Steinhoff Aktie: Riesige Schulden, riesige Risiken
24.05.2018 08:21 Uhr - Autor: Michael Barck auf twitter
Mehr als fünf Monate hat es gedauert, bis die wichtige südafrikanische Steinhoff-Tochter STAR eine 18 Milliarden Rand schwere Refinanzierung zusammen bekommen hat. Und als am Mittwoch endlich die Nachricht kam, dass der STAR-Deal perfekt ist und das Unternehmen einen milliardenschweren Kredit an Steinhoff International zurückzahlen kann, sank der Aktienkurs des SDAX-Konzerns. „Sell on good news” fällt aus, die vorangegangene Kurserholung bei Steinhoffs Aktien war nämlich nicht mehr als ein Tropfen auf dem heißen Stein. Wohl kaum eine Reaktion illustriert besser, wie hoch Börsianer das Risiko bei der niederländisch-südafrikanischen Company trotz aller jüngsten Fortschritte sehen. Immerhin konnte Steinhoff International rund 2 Milliarden Euro Schulden in Südafrika tilgen. Steinhoffs Schuldenberg bleibt riesig Das Hochrisikospiel mit Steinhoffs Aktien geht also weiter. Immerhin konnte gestern die kleine Trading-Unterstützung bei 0,104/0,105 Euro den Abwärtstrend des Papiers stoppen, dessen Aktienkurs im Tagesverlauf bis auf 0,1049 Euro gefallen war. Mit 0,1081 Euro und 5,18 Prozent Tagesminus ging es au dem XETRA-Handel. Aktuelle Indikationen für den Steinhoff Aktienkurs notieren am Donnerstagmorgen bei 0,106/0,107 Euro.
Immer noch bleiben aber mehr als 8 Milliarden Euro Schulden im europäischen Geschäft zu bewältigen. Ob Steinhoffs Restrukturierungskonzept, zu dessen Eckpfeilern eine Verlängerung der Kredite um drei Jahre und ein Zinsverzicht der Gläubiger gehört, durchgewunken wird, bleibt abzuwarten. Verhandlungen laufen, Steinhoff steht unter Zeitdruck und den Gläubigern, vornehmlich Hedgefonds, bleibt als Alternative weiter die Option, auf eine Zerschlagung des Unternehmens zu drängen, statt jahrelang Einbußen hinzunehmen und hohe Risiken aus einem laufenden Sanierungsverfahren in den Büchern zu behalten. Zuletzt hatte Steinhoff International schon Beteiligungen verkauft, um Schulden zu tilgen und vor allem Liquiditätslücken zu schließen - diese Kette von Veräußerungen muss nicht am Ende angekommen sein.
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