Gerry Weber Aktie: Talfahrt ohne Ende
24.09.2018 10:13 Uhr - Autor: Michael Barck auf twitter
Für die Gerry Weber Aktie geht die neue Woche denkbar schlecht los. Am Montag erreicht die lange Baisse der Modeaktie ein neues Tief bei 3,00 Euro. Aktuell hat sich der Gerry Weber Aktienkurs zwar auf 3,35 Euro erholt und das Minus auf knapp 19 Prozent reduzieren können, das Papier bleibt aber damit eines der Tagesverlierer. Zurückzuführen ist der Kursverlust auf die Ankündigung des westfälischen Unternehmens, ein Sanierungsgutachten erstellen zu lassen. An der Börse wird dies als Alarmsignal verstanden, dass die Lage bei Gerry Weber nach dem schwachen Geschäftsverlauf in diesem Jahr gefährlicher als bisher angenommen ist. Ergebnisse des Sanierungsgutachtens gemäß S6-Standard (IDW S6) des Instituts der Wirtschaftsprüfer sollen Mitte Oktober vorliegen, kündigt der Modekonzern an. Ergebnisse wolle man zunächst den eigenen Gremien und dann auch den Aktionären vorlegen, so Gerry Weber. Das Modeunternehmen hatte wie so viele andere aus der Branche unter dem schwachen Sommergeschäft zu leiden. Im dritten Quartal sinkt der Umsatz bei Gerry Weber von 192,3 Millionen Euro auf 170,4 Millionen Euro. Das EBITDA liegt bei -1,3 Millionen Euro (Vorjahr: +6,1 Millionen Euro). Operativ vergrößert sich der Verlust von 5,8 Millionen Euro auf 13,0 Millionen Euro. Unterm Strich macht der Modekonzern einen Verlust von 10,8 Millionen Euro, vor einem Jahr lag das Minus bei 5,1 Millionen Euro. Je Aktie errechnet sich daraus ein Minus von 0,24 Euro (Vorjahr: -0,11 Euro). Nach drei Quartalen kommt Gerry Weber auf einen Umsatz von 575 Millionen Euro (Vorjahr: 620,1 Millionen Euro) und einen Verlust von 10,7 Millionen Euro (Vorjahr: -3,4 Millionen Euro). Begründet wird der Umsatzrückgang mit dem heißen Sommer sowie der Strukturschwäche im stationären Textilhandel. CEO Ralf Weber spricht von einer unbefriedigenden Umsatzentwicklung. Er will das Geschäftsmodell mit Nachdruck umstellen. Er fährt fort: „Wir verändern gerade unsere Denk- und Arbeitsweise grundlegend - ohne jegliche Tabus. Kern unseres Performance-Programms ist es, schneller, flexibler und zugleich moderner in der vollen Ausrichtung auf unsere Kundin zu werden.“ Die Maßnahmen rund um das Performance-Programm werden zu Sonderbelastungen von rund 15 Millionen Euro führen. Bei der Prognose für das Gesamtjahr rechnet man mit einem Umsatz von 830 Millionen Euro bis 840 Millionen Euro. Dieses Ziel gilt jedoch als äußerst ambitioniert. Das EBIT soll zwischen -10 Millionen Euro und 0 Euro liegen, nach drei Quartalen stand es bei -9,8 Millionen Euro. Die Sonderbelastungen sind dabei berücksichtigt.
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