4investors Exklusiv

Aktien

Branchen- und Themenspecials

Ihre privaten Finanzen

Öl - Rohstoffe

Börse am Morgen: Tech-Aktien, Nikkei, Öl und Konjunkturdaten - Nord/LB

16.10.2026 09:40 Uhr - Autor: Kolumnist  auf twitter

Börsen-Ausblick und Marktbericht. Bild und Copyright: MaxxiGo / shutterstock.com.

Industrie: Die Industrieproduktion im Euroraum setzt ihren Abwärtstrend im August fort und sinkt den dritten Monat in Folge (um 0,5% gegenüber dem Vormonat sowie um 1,1% gegenüber dem Vorjahr), womit die Erwartungen der Marktbeobachter dabei leider deutlich verfehlt wurden. Den leicht positiven Impulsen bei Investitions- und Verbrauchsgütern standen zu große Rückgänge im Energiesektor gegenüber. Erfreulich: Auf europ. Ebene setzt Deutschland mit einem Produktionsanstieg von 2,0% im August einen starken Gegenakzent.

Real Estate: Angebotsmieten in Deutschland ziehen wieder stärker an. Im dritten Quartal stiegen sie laut IfW (Kieler Institut für Weltwirtschaft) gegenüber dem Vorquartal um 1,2% und damit so kräftig wie seit Anfang 2025 nicht mehr, wobei insbesondere Bestandswohnungen die Entwicklung treiben. Regional zeigen sich deutliche Unterschiede: Berlin und Düsseldorf verzeichneten die stärksten Quartalszuwächse, während Hamburg im Jahresvergleich mit +6,7% an der Spitze liegt; München bleibt mit EUR 23,70/m² die mit Abstand teuerste Stadt Deutschlands. Der anhaltende Mietanstieg verschärft zugleich die wohnungspolitische Debatte, insbesondere in Berlin, wo Forderungen nach einer Vergesellschaftung großer Wohnungsunternehmen wie Vonovia und Deutsche Wohnen weiter an Bedeutung gewinnen.

Agrar: Kartoffelpreise in Deutschland sind infolge einer deutlich kleineren Ernte kräftig gestiegen. Verbraucher zahlten im September 11,3% mehr als ein Jahr zuvor, während die Erzeugerpreise für Speisekartoffeln sogar um 61,5% zulegten. Hauptursachen sind die um 24,8% auf 10,4 Mio. Tonnen gesunkene Erntemenge, bedingt durch eine kleinere Anbaufläche sowie deutlich niedrigere Hektarerträge infolge von Hitze und Trockenheit. Trotz des knappen Angebots bleibt Deutschland mit einem Selbstversorgungsgrad von 145% Nettoexporteur von Kartoffeln, sodass ein großer Teil der Produktion weiterhin in den Export fließt.

Regulatorik: Die Bundesbank plädiert für eine gezielte Vereinfachung der europ. Bankenregulierung, da insbesondere kleinere Institute unter einem überproportional hohen admin. Aufwand leiden, der Innovationen und Wettbewerb bremsen kann. Ein mögliches europ. Kleinbankenregime soll Anforderungen stärker an Größe, Geschäftsmodell und Risikoprofil anpassen, ohne die Stabilität des Finanzsystems zu gefährden; geringere Risikosensitivität müsste dabei durch strengere Eigenkapitalvorgaben ausgeglichen werden. Die Bundesbank unterstützt den Reformprozess der EU-Kommission, warnt jedoch vor dem ambitionierten Zeitplan und betont das Ziel einer „Vereinfachung ohne Deregulierung“, um die Widerstandsfähigkeit des Bankensektors zu erhalten.

Tagesausblick
Die Entwicklungen in den USA bleiben im Fokus der Anleger. Neben den aktuellen Zahlen zur Industrieproduktion und zur Entwicklung der Importpreise wird von den internationalen Finanzmärkten vor allem auf die Anmerkungen von Fed-Chef Kevin Warsh zu hören sein. Anlässlich des Treffens in Bangkok spricht dieser bei einem Firesite-Chat mit Kristalina Georgiewa - der geschäftsführenden Direktorin des IWF. Angesichts der großen Unsicherheit bezüglich der zukünftigen Ausrichtung der US-Geldpolitik werden die Marktteilnehmer wohl ganz genau auf Warshs Worte achten, der aber paradoxerweise ja eigentlich gar kein Mann der Worte sein will! Vor allem der globale Aktienmarkt dürfte bei Warsh auf Worte statt Taten hoffen.

Renten- und Aktienmärkte
Die Investitionsnachfrage nach sicheren Staatsanleihen zog am Donnerstag (angesichts wachsender Zweifel am KI-Investitionsboom) deutlich an, wodurch die Renditen europ. Staatsanleihen entsprechend kräftig fielen. Besonders lange Laufzeiten profitierten dabei. Die Rendite 10-jähriger Bundesanleihen sank gestern bspw. um rund 7 Basispunkte auf 3,40%, während die Risikoaufschläge anderer Eurostaaten, darunter insb. Frankreich, nach den jüngsten Turbulenzen um die Staatsfinanzen ebenfalls zurückgingen.

Ein Wertverfall bei Technologieaktien belasteten zu Tagesbeginn gestern die Börsen. An den asiatischen Aktienmärkten setzte heute Morgen jedoch schon wieder eine Erholung ein. Nach 6 Tagen mit Verlusten notiert der Nikkei-Index am frühen Morgen über 1,5% im Plus.

Rohstoffe
Die USA prüfen eine Lockerung der Sanktionen gegen sogenannte Schattenflotten-Tanker, um die weltweit hohen Frachtraten zu senken und zusätzliche Öl- sowie Produktlieferungen, insbesondere aus der Golfregion, auf den Markt zu bringen. Marktseitig wäre dies tendenziell bearisch für die Ölpreise, da die Transportkapazitäten steigen und das Angebot ausgeweitet werden könnte, während der Vorstoß politisch umstritten bleibt, insbesondere mit Blick auf Russland und die erst kürzlich aufgehobenen Sanktionen gegen russ. Diesel (befristet bis zum 7. April).

4investors.de als bevorzugte Quelle bei Google festlegen

Damit sehen Sie unsere Börsen- und Aktiennews häufiger in Ihren Google-Suchergebnissen.




Weitere News zu Öl - Rohstoffe

Alle Öl - Rohstoffe News

Neueste Nachrichten

Alle Aktien-News