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Euroland: Versöhnlicher Jahresabschluss - Nord LB

30.01.2026 13:24 Uhr - Autor: Kolumnist  auf twitter

Europäische Zentralbank in Frankfurt am Main. Bild und Copyright: nitpicker / shutterstock.com.

Heute Vormittag hat das Europäische Statistikamt eine erste Schnellschätzung zur Wirtschaftsentwicklung im Euroraum für das vierte Quartal veröffentlicht. Demnach setzte sich das solide Wachstumstempo der Vorquartale im Herbst fort. Der Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts blieb real und saisonbereinigt mit 0,3% Q/Q auf Vorquartalsniveau, auch die Jahresrate blieb gegenüber dem Vorquartal mit 1,3% unverändert. Die Daten liegen eher auf der oberen Seite der Erwartungen. Angesichts der multiplen Schwierigkeiten, denen sich die Wirtschaft ausgesetzt sieht und der nicht nachlassenden Unsicherheit ist das durchaus eine ermutigende Entwicklung.

Das Wachstum im Euroraum wurde erneut von den südlicheren Ländern gestützt, das Zentrum holt aber inzwischen auf. Obwohl die nationalen Statistikämter in der ersten Schnellschätzung nur wenige Details nennen, scheint die Dynamik der Binnennachfrage Fahrt aufzunehmen. Unter den großen Volkswirtschaften konnte Spanien wieder positiv überraschen und blieb mit einer Wachstumsrate von 0,8% Q/Q Spitzenreiter. Frankreichs Wachstum prallte hingegen von der Dynamik des Vorquartals auf 0,2% Q/Q zurück. Da nicht zu erwarten war, dass sich die Einmaleffekte aus der Verbuchung von Großaufträgen wie im dritten Quartal wiederholen würden, war das aber keine Überraschung. Über den Erwartungen lag auch das Wachstum der italienischen und der niederländischen Wirtschaft mit einem Plus von 0,3% Q/Q bzw. 0,5% Q/Q.

Aus Deutschland ergab die erste Schätzung für das vierte Quartal ein Wachstum von 0,3% Q/Q. Damit bestätigt sich die erste Schätzung für das Gesamtjahr 2025. Das lag ebenfalls leicht über den Erwartungen. Gestützt wurde das Wachstum vom privaten und staatlichen Konsum. Die deutsche Wirtschaft bleibt damit auf Kurs und kehrt in die Wachstumszone zurück.

Die nun vorliegenden Zahlen für das Wachstum der Eurozone im vierten Quartal stellen sich insgesamt eher positiv in den Verlauf des Gesamtjahres 2025. Dabei waren die ersten beiden Quartale spürbar beeinflusst von den Zoll-Eskapaden des gerade vereidigten US-Präsidenten, mit starken Vorzieheffekten am Anfang und einem dann aber geringer als befürchtet ausgefallenen Rückprall im zweiten Quartal. Anschließend konnte sich das Wachstum sehr solide stabilisieren und im Berichtsquartal deutet sich nun eine Zunahme des Wachstums an.

Auf eine Fortsetzung der positiven Dynamik deuten auch die Stimmungsindikatoren im Januar 2026. Das galt zuletzt nicht mehr nur für den Dienstleistungsbereich, sondern auch für die Industrie und das verarbeitende Gewerbe sowie den Konsum. Die gelockerte Geldpolitik der EZB und die expansive Fiskalpolitik in Deutschland balancieren also zunehmend das in vielen Bereichen durch Unsicherheiten und Disruptionen geprägte Umfeld.



Für die Währungshüter in Frankfurt ergeben sich aus den heutigen Daten keine Handlungsnotwendigkeiten. Insbesondere die Diskussion um eine weitere Lockerung der Geldpolitik aufgrund des Erstarkens des Euro dürfte nun erst einmal vom Tisch sein.

Fazit: Das Wachstum in der Eurozone hat sich im vierten Quartal 2025 mit einem Plus von 0,3% Q/Q (1,3% Y/Y) erneut von seiner robusten Seite gezeigt. Einzelne Länder wie Spanien oder die Niederlande konnten sogar erneut positiv überraschen. Angesichts der multiplen Schwierigkeiten, denen sich die Wirtschaft ausgesetzt sieht und der nicht nachlassenden Unsicherheit ist das durchaus eine ermutigende Entwicklung. Die Lockerung der Geldpolitik mit niedrigeren Zinsen, steigende Reallöhne sowie die expansive Fiskalpolitik Deutschlands kommen zunehmend in der Realwirtschaft an. Für das Neue Jahr sind das gute Voraussetzungen. Mit Blick auf die Geldpolitik der EZB ergeben sich aus den heutigen Daten keine Handlungsnotwendigkeiten. Insbesondere die Diskussion um eine weiter Lockerung der Geldpolitik aufgrund des Erstarkens des Euro dürfte nun erst einmal vom Tisch sein.

Disclaimer: Dieser Text ist eine Kolumne der Nord LB. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!





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