwicklung der Konjunkturdaten. Immerhin zog die Kernrate der Verbraucherpreise auf Jahresbasis kräftig an. Bei näherer Betrachtung war das jedoch vor allem auf einen Kostensprung bei der medizinischen Versorgung zurückzuführen. Insgesamt und das konstatierte auch die US-Notenbankerin, machen sich wohl einiger Fed-Vertreter Sorgen darüber, wie stark der Aufschwung in den USA tatsächlich ist. Dafür gibt es heute einige Anhaltspunkte. Die im Vergleich zum Vormonat erwarteten rückläufigen Auftragseingänge für langlebige Wirtschaftsgüter dürften von Basiseffekten geprägt sein. Wichtiger ist die Stimmung der Konsumenten. Hier könnte es durch einen Anstieg des Verbrauchervertrauens des Conference Boards durchaus eine positive Überraschung geben. Außerdem sind die Daten zum Immobilienmarkt zu beachten, denn in den letzten Monaten fielen sie häufig sehr durchwachsen aus.

Neben den US-Daten werden jedoch die politischen Entwicklungen im Euroraum im Fokus stehen. Bei den Regionalwahlen in Spanien hat es einen deutlichen Links-Ruck gegeben. Zudem haben die arrivierten Parteien auch an andere Gruppen Stimmen verloren. Das macht deutlich, dass es gerade der spanischen Regierung wohl noch nicht gänzlich gelungen ist, die Notwendigkeit der Anpassungen deutlich zu machen sowie positive Perspektiven aufzuzeigen. Diese hat das Land mit der Einleitung der Reformen schließlich zurückgewonnen. Allerdings benötigt das Entfalten von nachhaltigen Wachstumskräften und damit neuen Arbeitsplätzen viel Zeit. In wie weit das in den kommenden Monaten bis zur Parlamentswahl gelingen wird, ist offen. Allerdings wird sich der Euroraum wohl kaum eine zweites Griechenland leisten wollen und können. Und bei Griechenland geht die Hängepartie weiter. Heute wird dem Vernehmen nach zwischen der griechischen Administration und den Institutionen („Troika“) weiter über die Voraussetzungen für die Freigabe der 7,2 Mrd. Euro aus dem noch laufenden Stützungsprogramm verhandelt. Eine Einigung ist jedoch nicht in Sicht. Die griechische Administration ist der Ansicht, sie hätte sich bereits deutlich auf die Partner zubewegt. Die Partner sind dazu jedoch anderer Ansicht. Wann Griechenland das Geld ausgeht, bleibt ebenfalls im Dunklen. Meldungen, nach denen die fälligen Kredittranchen des IWF im Juni nicht bedient werden können, wurden wenig später dementiert. Wenn man so will, bleibt alles beim Alten. Die Pokerrunde geht weiter.

Heute stehen zahlreiche Emissionen aus dem Staatsanleihebereich an. Die Geldmarktpapiere Frankreichs sollten sich problemlos platzieren lassen. Auch die niederländischen und italienischen Anleihen sowie Linker werden gut aufgenommen werden. Jedoch werden beide Länder etwas mehr Rendite bieten müssen. Die am Abend beginnenden Wochenrefi des US-Treasuries dürfte etwas auf die Stimmung schlagen.

Insgesamt dürfte der Bund Future wenig verändert in den Handel starten. Er dürfte sich zwischen 153,40 und 154,55 bewegen. Die Rendite der 10jährigen US-Treasuries sollte zwischen 2,12 und 2,25% liegen.

Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne der National-Bank AG. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

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