Jungheinrich: Streik-Nachwehen und Sondereffekte drücken Ergebnisprognose
23.07.2026 12:47 Uhr - Autor: Michael Barck auf twitter
Jungheinrich senkt die Ergebniserwartung für das laufende Geschäftsjahr, hebt zugleich aber die Umsatz- und Auftragsziele für 2026 leicht an. Beim EBIT rechnet der Vorstand nun mit 340 bis 400 Millionen Euro, nach zuvor 380 bis 450 Millionen Euro. Die EBIT-Rendite sieht Jungheinrich entsprechend bei 6,2 bis 7,0 Prozent, statt bislang 7,2 bis 8,0 Prozent. Als Gründe nennt der Konzern nachlaufende Effekte des im Februar beendeten Streiks im Werk Lüneburg, veränderte Materialkosten sowie den anhaltenden Wettbewerbsdruck. Zudem geht Jungheinrich nicht mehr davon aus, den operativen Ergebnisbeitrag der ehemaligen russischen Tochter kompensieren zu können. Deutlich kräftiger fällt die Korrektur beim Mittelzufluss aus. Den Free Cashflow erwartet Jungheinrich nur noch bei über 50 Millionen Euro, nach zuvor über 250 Millionen Euro, was der Konzern vor allem auf M&A-Aktivitäten zurückführt. Das Ergebnis vor Steuern soll zwischen 310 und 370 Millionen Euro liegen, nach bislang 350 bis 420 Millionen Euro, der ROCE zwischen 12 und 16 Prozent. Hinzu kommt eine angestrebte Einigung mit der Finanzverwaltung zu Steuerfragen der Jahre 2017 bis 2023, bei der die Belastung die in Vorjahren gebildeten Rückstellungen übersteigt. Daraus erwartet Jungheinrich einen zusätzlichen negativen Effekt im Ergebnis nach Steuern von rund 13 Millionen Euro. Nach oben korrigiert der Konzern dagegen die Umsatz- und Auftragsziele. Der Auftragseingang soll 2026 zwischen 5,5 und 6,1 Milliarden Euro liegen, der Umsatz zwischen 5,3 und 5,9 Milliarden Euro, jeweils 100 Millionen Euro mehr als bisher prognostiziert. Getragen wird das nach Angaben von Jungheinrich von intensiven Vertriebsaktivitäten. Die Anpassungen betreffen ausschließlich das Segment Industrial Trucks & Services, für das der Konzern nun ein EBIT von 310 bis 370 Millionen Euro erwartet, nach zuvor 360 bis 420 Millionen Euro. Die Prognose für das Segment Automation & Warehouse Equipment bleibt unverändert. Im zweiten Quartal zeigt sich die Schere zwischen Volumen und Ergebnis bereits. Der Auftragseingang stieg nach vorläufigen Zahlen auf 1,419 Milliarden Euro, nach 1,357 Milliarden Euro im Vorjahresquartal, der Umsatz auf 1,397 Milliarden Euro, nach 1,351 Milliarden Euro. Das EBIT sank dagegen auf 88 Millionen Euro, nach 106 Millionen Euro, die EBIT-Rendite von 7,8 auf 6,3 Prozent. Das Ergebnis nach Steuern fiel wegen der geplanten Steuereinigung auf 47 Millionen Euro, nach 70 Millionen Euro, das Ergebnis je Vorzugsaktie auf 0,47 Euro, nach 0,70 Euro. Den Zwischenbericht will Jungheinrich am 11. August 2026 vorlegen. 4investors.de als bevorzugte Quelle bei Google festlegen Damit sehen Sie unsere Börsen- und Aktiennews häufiger in Ihren Google-Suchergebnissen.
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Die BaFin schaut sich die Zahlen von Jungheinrich zum ersten Halbjahr 2025 genauer an. Die Behörde startet eine entsprechende Voruntersuchung. Möglicherweise hat Jungheinrich gegen Rechnungslegungsvorschriften verstoßen.Es geht dabei um die Bewertung verschiedener Vermögenswerte, die im Zusammenhang mit dem anvisierten Verkauf des Geschäfts in Russland standen. Hier ist es eventuell zu Fehlern gekommen. Da die BaFin die Untersuchung publik gemacht hat, wird sie auch das Ergebnis veröffentlichen. Von Jungheinrich hört man, dass die Gesellschaft mit der BaFin in Kontakt steht und die Untersuchung unterstützt.
Bei der Angelegenheit geht es vor allem darum, wann gewisse Sachen hätten verbucht werden müssen. Im Juni hat man über den laufenden Verkaufsprozess berichtet, im Juli wurde die entsprechende Vereinbarung unterschrieben, es kam zu Abschreibungen. Jetzt schaut die BaFin, ob diese schon im Juni hätten erfolgen müssen.
Die Analysten von mwb research wollen die ... diese News weiterlesen!
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