BASF hebt den Ausblick an - Milliardendeal zeigt Spuren
15.07.2026 13:54 Uhr - Autor: Michael Barck auf twitter
Die BASF-Gruppe hat im zweiten Quartal 2026 nach vorläufigen Zahlen ein EBITDA vor Sondereinflüssen von voraussichtlich 2,4 Milliarden Euro erzielt und damit deutlich mehr als die 1,6 Milliarden Euro des Vorjahresquartals. Auch den Analystenkonsens von 2,1 Milliarden Euro übertraf der Chemiekonzern klar. Beim Ergebnis nach Steuern und nicht beherrschenden Anteilen kam BASF auf voraussichtlich 4,1 Milliarden Euro, nach lediglich 79 Millionen Euro im zweiten Quartal 2025. Getragen wurde dieser Sprung im Wesentlichen von einem Veräußerungsgewinn von 3,9 Milliarden Euro vor Steuern aus dem Verkauf des Coatings-Geschäfts an Carlyle, der zum 30. Juni 2026 abgeschlossen wurde. Die daraus erwartete Steuerbelastung beziffert BASF auf einen mittleren dreistelligen Millionenbetrag. Auch die übrigen Ergebniskennzahlen legten zu. Das EBITDA der BASF-Gruppe lag bei voraussichtlich 2,0 Milliarden Euro, nach 1,3 Milliarden Euro im Vorjahresquartal, und traf damit den Analystenkonsens. Sondereinflüsse ergaben sich vor allem aus Transformationskosten im Zusammenhang mit den laufenden Sparprogrammen und der Einführung neuer ERP-Systeme. Das EBIT vor Sondereinflüssen erreichte voraussichtlich 1,5 Milliarden Euro, nach 0,7 Milliarden Euro im Vorjahr, und lag ebenfalls deutlich über den erwarteten 1,1 Milliarden Euro. Beim Umsatz verbuchte BASF im zweiten Quartal ein Plus von 16 Prozent auf 17,2 Milliarden Euro, nach 14,8 Milliarden Euro. Getragen wurde der Zuwachs von höheren Preisen mit einem Effekt von 11 Prozent und höheren Mengen mit 7 Prozent, während Währungs- und Portfolioeffekte jeweils 1 Prozent kosteten. Zur Ergebnisverbesserung trugen bei BASF alle Segmente außer Surface Technologies bei. Die Erwartungen der Analysten übertrafen dabei vor allem Materials, Industrial Solutions und Agricultural Solutions, während Chemicals und Surface Technologies deutlich darunter blieben. Cashflow-Zahlen von BASF gehen zurück Vor dem Hintergrund der Geschäftsentwicklung hebt BASF den Ausblick für das laufende Jahr an. Beim EBITDA vor Sondereinflüssen erwartet der Konzern nun 6,9 bis 7,7 Milliarden Euro, nach bislang 6,2 bis 7,0 Milliarden Euro. Zum Vergleich: 2025 erreichte BASF 6,6 Milliarden Euro, die Analysten rechnen im Schnitt mit 7,3 Milliarden Euro. Die Breite der Spanne behält BASF wegen der geopolitischen Unsicherheiten bei. Beim Free Cashflow bleibt es bei einer Erwartung von 1,5 bis 2,3 Milliarden Euro. Für das zweite Halbjahr verweist BASF ausdrücklich auf die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran, insbesondere auf die Frage, ob die Straße von Hormus für den Transport energetischer und petrochemischer Rohstoffe nutzbar bleibt. 4investors.de als bevorzugte Quelle bei Google festlegen Damit sehen Sie unsere Börsen- und Aktiennews häufiger in Ihren Google-Suchergebnissen.
Negativ entwickelte sich dagegen der Mittelzufluss. Der Free Cashflow von BASF lag im zweiten Quartal bei voraussichtlich minus 0,2 Milliarden Euro, nach plus 0,5 Milliarden Euro im Vorjahresquartal. Als Grund nennt der Konzern vor allem die höhere Kapitalbindung infolge gestiegener Rohstoffpreise. Der Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit schrumpfte auf voraussichtlich 0,5 Milliarden Euro, nach 1,6 Milliarden Euro, während die Auszahlungen für immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen auf 0,7 Milliarden Euro zurückgingen, nach 1,1 Milliarden Euro.
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