National-Bank: Bundestag wird dem dritten Stützungspaket für Griechenland zustimmen
19.08.2015 09:12 Uhr - Autor: Kolumnist auf twitter
In Asien sind die Marktakteure heute Morgen erneut in einen risk off-Modus übergegangen. Die Sorgen um die konjunkturelle Situation Chinas haben wieder die Oberhand gewonnen. Zumindest gestern haben sich die Märkte in Europa und den USA davon weitestgehend unbeeindruckt gezeigt. Vermutlich wird das heute nicht ganz spurlos an den hiesigen Märkten vorbei gehen. Allerdings gibt es noch zahlreiche weitere Themen, die das Geschehen heute beeinflussen werden. Die Abstimmung im Bundestag über das dritte Hilfspaket für Griechenland wird dagegen nicht zu diesen Ereignissen gehören. Eine große Mehrheit wird dem Paket zustimmen, auch wenn der IWF bisher nicht als Geldgeber dabei ist und sich dazu erst im Herbst äußern wird. Die erste Tranche des Stützungspakets wird am Nachmittag dann formal durch die Finanzminister der Eurogruppe freigegeben werden, so dass Griechenland seine Verpflichtung gegenüber der EZB morgen termingerecht begleichen kann. Auch andere Zahlungen z. B. an den IWF sowie die Tilgung fällig werdender weitere Anleihen können in den nächsten Wochen geleistet werden. Da der IWF seine Teilnahme am Programm von mehreren Faktoren abhängig gemacht hat, werden die Geldgeber wahrscheinlich sehr streng darauf achten, dass Griechenland die Vereinbarungen auch tatsächlich umsetzt. Die Eurogruppe wäre vermutlich gut beraten, diese Umsetzungen bereits mit der Auszahlungen der ersten Tranche strikt zu überwachen, so dass es bei der für Oktober geplanten ersten Überprüfung keine Überraschungen gibt und der Druck auf der griechischen Administration sehr hoch ist, das Zugesagte dieses mal tatsächlich zu liefern. Die europäischen Konjunkturdaten sind heute von untergeordnetem Interesse. Im Fokus stehen vielmehr die US-amerikanischen. Die Daten zum Immobilienmarkt fielen gestern zwar nicht überragend aus. Sie machten aber deutlich, dass der dortige Immobilienmarkt wieder Schwung hat. Das kann man von den US-Konsumentenpreisen, sofern man nur den Gesamtwert betrachtet, nicht sagen. Auf Jahresbasis steigen die Preise kaum. Die Kernrate gibt schon etwas mehr Aufschluss. Sie soll im Juli auf Jahresbasis erneut um 1,8% gestiegen sein. Damit liegt zumindest dieser Wert bereits in der Nähe von 2%, was mit Preisstabilität in den USA zu vereinbaren ist. Die große Differenz zwischen Kern- und Gesamtrate macht zudem deutlich, dass die Preise aufgrund von Sondereffekten (z. B. Energiepreise) nur schwach steigen. Mit Spannung warten die Marktakteure auf das Protokoll der FOMC-Tagung von Ende Juni. Zum einen ist von Interesse, wie stark die Strömungen für die Einleitung der Leitzinswende im laufenden Jahr sind und ob man tatsächlich mit einem Schritt im September rechnen kann. Zum anderen könnte es den einen oder anderen Hinweis geben, wie die US-Notenbanker die Auswirkungen der Leitzinswende auf andere Regionen einschätzen und wie sie bspw. die Situation in China und Europa beurteilen. Schließlich bleiben die Entwicklungen in beiden Regionen nicht ganz ohne Auswirkungen auf die USA. Der Bund Future dürfte gut behauptet in den Tag starten. Der neue Schatz sollte ebenso problemlos zu platzieren sein wie die Geldmarktpapiere Portugals. Der Bund Future sollte sich im Tagesverlauf zwischen 154,25 und 155,50 bewegen. Die Rendite der 10jährigen US-Treasuries sollte zwischen 2,10 und 2,26% schwanken. Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne der National-Bank AG. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!
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