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Smartbroker Holding: „Wir werden in den kommenden Monaten echte Innovationen zeigen können“

11.03.2026 07:25 Uhr - Autor: Johannes Stoffels  auf twitter

Smartbroker-CEO und Gründer Andre Kolbinger. Bild und Copyright: Smartbroker.

Beim Smartbroker+ hat man 2026 viel vor. Die Zahl der Kunden soll deutlich gesteigert werden, viele neue Features sollen integriert werden. Smartbroker-Gründer Andre Kolbinger setzt dabei stark auf den weiteren Ausbau der IT. Im Gespräch mit unserer Redaktion erläutert er den strategischen Fokus im neuen Jahr und erklärt, welche Zielgruppen die Berliner erschließen wollen. Die Prognose für 2026 ist ebenso ein Thema wie das kommende Altersvorsorgedepot. Dieses kann für starke Impulse sorgen. Angesprochen werden im Interview auch der Aspekt „payment for order flow“ sowie die Ziele bis 2030.

4investors.de: Künftig wird der Payment for Order Flow keine Umsätze mehr erbringen. 2025 wurden dadurch 11 Millionen Euro Umsatz generiert. Sie sagen, dass durch Kosteneinsparungen die wegfallenden Erlöse fast kompensiert werden. Welche Kosten sind damit gemeint?

Kolbinger: Das sind vor allem die Kosten für die Abwicklung von Trades.

4investors.de: Bei allen Einsparungen: Werden die Kunden davon etwas merken? Werden sie die Gebühren anheben?

Kolbinger: Wir werden alle Handelsplätze weiterhin zu den gleichen Gebühren wie bisher anbieten. Die Kunden werden also keine Veränderungen haben.

4investors.de: 2026 soll es einen Schwerpunkt auf die Gewinnung neuer Kunden geben. Dafür wird das Marketingbudget deutlich auf mehr als 12 Millionen Euro erhöht. Wo wollen sie ansetzen, um mehr Kunden zu gewinnen?

Kolbinger: Wir waren bisher im Marketing schon recht gut, aber keinesfalls „perfekt“. Es gibt immer Möglichkeiten, Dinge besser zu machen. Bisher waren wir im ganzen Bereich des paid Social Media Marketings nicht wirklich gut aufgestellt. Das wollen wir 2026 verbessern. Zudem werden wir einige Kanäle ausbauen, die wir bisher nur mit wenig Budget bedacht hatten.

4investors.de: Worauf legen sie 2026 ihren strategischen Fokus?

Kolbinger: Bei uns dreht sich eigentlich alles um drei Themenfelder. Wir werden das Produkt weiter ausbauen und verbessern. Wir werden die internen Prozesse optimieren und wir werden das Marketing hochfahren.

Alle drei Themenfelder sind kein Sprint sondern ein Marathon und es bedarf dazu vieler kleiner Schritte. Mit unserem Produkt adressieren wir bisher zum Beispiel folgende Zielgruppen noch nicht: Junior Depots, Altersvorsorge Depots, Firmendepots und Schweizer Kunden. Wir arbeiten in 2026 an all diesen Themen. Zudem werden wir die Website deutlich ausbauen und generell viele neue Funktionen und Inhalte in der App und der Website einführen.

4investors.de: Welche Fortschritte bringt 2026 für die Kunden ihres Online-Brokers hinsichtlich neuer Features?

Kolbinger: Wir haben viele Themen in Arbeit. Die Fertigstellung lässt sich aber nicht immer genau terminieren. Wir arbeiten u.a. an Performance Charts, besseren Dividendendaten, deutlich mehr Content in der App, Personalisierung des Contents, Lastschriftenfunktion sowie an Vollmachten Funktionen.

4investors.de: Welche Gründe sprechen neben dem Preis für den Smartbroker+?

Kolbinger: Ein guter Broker / Neobroker definiert sich bei weitem nicht „nur“ über den Preis. Wir glauben, dass das Gesamtpaket bestehend aus Preis, breitem Produktspektrum, vielen Funktionen, modernem Produkt und gutem Service ein Gesamtbild ergibt.

4investors.de: Ihr Mitbewerber Scalable hat mit der Börse Hannover die European Investors Exchange gegründet. Gibt es bei ihnen ähnliche Überlegungen?

Kolbinger: Nein, das steht bei uns nicht auf der Tagesordnung. Solche Überlegungen haben wir nicht.

4investors.de: Sie rechnen 2026 mit einem minimalen Umsatzplus auf 69,5 Millionen Euro. Das EBITDA nach Kundenakquisitionskosten soll sich von -0,1 Millionen Euro auf -1,5 Millionen Euro bis +1,5 Millionen Euro verändern. Wenn man ihre aktuelle Prognose für 2026 als eher enttäuschend bezeichnen würde, würden sie dem zustimmen?

Kolbinger: Für jemanden, der vielleicht auf maximale Gewinne gewartet hat, stimmt das vielleicht. Für mich als Hauptgesellschafter kann ich sagen, dass ich, soweit man das als Unternehmer sein kann, sehr zufrieden bin. Wir haben ein topmodernes Produkt und bauen dieses schnell aus. Wir werden in den kommenden Monaten echte Innovationen zeigen können. Dies wird das Kundenwachstum auf Jahre festigen.

Es wird sich in den kommenden Monaten in der Branche sehr viel tun. Die Einführung des Altersvorsorgedepots wird einen nachhaltigen und sehr großen Einfluss haben. Wir sind in diesem Umfeld einer der Anbieter, der KI stark einsetzen wird, um mit der eigenen IT und dem Einsatz von KI schnell innovative Produkte zu entwickeln. Das birgt enorme Chancen. Die eigene IT ist das alles Entscheidende in den kommenden Jahren.

4investors.de: Starke Impulse kann es durch das Altersvorsorgedepot geben, das am 1. Januar 2027 starten könnte. Wie kann ihre Gesellschaft davon profitieren?

Kolbinger: Wird das Gesetz so beschlossen, wie es aktuell diskutiert wird, dann erwarten einige Fachleute in der Branche ein Volumen von 30 Millionen bis 40 Millionen neue Depots in den kommenden fünf bis acht Jahren. Das ist enorm.

Wir haben aktuell eine Aktionärsquote in Deutschland von ca. 20 Prozent. Diese Zahl dürfte nachhaltig und deutlich steigen. Das ist gut für Smartbroker und es ist auch gut für unsere Medienportale und das Werbegeschäft allgemein.

4investors.de: Phantasieren wir ein wenig: Wie viel zusätzlichen Umsatz, wie viele zusätzliche Kunden kann so ein Altersvorsorge-Gesetz bringen?

Kolbinger: Ich würde dazu gerne abwarten, in welcher Ausprägung das Gesetz genau beschlossen wird. Wenn es so beschlossen werden würde, wie aktuell formuliert, dann können bundesweit 30 Millionen bis 40 Millionen Depots neu eröffnet werden. Diese werden aber im Durchschnitt wohl weniger aktiv sein als die bisherigen Depots. Ich denke, es besteht eine echte Chance, dass die Aktionärsquote damit mittelfristig wie auch schon in den USA und Schweden nach der Einführung der steuerlichen Förderung auf mehr als 40 Prozent oder gar 50 Prozent steigen kann. Diese Auswirkung wäre also enorm.

4investors.de: Für die kommenden Jahre haben sie sich ambitionierte Ziele gesetzt. Statt 100.000 Neukunden pro Jahr sollen es 130.000 Euro sein. Worauf gründet dieser Optimismus?

Kolbinger: Der Markt hat in Deutschland eine Größe von ca. 15 Millionen Kunden. Aktuell und ohne Vorsorgedepot. Diese haben schon heute mehr als 30 Millionen Depots. Viele Kunden suchen nach neuen Angeboten, besseren und innovativeren Produkten. Genau so ein Produkt haben wir.

Zudem werden jedes Jahr rund 700.000 Menschen 18 Jahre alt. Die jüngeren Menschen tendieren zu den neueren, moderneren Anbietern. Unsere Investitionen in IT, die wir in 2026 und fortlaufend nochmal erhöhen um ca. 4 Millionen Euro, sind ein wichtiger Baustein, damit wir in der Weiterentwicklung des Produktes echte Innovationen und USPs umsetzen können. Wer die Innovationen hat, der bekommt auch leichter neue Kunden.

4investors.de: Planen sie, die Expansion auch mittels Kapitalerhöhung zu finanzieren?

Kolbinger: Das Wachstum von 100.000 Kunden in 2026 und 130.000 Kunden p.a. in den Folgejahren können wir mit dem vorhandenen Kapital finanzieren.

4investors.de: Wann könnte der Smartbroker die Grenze von 1 Million Kunden überschreiten?

Kolbinger: Die Entwicklung zeigt, dass es manchmal schneller geht, als man geplant hat. Anbieter, die mit dem richtigen Produkt zur richtigen Zeit am Markt sind, haben in manchen Phasen enorm profitiert und viel mehr Neukunden gewonnen, als sie ursprünglich geplant hatten. Solche Phasen gab es zuletzt 2020 und 2021 zur Corona Zeit. Unser Fokus liegt darauf, das beste Produkt für aktive Investoren und Trader zu bauen. Da kann man tatsächlich noch vieles verbessern. Der „Rest“ ergibt sich und ist stark von den Märkten abhängig.

4investors.de: Laut mittelfristiger Planung wollen sie 2030 einen Umsatz von 130 Millionen Euro und ein EBITDA von 44 Millionen Euro realisieren. Ist ihre Aktie bei solchen Perspektiven unterbewertet?

Kolbinger: Ich würde das so sehen und habe ja auch in 2025 noch zugekauft. Das werde ich auch tendenziell weiterhin tun.

4investors.de: Rolf Deml, Chef der Börse Düsseldorf, hat jüngst beklagt, dass es zu wenig Finanzbildung bei jungen Leuten gibt. Dies sind ja auch ihre Kunden der Zukunft. Wäre es eine Idee, sich in diesem Bereich zu engagieren?

Kolbinger: Das ist ein Teil unserer Themen, die wir ab 2026 umsetzen wollen. Wir bauen unseren Content auf den Finanzportalen bereits seit drei Jahren stark aus. Im vergangenen Jahr haben wir angefangen, die Redaktion von Smartbroker+ auszubauen. Das setzen wir weiter fort und werden in den kommenden Jahren viele Education Inhalte produzieren. Der Einsatz von KI ermöglicht da vieles, was noch vor zwei oder drei Jahren nicht denkbar war.



Hinweis auf Interessenskonflikt(e): Der / die Autor(in) oder andere Personen aus der 4investors-Redaktion halten unmittelbar Positionen in Finanzinstrumenten / Derivate auf Finanzinstrumente von Unternehmen, die in diesem Beitrag thematisiert werden und deren Kurse durch die Berichterstattung beeinflusst werden könnten: Smartbroker Holding AG.

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