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Börse am Morgen: Gold, Immobilien-Aktien, Inflation, FOMC - Nord LB

17.03.2025 08:49 Uhr - Autor: Kolumnist  auf twitter

Gold ist so teuer wie nie zuvor. Bild und Copyright: ijp2726 / shutterstock.com.

Mit 2,6% liegt die nach einheitlichen europäischen Standards berechnete deutsche Inflationsrate derzeit noch deutlich über der EZB-Zielmarke von 2,0%. Ein starker Anstieg bei den Lebensmittelpreisen im Februar hat einem Rückgang der Teuerung diesmal einen Strich durch die Rechnung gemacht. Mit 2,4% verteuerten sich Nahrungsmittel nämlich viel stärker als noch zu Jahresbeginn (+0,8%). Entspannungssignale senden hingegen die Energiepreise. Laut Statistischen Bundesamt verbilligten sich Strom (-3,0%), Brennholz, Holzpellets oder andere Brennstoffe (-5,0%) und leichtes Heizöl (-6,9%). Dienstleistungen kosteten im Schnitt aber rd. 3,8% mehr. Hier erhöhten sich die Kosten teilweise sogar zweistellig (kombinierte Personenbeförderung (+11,4%), soziale Einrichtungen (+10,4%)). Auch bei Versicherungen (+9,4%) oder der Wartung und Reparatur von Fahrzeugen (+5,6%) mussten die Verbraucher deutlich mehr bezahlen.

Robert Holzmann (Chef der österreichischen Notenbank) befürwortet in diesem Umfeld eine Zinspause im April. Zölle, die bevorstehende Änderung der deutschen Schuldenregeln sowie eine europ. Aufrüstung besitzen das Potenzial, die Inflation „unter Umständen“ zu erhöhen. Holzmann ist ein Falke im EZB-Rat und vertritt die Ansicht, dass die Europäische Zentralbank mit ihren Leitzinsen bereits ein neutrales Niveau erreicht hat. Die nächste EZB-Sitzung mit Zinsentscheid ist für den 17. April terminiert.

Wochenausblick
Diese Woche stehen auf der FOMC-Sitzung am Mittwoch die Unklarheiten im Hinblick auf die US-Handelspolitik und die damit verbundenen Unsicherheitsfaktoren einmal mehr im Mittelpunkt. Von Seiten der jüngsten Inflationszahlen bleibt der Fed zunächst akuter Handlungsdruck weitgehend erspart, womit sich am Mittwoch keine Änderung am Leitzinsniveau abzeichnet. Konjunkturdatenseitig wird am Montag auf die Einzelhandelsumsätze in den USA geblickt, am Dienstag in Deutschland auf die vom ZEW erhobenen Stimmungsindikatoren. Interessant wird dabei das Ausmaß der Durchschlagskraft des noch in den alten Bundestag eingebrachten Fiskalpakets beim Stimmungsbild unter Finanzmarktexperten. Mit der Bank of England (Donnerstag) und der Bank of Japan (Mittwoch) stehen darüber hinaus zwei weitere wichtige Zinsentscheide an.

Renten- und Aktienmärkte
Die am Freitag letzter Woche erzielte politische Einigung hinsichtlich neuer Schulden verliehen dem DAX frischen Aufwind. Im Tagesverlauf konnte der Leitindex sogar wieder auf über 23.000 Punkte zulegen. Deutsche Nebenwerte (MDAX) standen dabei besonders in der Gunst der Anleger. Auch der Kleinwerte-Index SDAX zog an. Wo Licht ist, gibt es natürlich auch Schatten. Nicht alle Aktien profitieren von dem geplanten riesigen Finanzpaket.



Verlierer waren zum Ende der Woche die deutschen Immobilienwerte. Während der Rentenmarkt schon in den Tagen zuvor spürbar nervös mit steigenden Renditen reagierte, folgt jetzt auch die Entwicklung bei den Bauzinsen. Hypothekenzinsen mit 10-jähriger Zinsbindung notieren derzeit bei durchschnittlich rd. 3,69% (dies korrespondiert mit einem Anstieg von 33 Basispunkten innerhalb von nur einer Woche). Immoscout24-Chefin Crockford rechnet in den nächsten Wochen sogar mit einem Anstieg auf über 4%. Diese Rendite können Anleger bei einem Investment in 10- jährige italienische Staatsanleihen bereits heute einstreichen (BTPs: 4,00%). Bei deutschen Bunds gibt es bei gleicher Laufzeit derzeit 2,88% (noch vor einem Monat lag die Rendite hier 43 Basispunkte niedriger). Schulden laufen halt nicht weg. Schulden müssen zurück bezahlt werden. Und Fremdkapital wird teurer.

DAX +1,86%; MDAX +2,44%; TecDAX +1,89%; Dow +1,65%; S&P 500 +2,13%; Nasdaq Comp. +2,61%.

Unternehmen
Der Sanierungskurs bei der Deutschen Bahn schreitet voran. Der hochverschuldete Konzern macht weniger Verlust (rd. EUR 1,0 Mrd. weniger als im Vorjahr). Im operativen Geschäft liegt das Minus aber immer noch bei rd. EUR 330 Mio.

Devisen und Rohstoffe
Der Euro profitierte zum Wochenschluss ggü. dem US-Dollar von dem zukünftigen deutschen Schulden-Wumms und wertete auf.

Gold ist so teuer wie nie zuvor. Das gelbe Edelmetall wird in Zeiten von Inflation, eskalierenden Zolldrohungen und zunehmenden Konjunktursorgen seinem Namen als Krisenwährung mehr als gerecht. Am vergangen Freitag übersprang der Preis für die Feinunze erstmalig die USD 3 000er-Marke. Mit einem Wertzuwachs von 38,59% innerhalb von 12 Monaten ist die Performance beachtlich. Zum Vergleich: der dt. Leitindex hat im gleichen Zeitraum „lediglich“ 28,16% zugelegt.

Disclaimer: Dieser Text ist eine Kolumne der Nord LB. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

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