MS Industrie: Neue Phantasie für den Kurs der Aktie
26.05.2021 08:00 Uhr - Autor: Johannes Stoffels auf twitter
Wer von MS Industrie spricht, hat es eigentlich mit zwei Unternehmen zu tun. Einerseits gibt es die MS Powertrain Technology Group, andererseits existiert die MS Ultrasonic Technology Group. Ergänzt wird dies zudem von Beteiligungen an GCI Management, EMGR, Beno Holding und b&p. Hier liegt der Anteil jeweils bei weniger als 20 Prozent. 2018 machte MS Industrie einen Umsatz von rund 280 Millionen Euro, dann kamen ein Verkauf in den USA und Corona. Somit schrumpfte der Umsatz bis 2020 auf 164 Millionen Euro. Für 2021 rechnet Andreas Aufschnaiter, Vorstand von MS Industrie, auf einer Montega Connect Konferenz wieder mit einem Umsatzplus. 180 Millionen Euro oder etwas mehr sollen es im laufenden Jahr werden. 2022 soll die Marke von 200 Millionen Euro erreicht werden, 2023 sollen 220 Millionen Euro möglich sein. In den kommenden Jahren soll es nicht nur beim Umsatz sondern auch bei der Marge wieder bergauf gehen. Zunächst sollen 5 Prozent bis 6 Prozent EBIT-Marge machbar sein, später will man die 6 Prozent überschreiten. Dafür hat das Unternehmen in Corona-Zeiten die Weichen gestellt. Man hat an den Kosten gearbeitet, die Strukturen wurden vereinfacht. Außerdem wurde die Zahl der Mitarbeiter von über 1.000 auf rund 720 reduziert. Wachsen möchte die Gesellschaft vor allem organisch. Das Thema M&A steht nicht mehr ganz oben auf der Agenda. Zuletzt hat man sich intensiv umgeschaut und mehrere Due Diligence Prozesse durchgeführt. Letztlich war aber nichts passendes dabei. Entweder war der Preis zu hoch oder das Kulturelle hat nicht übereingestimmt. Somit stehen zunächst höchstens kleinere Deals bei MS Industrie an, um die Technologie weiter zu verbessern. Wirklich konkrete Pläne, so Aufschnaiter auf der Montega-Konferenz, gibt es aber derzeit nicht. In der Konferenz nimmt Aufschnaiter einerseits etwas Phantasie aus der Aktie, gleichzeitig fügt er auch welche hinzu. Den Spekulationen, dass es einen Börsengang der Ultraschall-Sparte geben könnte, entzieht er ein wenig den Boden. Es gebe trotz einer angedachten Satzungsänderung, die von der kommenden Hauptversammlung mit einfacher Mehrheit beschlossen werden kann, derzeit keine konkreten Planungen in diese Richtung. Nach einem endgültigen Schlussstrich unter die IPO-Pläne klingt dies jedoch auch nicht. Andererseits verweist Aufschnaiter auf die strategischen Reserven bei MS Industrie, die sich auf rund 30 Millionen Euro belaufen – bei einer Marktkapitalisierung von etwa 60 Millionen Euro. So kann man den Beno-Anteil verkaufen. Hier laufen mit ein oder zwei strategischen Partnern offenbar Gespräche. Ein Paketverkauf der Anteile ist möglich, wenn der Käufer passt. Dieser soll entweder Immobilienerfahrung haben oder über entsprechende Finanzierungsmöglichkeiten verfügen. Für MS Industrie könnten dabei letztlich 3,5 Millionen Euro rausspringen. Berücksichtigen muss man zudem die drei schuldenfreien Immobilien und die restlichen Kaufpreisforderungen aus den früheren Exits. Ob der Markt all dies so erkannt hat, ist nicht ganz sicher. Die Analysten von Montega bestätigen nach der Präsentation die Kaufempfehlung für die Aktien von MS Industrie. Das Kursziel erhöhen die Experten von 2,00 Euro auf 2,80 Euro.
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