BioNTech zieht Konsequenzen nach höherem Verlust: Vier Werke dicht
05.05.2026 14:54 Uhr - Autor: Michael Barck auf twitter
BioNTech hat am Dienstag Zahlen für das erste Quartal 2026 vorgelegt. Das Biotechnologie-Unternehmen aus Mainz erzielte im ersten Quartal 2026 Umsatzerlöse von 118,1 Millionen Euro, nach 182,8 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Der Rückgang erklärt sich nahezu vollständig aus schwächeren COVID-19-Impfstofferlösen, die saisonal und strukturell unter Druck stehen. Der Nettoverlust weitete sich auf 531,9 Millionen Euro aus, nach 415,8 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Bereinigt lag der Verlust bei 494,6 Millionen Euro. Das verwässerte Ergebnis je BioNTech Aktie belief sich auf minus 2,10 Euro, nach minus 1,73 Euro im Vergleichszeitraum. Die Forschungs- und Entwicklungskosten stiegen auf 557,0 Millionen Euro, nach 525,6 Millionen Euro im Vorjahr. Treiber waren höhere Aufwendungen für die Immunonkologie-Programme Pumitamig und Gotistobart sowie die erstmalige Einbeziehung der 2025 übernommenen Unternehmen BioNTech China und CureVac. Die Vertriebs- und Verwaltungskosten kletterten auf 150,8 Millionen Euro, nach 120,6 Millionen Euro, was den laufenden Aufbau kommerzieller Strukturen widerspiegelt. Die Liquiditätsposition blieb mit insgesamt 16,8 Milliarden Euro an Zahlungsmitteln und liquiden Wertpapieranlagen per 31. März 2026 komfortabel. Die Jahresprognose bekräftigte das Unternehmen: Für 2026 werden Umsatzerlöse zwischen 2,0 und 2,3 Milliarden Euro erwartet, bei adjustierten F&E-Kosten von 2,2 bis 2,5 Milliarden Euro sowie adjustierten Vertriebs- und Verwaltungskosten von 700 bis 800 Millionen Euro. Sowohl im europäischen als auch im US-amerikanischen Markt rechnet BioNTech mit weiter rückläufigen COVID-19-Erlösen. Parallel kündigten Vorstand und Aufsichtsrat ein Aktienrückkaufprogramm für American Depositary Shares im Volumen von bis zu einer Milliarde US-Dollar über die nächsten zwölf Monate an. Strukturell markiert die angekündigte Produktionsnetzkonsolidierung eine wesentliche strategische Weichenstellung. BioNTech plant die Schließung der Standorte Idar-Oberstein, Marburg und Singapur sowie der CureVac-Standorte, wovon bis zu rund 1.860 Stellen betroffen sein könnten. Die Schließungen in Deutschland und Tübingen sollen bis Ende 2027 abgeschlossen sein, der Singapur-Betrieb soll im ersten Quartal 2027 eingestellt werden. Nach vollständiger Umsetzung der Maßnahmen bis 2029 erwartet das Unternehmen wiederkehrende jährliche Einsparungen von rund 500 Millionen Euro. Veräußerungsoptionen für die einzelnen Standorte werden geprüft. Die BioNTech Aktie notiert bei 81,05 Euro mit 4,25 Prozent im Minus. 4investors.de als bevorzugte Quelle bei Google festlegen Damit sehen Sie unsere Börsen- und Aktiennews häufiger in Ihren Google-Suchergebnissen.
Hinweis auf Interessenskonflikt(e): Der / die Autor(in) oder andere Personen aus der 4investors-Redaktion halten unmittelbar Positionen in Finanzinstrumenten / Derivate auf Finanzinstrumente von Unternehmen, die in diesem Beitrag thematisiert werden und deren Kurse durch die Berichterstattung beeinflusst werden könnten: BioNTech.
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