windeln.de: Im Rausch der Börse - BÖAG Kolumne
09.06.2021 16:26 Uhr - Autor: Kolumnist auf twitter
Im Rausch der Börse. So titelt es diese Woche auf dem Cover des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel”. In der Topstory wird eine gesellschaftliche Entwicklung beleuchtet, die absolut unterschiedlich wahrgenommen werden kann: Die einen sehen das Aufblühen einer bisher unterentwickelten deutschen Aktienkultur und des eigenverantwortlichen Vermögensaufbaus durch demokratisierten Kapitalmarktzugang mit Hilfe smarter Apps und niedriger Kosten in zinslosen Zeiten. Für die anderen ist es das Vorspiel zur Finanzmarkt-Apokalypse als Ausprägung eines enthemmten Kapitalismus, befeuert aus der Scheinwelt sozialer Medien inklusive neuer Betrugsmaschen und mit deutlichen Zügen von Spielsucht sowie Kontrollverlust. Aber überhaupt: Gilt die für eine überraschend breite mediale Berichterstattung zum sonstigen Nischenthema Börse nicht immer noch der "Bildzeitung-Indikator" als Vorzeichen für den nächsten großen Börsencrash? Disclaimer: Dieser Text ist eine Kolumne der BÖAG Börsen AG, der Trägergesellschaft und Betreiberin der Wertpapierbörsen Hamburg, Hannover und Düsseldorf. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!
Vielleicht gelten aber inzwischen neue Phänomene, die den Zenit einer Euphoriewelle ankündigen: Am Wochenanfang zündete eine fragwürdige Kursrakete mit Flugrichtung "to the moon": Der bisherige Pennystock Windeln.de vervielfachte sich seit dem plötzlich bei hohen Umsätzen und ohne fundamentale Nachrichten. Schon am Montag analysierte 4investors die teils dubiosen Hintergründe, aber als "das deutsche Gamestop" hat sich die Kursentwicklung dieses ersten nationalen "Meme-Stock" von der Realität schon abgekoppelt. Weitere solche Werte folgen bereits. Doch Weltraumexpeditionen tragen ein hochexplosives Risiko und man muss hoffen, dass der Rausch nur mit einem Kater endet und keine schlimmeren Schäden anrichtet.
Autor: Thomas Strelow, Börse Düsseldorf
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