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BioNTech-Gründer Sahin und Türeci verlassen das Unternehmen - Aktie stürzt ab

10.03.2026 12:30 Uhr - Autor: Michael Barck  auf twitter

BioNTech-Zentrale in Mainz. Bild und Copyright: BioNTech.

BioNTech-Mitgründer Ugur Sahin und Özlem Türeci werden das von ihnen aufgebaute Unternehmen bis Ende 2026 verlassen, um ein neues Biotechunternehmen mit Fokus auf mRNA-Technologien der nächsten Generation zu gründen. BioNTech will relevante mRNA-Rechte und -Technologien einbringen und dafür eine Minderheitsbeteiligung sowie Meilenstein- und Lizenzzahlungen erhalten. Eine bindende Vereinbarung wird bis Mitte 2026 erwartet. Der Aufsichtsrat hat die Nachfolgesuche bereits eingeleitet.

Sahin kommentierte den Schritt als bewusste Weichenstellung: „Für uns ist jetzt der richtige Zeitpunkt, die Übergabe des Staffelstabs vorzubereiten." Es wäre das dritte Biotechunternehmen, das die beiden Gründer nach Ganymed Pharmaceuticals (2001) und BioNTech (2008) ins Leben rufen.

An der Börse wird der Schritt dagegen mit einem heftigen Kurssturz quittiert, die BioNTech Aktie notiert bei 72,80 Euro mit 17 Prozent im Minus.

Verlust gestiegen
Parallel dazu legte das Unternehmen vorläufige Zahlen für 2025 vor: Der Umsatz stieg leicht auf 2,87 Milliarden Euro nach 2,75 Milliarden Euro im Vorjahr. Der Nettoverlust weitete sich jedoch auf 1,14 Milliarden Euro aus, nach minus 665 Millionen Euro im Vorjahr, und ist damit höher als von Analysten erwartet ausgefallen. Bereinigt fiel ein Verlust von 117 Millionen Euro an – nach einem bereinigten Gewinn von 122 Millionen Euro im Jahr 2024.

Im vierten Quartal brach der Umsatz auf 907 Millionen Euro ein, nach 1,19 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum. Ursache ist der nachlassende Absatz von COVID-19-Impfstoffen. Der bereinigte Nettoverlust im Schlussquartal betrug 79,5 Millionen Euro, nach einem bereinigten Gewinn von 432 Millionen Euro im vierten Quartal 2024. Für 2026 erwartet BioNTech einen weiteren Umsatzrückgang auf 2,0 bis 2,3 Milliarden Euro, bei steigenden bereinigten Forschungskosten von 2,2 bis 2,5 Milliarden Euro nach 2,02 Milliarden Euro im Vorjahr. Als Puffer dient eine Liquiditätsreserve von 17,2 Milliarden Euro.

Strategisch setzt BioNTech auf den Ausbau der Onkologie-Pipeline: Bis Ende 2026 sollen 15 laufende Phase-3-Studien aktiv sein, darunter Immunmodulatoren, Antikörper-Wirkstoff-Konjugate und mRNA-Krebstherapien. Im Mittelpunkt steht der bispezifische Immunmodulator Pumitamig, für den in Kooperation mit Bristol Myers Squibb acht globale Phase-3-Studien geplant sind.

Aktuelle Nachrichten und Analysen zu Biotech-Unternehmen finden Sie auf unserer Themenseite zu Biotech-Aktien.



Hinweis auf Interessenskonflikt(e): Der / die Autor(in) oder andere Personen aus der 4investors-Redaktion halten unmittelbar Positionen in Finanzinstrumenten / Derivate auf Finanzinstrumente von Unternehmen, die in diesem Beitrag thematisiert werden und deren Kurse durch die Berichterstattung beeinflusst werden könnten: BioNTech.

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