Zwischen Hoffen und Bangen - Börse München
14.02.2022 09:58 Uhr - Autor: Robert Ertl auf twitter
Die deutschen Aktienmärkte haben die vergangene Woche uneinheitlich beendet. Im Wochenverlauf wechselten sich Hoffnungen, die vorangegangenen Kursverluste aufgrund der erwarteten Straffung der Geldpolitik könnten zu hoch ausgefallen sein, mit erneut aufkommenden Ängsten vor eben dieser Straffung ab. Den Wendepunkt zwischen diesen beiden Haltungen setzten am vergangenen Donnerstag Daten zur Inflation in den USA, die stärker als prognostiziert zugelegt hatte. Waren zuvor Stimmung und Risikoneigung der Marktteilnehmer gestiegen, übernahmen ab da zusehends wieder Zinsängste das Ruder. Während sich Standardwerte der sogenannten Old Economy noch vergleichsweise gut hielten, büßten wachstumsorientierte Werte vor allem aus dem Technologiebereich deutlich ein. Die Anleger sehen hier in den möglichen höheren Finanzierungskosten ein Risiko. Der Deutsche Aktienindex (Dax), der in der Vorwoche noch überdurchschnittlich schwach abgeschnitten hatte, gewann im Wochenvergleich 2,2 Prozent auf 15.425,12 Punkte. Der MDax verbesserte sich um 1,0 Prozent auf 33.403,54 Zähler. Der TecDax dagegen verlor 2,0 Prozent auf 3.339,57 Punkte. Der m:access All-Share gab 0,2 Prozent ab auf 2.760,40 Zähler. Automobilwerte, die in der Woche zuvor noch deutliche Verluste hatten hinnehmen müssen, präsentierten sich in der vergangenen Woche als große Gewinner im Dax. Hierzu trugen sowohl Hoffnungen auf eine konjunkturelle Erholung als auch gut aufgenommene Unternehmenszahlen bei. Im Dax legten Daimler auf Wochensicht um 5,5 Prozent zu, BMW um 3,4 Prozent, Volkswagen um 3,8 Prozent und Porsche Holding kletterte um 11,1 Prozent. Eine schwarze Woche erlebten dagegen die Anleger von Delivery Hero, nach einem mit Enttäuschung aufgenommenen Ausblick stürzte der Kurs auf Wochensicht um 37,3 Prozent ab. Die US-Aktienbörsen haben in der vergangenen Woche Verluste verzeichnet. Dabei verdarb vor allem ein sehr schwacher Wochenausklang die Wochenbilanz. Am Freitag ließen vor allem Befürchtungen vor einer Eskalation der Lage in der Ukraine die Anleger verkaufen, die unerwartet stark gestiegene Inflation trug das ihre zur schlechten Stimmung bei. Der Dow-Jones-Index gab im Wochenvergleich um 1,0 Prozent auf 34.738,06 Punkte nach. Der breiter gefasste S&P-500-Index rutschte um 1,8 Prozent ab auf 4.418,64 Zähler. Der technologielastige Nasdaq-100-Index fiel um 3,0 Prozent auf 14.253,84 Punkte. Wie hierzulande litten auch in den USA Technologiewerte besonders unter den Sorgen vor steigenden Zinsen. Ausblick In der aktuellen Woche dürfte sich die seit Jahresbeginn herrschende Unruhe an den deutschen Aktienbörsen fortsetzen. Neben dem Über-Thema „Geldpolitische Straffung und Zinsanhebungen“ kommt die Situation in der Ukraine als Nervosität-erhöhender Faktor dazu. Zu Ende der Vorwoche hatten die US-Börsen nach Befürchtungen einer Eskalation merklich nachgegeben, dies könnte zumindest zu Wochenbeginn auch hierzulande die Kurse belasten. Wie groß der Druck von dieser Seite im weiteren Wochenverlauf werden wird, dürfte dann von der Nachrichtenlage abhängen. In Puncto Geldpolitik wiederum dürften die Marktteilnehmer einerseits auf anstehende Preisdaten, andererseits auf das Protokoll der vergangenen Sitzung der US-Notenbank blicken. Von Letzterem erhoffen sie sich Hinweise auf Tempo und Umfang der geldpolitischen Reaktionen auf die aktuell hohe Inflation. Daneben dürften Konjunkturdaten Impulse für das Handelsgeschehen liefern. Aus den USA stehen dabei vor allem die Einzelhandelsumsätze im Fokus, hierzulande dürften vor allem den ZEW-Konjunkturerwartungen mit Spannung entgegengeblickt werde. Auch von Unternehmensseite gibt es in den kommenden Tagen Neues, hier nimmt die Berichtssaison ihren weiteren Lauf. Aus dem Dax legen dabei Airbus, Allianz, MTU und Sartorius Zahlen vor, auch aus der zweiten und dritten Börsenreihe gewähren Unternehmen Einblicke in ihre Bücher. Ausgewählte wichtige Termine der Woche Dienstag, 15.02.: ZEW-Konjunkturerwartungen (Deutschland); Verbraucherpreise in Deutschland; Bruttoinlandsprodukt der Eurozone; Erzeugerpreise in den USA; New York Empire State Produktionsindex (USA); Bruttoinlandsprodukt Japans Autor: Dr. Robert Ertl, Vorstand der Bayerischen Börse AG Disclaimer: Dieser Text ist eine Kolumne der Bayerischen Börse AG. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!
Die Kurse an den deutschen Anleihemärkten haben in der vergangenen Woche erneut merklich nachgegeben. Die zunehmenden Spekulationen, die Straffung der Geldpolitik in den USA und auch in der Eurozone werde deutlicher ausfallen als ohnehin befürchtet, ließen die Notierungen der Bundespapiere weiter sinken. In der Folge zog die Rendite der richtungsweisenden zehnjährigen Bundesanleihe trotz zeitweiliger Gegenbewegungen im Wochenvergleich von 0,20 auf 0,29 Prozent an. Die Umlaufrendite stieg von 0,04 auf 0,14 Prozent.
Mittwoch, 16.02.: Industrieproduktion in der Eurozone; Einzelhandelsumsätze in den USA; Protokoll der vergangenen Ratssitzung der US-Notenbank; Industrieproduktion in den USA; Verbraucherpreise in China
Donnerstag, 17.02.: Philadelphia Fed Herstellungsindex (USA); Baubeginne und -genehmigungen in den USA; Einzelhandelsumsätze in China
Freitag, 18.02.: Verbrauchervertrauen in der Eurozone; Verkäufe bestehender Häuser in den USA
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