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Laiqon will EBITDA stark steigern und dividendenfähig werden: Finanzen werden neu sortiert

30.03.2026 14:37 Uhr - Autor: Michael Barck  auf twitter

Laiqon-CEO Achim Plate. Bild und Copyright: Laiqon.

Laiqon hat in der Nacht zum Montag umfangreiche Pläne zur Neuordnung seiner Finanzierung bekannt gegeben, die zusammen mit vorläufigen Zahlen für das Jahr 2025 heute zudem Thema in einer Investorenkonferenz des Hamburger Vermögensverwalters waren. Operativ wuchsen die verwalteten Vermögen (AuM) des Konzerns 2025 um 53,8 Prozent auf 10 Milliarden Euro – maßgeblich durch die Übernahme des MainFirst-Portfolios mit rund 2,1 Milliarden Euro AuM zum August 2025, das bis Februar 2026 auf 2,6 Milliarden Euro anwuchs. Rund 100 Millionen Euro davon entfallen nach Aussagen von Laiqon-CEO Achim Plate auf Zuflüsse, 400 Millionen Euro auf Wertgewinne.

Das Segment Digital Wealth nähert sich mit 0,95 Milliarden Euro der Marke von einer Milliarde Euro und soll weiter deutlich wachsen. Die White-Label-Partnerschaften in der genossenschaftlichen Finanzgruppe verwalten mittlerweile rund 385 Millionen Euro für mehr als 2.400 Kunden, mit einem monatlichen Zufluss von über 50 Millionen Euro. Man habe hier eine stabile Basis an Zuflüssen gewonnen, so Plate auf der Investorenkonferenz. Die LAIC-Sparte sieht der Manager unterwegs Richtung schwarzer Null beim EBITDA, womit die Finanzierungsphase aus dem Konzerns heraus für LAIC sich dem Ende zuneige. In der Zusammenarbeit mit Amundi solle im Juni der erste KI-gemanagte ETF auf den Markt kommen, ein zweiter könnte noch in diesem Jahr folgen. In dem Bereich erhofft sich Plate auch verstärkt Geschäft im Bereich der Altersvorsorge.

EBITDA soll bis 2028 deutlich steigen
Bei den vorläufigen Finanzkennzahlen für 2025 weist Laiqon einen berichteten Umsatz von rund 35 Millionen Euro aus nach 31 Millionen Euro im Jahr 2024. Pro-forma – also unter Einbeziehung des MainFirst-Portfolios bereits ab Januar 2025 – ergibt sich ein Umsatz von 44,2 Millionen Euro und ein positives EBITDA von 0,7 Millionen Euro. Bei den Erlösen spielen Performance-Fees aktuell keine wesentliche Rolle, 2025 waren es lediglich 2,5 Millionen Euro nach 2,3 Millionen Euro im Jahr zuvor. Das berichtete EBITDA für 2025 lag bei minus 2,9 Millionen Euro, nach Minus 3,8 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum, und war belastet durch einmalige Sonder- und Personalaufwendungen von rund 2,5 Millionen Euro.

Parallel wurde ein Kostensenkungsprogramm gestartet, das die Cost-Income-Ratio bis 2027 auf rund 70 Prozent senken soll. Für 2027 prüft Laiqon zudem den Wechsel der eigenen Aktie vom Marktsegment Scale der Frankfurter Börse in den Prime Standard. Für 2026 peilt Laiqon einen Umsatz zwischen 53 und 58 Millionen Euro an, der bis 2028 auf über 82 Millionen Euro steigen soll. Das EBITDA soll 2026 auf 4,5 bis 7,5 Millionen Euro steigen und 2028 schließlich über 27 Millionen Euro liegen, so die aktuellen Pläne des Hamburger Unternehmens.

Finanzierungspaket soll Akquisitionsphase abschließen
Zur Umsetzung der weiteren Pläne hat Laiqon ein umfassendes Finanzierungspaket beschlossen, vor allem um fällige Kaufpreisraten aus vergangenen Akquisitionen sowie den laufenden Geschäftsbetrieb 2026 abzusichern. Mit dem Paket solle die Phase der Akquisitionen weitgehend abgeschlossen werden, aus der MainFirst der „Gamechanger” für Laiqon sei, so Plate. Er wolle zukünftige Zukäufe zwar nicht ausschließen, sieht diese aktuell für die Jahre 2026 und 2027 aber nicht. Man wolle sich auf das organische Geschäft fokussieren, sagt der Manager in der Investorenkonferenz. Ziel bleibt weiter die Dividendenfähigkeit von Laiqon.

Kernstücke der Umfinanzierung sind Debt/Equity-Swaps, eine neue Anleihe und Kapitalerhöhungen. Nach Abschluss der Finanzierungsschritte soll sich das Fremdkapital der Gesellschaft um bis zu 2 Millionen Euro und das Eigenkapital um bis zu 9,5 Millionen Euro erhöht haben. Zu den Maßnahmen gehören unter anderem eine Barkapitalerhöhung ohne Bezugsrecht der Altaktionäre um bis zu 2,35 Millionen Anteilscheine zu 4,30 Euro je Laiqon Aktie sowie die Emission einer neuen Unternehmensanleihe 2026/2031 mit einem Volumen von bis zu 20 Millionen Euro und einem Zinssatz von 6,50 Prozent. Die Anleihe soll bei institutionellen Investoren platziert werden. Für beide Emissionen liegen bereits Zeichnungszusagen von insgesamt 11 Millionen Euro vor, ein weiterer 5 Millionen Euro schwerer Beitrag eines potenziellen Investors ist in fortgeschrittenen Gesprächen und zudem durch eine Ausfallgarantie über 3,5 Millionen Euro seitens eines Bestandsaktionärs von Laiqon zum überwiegenden Teil abgesichert.

Im Rahmen der Transaktion sollen darüber hinaus bestehende Wandelschuldverschreibungen im Volumen von rund 16 Millionen Euro durch einen Umtausch teils in die neue Anleihe, teils in Aktien zu einem noch festzulegenden Ausgabekurs - das Unternehmen hofft auf mehr als 6 Euro - der neuen Anteilscheine abgelöst werden, was die Eigenkapitalbasis um rund 9,5 Millionen Euro stärken soll. „Die finalen Rückzahlungen der restlichen Wandelschuldverschreibungen 2023 im Jahr 2027 und 2028 sollen aus dem operativen Cashflow erfolgen”, so Laiqon. Das Volumen der Unternehmensanleihe 2025/2030 würde sich zudem auf 7,8 Millionen Euro verringern. Alles in allem rechnet Laiqon damit, dass die Zinslast pro Jahr nach den Transaktionen um 0,11 Millionen Euro steigen werde.

An der Börse sorgen die Nachrichten heute für keine ungewöhnlichen Kursbewegungen bei dem volatilen Finanztitel: Die Laiqon Aktie notiert auf XETRA am frühen Nachmittag bei 4,16 Euro mit 3,26 Prozent im Minus, intraday wurden bisher Kurse zwischen 4,11 Euro und 4,31 Euro verzeichnet.







Hinweis auf Interessenskonflikt(e): Der / die Autor(in) oder andere Personen aus der 4investors-Redaktion halten unmittelbar Positionen in Finanzinstrumenten / Derivate auf Finanzinstrumente von Unternehmen, die in diesem Beitrag thematisiert werden und deren Kurse durch die Berichterstattung beeinflusst werden könnten: Laiqon AG.

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