Positive Studie zu Corona-Impfstoff treibt Finanzmärkte - Commerzbank Kolumne
10.11.2020 09:44 Uhr - Autor: Kolumnist auf twitter
Der Durchbruch bei der Suche nach einem Corona-Impfstoff hat die Finanzmärkte zu Wochenbeginn angetrieben. Ein Impfstoff des Mainzer Unternehmens Biontech in Kooperation mit Pfizer bietet einen mehr als 90%-igen Schutz gegen Covid-19. Erwartet worden war nur ein Schutz von 60 bis 70%. Die Aktienmärkte legten kräftig zu. Der Dax gewann zwischenzeitlich 5,5%, öffnete aber schon mit Kursgewinnen wegen des Wahlausgangs in den USA. Die Ölpreise schnellten um fast 10% in die Höhe; es wird mit einer höheren Nachfrage gerechnet. Auch die Renditen der Staatsanleihen stiegen gestern kräftig an, da die geldpolitische Unterstützung mit einem Impfstoff geringer ausfallen könnte. Der Gold-preis gab dagegen deutlich nach. Die Zulassung des Impfstoffes wird jedoch noch einige Monate dauern. Anleihen Die Märkte wurden gestern von der Meldung dominiert, dass es erstmals zu einem für Europa maßgeblichen Corona-Impfstoff positive Zwischenergebnisse aus der für eine Zulassung entscheidenden Studienphase gebe. Die Firmen Biontech und Pfizer teilten mit, ihr Impfstoff biete einen mehr als 90-prozentigen Schutz vor der Krankheit Covid-19 (siehe auch „Im Blickpunkt“). Die Rentenmärkte reagierten darauf mit Kursverlusten bzw. mit deutlich höheren Renditen. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen stieg innerhalb kurzer Zeit von minus 0,64% auf zeitweise minus 0,50%, die laufende Verzinsung zehnjähriger US-Treasuries schnellte von 0,80% auf über 0,97% hoch. Öl der Sorte Brent verteuerte sich um über 8% auf über 42 US-Dollar je Fass, der Goldpreis rutschte dagegen um über 5% auf 1.850 US-Dollar je Feinunze im Tief ab. Der Euro konnte sich nur zwischenzeitlich gegenüber dem US-Dollar stärken (Hoch 1,192 USD je Euro) verlor im Tagesverlauf aber wieder. An der Datenfront überzeugten gestern die deutschen Exporte: Auch im September legten diese weiter zu (+2,3% M/M). Dies war der fünfte Zuwachs in Folge. Allerdings schwächt sich die Erholung der Ausfuhren weiter ab; die Wachstumsraten waren in den Vormonaten noch deutlich höher. Die Importe fielen dagegen um 0,1% M/M, nachdem sie zuvor viermal in Folge gewachsen waren. Trotzdem macht sich der coronabedingte Einbruch im Jahresvergleich kräftig bemerkbar: Die Exporte von Januar bis September liegen 11,7% unter dem Vorjahreszeitraum, die Importe waren 9,3% niedriger. Auch China meldete über das Wochenende positive Handelsbilanzdaten: So stiegen die Exporte im Oktober gegenüber dem Vorjahresmonat um 11,4% und die Importe legten um 4,7% zu. An den europäischen Aktienmärkten ging die Erholungsrally nach dem Sieg Joe Bidens weiter. Euphorie entzündeten die Börsen gegen Mittag nach der Meldung, dass dem Mainzer Biontech zusammen mit Pfizer ein Durchbruch bei der Suche nach einem Corona-Impfstoff gelungen ist. Für den Impfstoff, der einen 90%igen Schutz bietet, wird in Kürze bei der US-Zulassungsbehörde FDA die Zulassung beantragt. Die Aktienindizes jubelten: Spanien +8,2%, Frankreich +7,2%, Italien +5%. Der Dax 30 konnte sein Zwischenhoch (6%) nicht ganz halten, er schloss mit knapp 13.100 Punkten (+4,9%). Die einstigen Krisengewinner waren die Verlierer und umgekehrt. Delivery Hero -5,8%, Dt. Wohnen -6,8%. Dagegen hatte MTU mit 16,6% die Nase vorn. Im MDax (+1,7%) stachen Fraport (+34%), CTS Eventim (+24%) und Dt. Lufthansa (+20%) hervor. Dagegen lagen Shop Apotheke (-19%) und Hellofresh (-15%) hinten. Der Euro Stoxx 50 stieg um 6,4% mit Banco Santander und Vinci (je +19%) sowie Airbus (+18,5%) an der Spitze. Branchentechnisch konnte Energie (+8,9%) punkten, gefolgt von Finanztiteln (+7,6%). Auch an der Wall Street haben Biden-Sieg sowie die Hoffnung auf einen Impfstoff beflügelt. V.a. Airlines verspürten kräftigen Auftrieb: United Airlines +19%, Delta +17% und American Airlines +15%. Der Dow Jones wies temporär neue Höchststände mit knapp 30.000 Punkten (über 5%) auf, schloss 3% fester. Der marktbreite S&P 500 stieg 1,2%, Energie- (+14%) und Finanztitel (+9%) an der Spitze. Der technologielastige Nasdaq 100 verlor 2,2%. Asiens Börsen zeigen sich uneinheitlich: Chinas Festlandaktien (CSI 300) leicht schwächer, dagegen der Nikkei 225 um 0,3% besser. Heute wird in Europa eine Gegenbewegung erwartet. Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne der Commerzbank. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen! Dieser Bericht könnte Sie auch interessieren
China: Verbraucherpreise (Oktober), 2:30 Uhr
Großbritannien: Arbeitslosenquote (September), 8 Uhr
Deutschland: ZEW-Umfrage (November), 11:00 Uhr
Aktien
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Alstom, 2. Quartal
Deutsche Post, Henkel, Teamviewer, 3. Quartal
Siemens Energy, 4. Quartal
Hinweis auf Interessenskonflikt(e): Der / die Autor(in) oder andere Personen aus der 4investors-Redaktion halten unmittelbar Positionen in Finanzinstrumenten / Derivate auf Finanzinstrumente von Unternehmen, die in diesem Beitrag thematisiert werden und deren Kurse durch die Berichterstattung beeinflusst werden könnten: BioNTech.Am Morgen: Deutsche Telekom, Infineon, BioNTech und Pfizer im Fokus - Nord LB Kolumne
Die deutschen Exporte sind im September den fünften Monat in Folge gestiegen. Die Ausfuhren erhöhten sich um 2,3% zum Vormonat und damit etwas stärker als von Ökonomen erwartet. Die Importe fielen dagegen um 0,1%, nachdem sie zuvor viermal in Folge gewachsen waren. Die neuerliche Corona-Welle in vielen Ländern könnte die Nachfrage in den kommenden Monaten allerdings wieder drücken. Im bisherigen Jahresverlauf steht bei den Ausfuhren ein Minus von 11,7% auf 880 Mrd. EUR zu Buche. Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) rechnet damit, dass 2020 unterm Strich ein Minus von 13% steht.
Börsianer haben die Konjunktur in der Euro-Zone im November erneut pessimistischer eingeschätzt. Das entsprechende Sentix-Barometer sank leicht um 1,7 auf minus 10,0 Zähler. Während der Index der aktuellen Lage erstmals seit langem leicht zurückging, fielen die Erwartungswerte auf den tiefsten Stand seit Mai, was laut Sentix u.a. auf die neuerlichen Corona-Beschränkungen in Europa ... diese News weiterlesen!
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