Börse am Morgen: Bayer, Bitcoin / Strategy, Stellantis, Verbund, Konjunkturdaten - Nord/LB
03.06.2026 08:00 Uhr - Autor: Kolumnist auf twitter
Die Lieferengpässe in der dt. Industrie haben sich im Mai weiter verschärft. Knapp 16% der Unternehmen berichten laut Ifo-Institut von Problemen bei der Beschaffung von Vorprodukten. Energie- & rohstoffintensive Branchen stehen dabei insbesondere unter Druck. Hauptursache sind geopol. Spannungen infolge des Iran-Kriegs, der durch die Blockade der Straße von Hormus zentrale Öl- und Vorproduktlieferungen beeinträchtigt und damit globale Lieferketten stört. Besonders stark leidet die Chemieindustrie sowie die Hersteller von Gummi-, Kunststoff- & Elektroprodukten, während die Automobilindustrie vergleichsweise weniger Probleme meldet. Konsumnahe Branchen bleiben hingegen bislang weitgehend stabil und berichten nur vereinzelt von Engpässen. Insgesamt besteht das Risiko, dass anhaltende Materialknappheiten zu Produktionsrückgängen in der Industrie führen. Neben den Lieferketten-Disruptionen treibt der Iran-Krieg über steigende Energiepreise auch die Inflation im Euroraum weiter an. Laut den neuen Zahlen des EU-Statistikamts Eurostat steigt die Teuerung im Mai auf 3,2% und notiert damit klar über dem Zielwert der Europäischen Zentralbank (EZB) von 2%. Die EZB signalisiert aber bereits geldpolitische Handlungsbereitschaft. Für die nächste Sitzung (11. Juni) erwarten Marktteilnehmer zunehmend eine Zinserhöhung (gestützt durch entsprechende Aussagen aus dem EZB-Rat). Nach mehreren Sitzungen mit unveränderten Leitzinsen wird eine Erhöhung um 25 Basispunkte nächsten Donnerstag als wahrscheinlich angesehen (mit weiteren möglichen Erhöhungen im Jahresverlauf, sollte die Straße von Hormus längerfristig geschlossen bleiben). Tagesausblick Renten- und Aktienmärkte Europ. Staatsanleihen profitierten gestern von den sich stabilisierenden Ölpreisen. Entsprechend waren die Renditen aufgrund nachlassendem Inflationsdruck rückläufig. Unternehmen 4investors.de als bevorzugte Quelle bei Google festlegen Damit sehen Sie unsere Börsen- und Aktiennews häufiger in Ihren Google-Suchergebnissen.
Der heutige Handelstag sieht üppig bestückt aus, bei den europäischen Einkaufsmanagerindizes handelt es sich allerdings lediglich um die finalen Meldungen – der Nachrichtengehalt also hier eher gering. Spannend wird hingegen, ob die Dienstleister der USA ebenso positiv in die Zukunft blicken, wie die Produzenten aus dem Schwesterindex des ISM. Grundsätzlich dürften die Sorgenfalten auch hier nicht geglättet sein, die geopolitische Situation hat sich im Vergleich zum Vormonat kaum verbessert. Das Geschäft brummt aber voraussichtlich dennoch, was sich in einer weiterhin expansiven Lesart der Befragung widerspiegeln sollte!
Die Aktie des Leverkusener Agrar- und Pharmakonzerns Bayer steht seit Wochenbeginn deutlich unter Druck und fällt innerhalb von zwei Tagen zwischenzeitlich um insgesamt rd. 10% auf ein Mehrmonatstief (Auslöser ist eine wachsende Nervosität vor bevorstehenden wichtigen Glyphosat-Entscheidungen). Morgen (4. Juni) terminiert eine laufende Ausstiegsfrist für einen USD 7,25?Mrd. schweren Vergleich. Zusätzlich belastet die Unsicherheit über ein anstehendes Urteil des US Supreme Court im Juni, das im positiven Fall erhebliches Entlastungspotenzial für die Aktie bieten könnte. Der DAX schloss derweil mit rd. 0,5% im Plus. Die kleine Verschnaufpause an der Wall Street hielt am Dienstag nicht lange. Es dominiert die Hoffnung auf eine Lösung in Nahost. Die Rekordjagd ist noch nicht vorbei.
Der öster. Energieversorger Verbund treibt den Bau des Pumpspeicherkraftwerks Riedl in Bayern trotz anhängiger Klagen voran und hat hierfür den Sofortvollzug beantragt, um Verzögerungen zu vermeiden. Das Projekt gilt als zentral für die Integration erneuerbarer Energien, da es Stromüberschüsse speichert und bei Bedarf wieder einspeist (wodurch Netzstabilität gesichert wird). Mit über 300?MW Leistung, 3,5?GWh Speicherkapazität und Investitionen von mehr als EUR 400?Mio.? zählt Riedl zu den größten Speicherprojekten in Süddeutschland.
Stellantis plant ab dem Jahr 2029 mit der Produktion von drei neuen Elektro- und Hybridmodellen der Marke Peugeot in seinem Werk in Mülhausen. Hierzu investiert der Autobauer EUR 400 Mio. an seinem Standort im Elsass sowie weitere EUR 500 Mio. in die Forschung und Entwicklung. Kern der Strategie ist die neue Plattform „STLA One“, die bereits 2027 mit dem neuen Peugeot 208 in Spanien anlaufen soll.
Devisen
Laut einer Pflichtmitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC hat der größte institutionelle Investor der Kryptowährung Bitcoin (Investor Strategy) im Zeitraum zwischen dem 26. Mai und 31. Mai 2026 insgesamt 32 Bitcoin liquidiert. Das Verkaufssignal hinterlässt am Markt seine Spuren. Am Dienstag fällt die Cyberdevise auf bis zu USD 66.394 (rd. -6% Intraday).
Disclaimer: Dieser Text ist eine Kolumne der Nord LB. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!
4investors-News - Strategy (ehem. MicroStrategy)
19.11.2025 - Aktienmärkte rot und weiter Richtung Süden - BÖAG Kolumne ...
05.12.2024 - Aktie der Woche: MicroStrategy - ICF BANK AG ...
DGAP-News dieses Unternehmens