Schwacher US-Dollar treibt die Preise - Commerzbank Kolumne
06.02.2018 09:30 Uhr - Autor: Kolumnist auf twitter
Der Ölpreis steht bei 70 $/Fass auf einem Dreijahreshoch, Kupfer war seit vier Jahren nicht mehr so teuer, Palladium erreichte sogar einen Rekordstand. Dies sind nur einige Beispiele, die den Eindruck steigender Rohstoffpreise vermitteln, der aber täuscht oder zumindest hinterfragt werden sollte. Denn im Wesentlichen steigen die Preise nur in US-Dollar gerechnet und der ist bekanntlich schwach. In den meisten anderen Währungen, wie im Euro, ergibt sich ein divergierendes Bild – die Preise fallen im Vorjahresvergleich bzw. stagnieren seit Jahresbeginn. Die breite Preisaufwärtsbewegung von 2016 ist vorbei, sie ist einer uneinheitlichen Entwicklung gewichen. Gleichwohl sorgt der schwache US-Dollar aber für ein positives Sentiment. Anleihen Sorgen vor einem Überhitzen der US-Wirtschaft und damit vor stärker steigenden Zinsen lösten gestern an der Wall Street eine Flucht in sichere Papiere aus. US-Staatsanleihen waren gefragt. Paradoxerweise fielen die Renditen 10-jähriger US-Staatsanleihen – zeitweise sogar um über 15 Basispunkte. Auch kürzer laufenden Treasuries waren betroffen. Unterstützt wurden die Sorgen vor einem Überhitzen durch den überraschend deutlichen Anstieg des ISM-Index für den Dienstleistungsbereich. Tatsächlich waren die von den Dienstleistungsunternehmen gemeldeten Daten „besorgniserregend gut“, denn je besser insbesondere der Jobmotor läuft, umso schwieriger wird für die US-Notenbank eine „weiche Landung“. Die Neigung der Unternehmen, neue Mitarbeiter einzustellen, hat im Januar deutlich zugenommen – die entsprechende Index-Komponente stieg um 5 Punkte auf 61,6 Punkte. Der Gesamtindex erreichte mit 59,9 Punkten den höchsten Stand seit 2005. Auch über fehlende Auftragseingänge können sich die Unternehmen nicht beschweren. Die Gefahr, dass über kurz oder lang die Inflation anzieht, ist daher sehr real – entweder treibt der Wettbewerb um Arbeitskräfte die Löhne in die Höhe oder die Firmen können auch ohne Lohndruck höhere Endproduktpreise durchsetzen. Aktien Damit hatten wohl die wenigsten Anleger gerechnet: Nach den guten US-Arbeitsmarktdaten vom Freitag vergangener Woche kam es an den US-Börsen zu einem recht kräftigen Verlust. Der Dow Jones-Index verlor am Freitag 2,5%. Das hatte man sehr lange nicht gesehen. Auslöser für den Abverkauf waren stärker als erwartet gestiegene Stundenlöhne. Somit stieg die Sorge, dass die Inflation ebenfalls stärker anziehen könnte als bislang erwartet. Infolgedessen kletterte auch die Rendite für die zehnjährige US-Staatsanleihe weiter an. Somit überrascht es nicht, dass auch die Börsen in Europa einen recht verregneten Wochenstart erwischten. Allerdings fielen die Verluste nicht so stark aus, wie von dem einen oder anderen Börsianer befürchtet. Die kräftigsten Verluste verbuchte der Leitindex in Italien (-1,6%). Der Dax verlor 0,8%. Auf europäischer Sektorenebene verzeichneten alle Branchen ein Minus, wobei der Bereich Haushaltsgüter mit einem Verlust von 2,4% die rote Laterne innehatte. Die Börsen in den USA brachen ein. Der Dow Jones-Index fiel um 4,6%. In der Spitze waren es mehr als 6%. Nach dem sehr starken Anstieg der vergangenen Quartale ist die Nervosität am Markt zurück. Börsianer fürchten sich vor einem stärker als erwarteten Zinsanstieg infolge einer möglicherweise rascher als prognostiziert anziehenden Inflation. Auf Sektoren-ebene standen v.a. Werte aus dem Bereich Finanzen (-5%) auf der Verliererseite. Die Verkaufspanik setzte sich heute Morgen in Asien fort. Der Nikkei 225-Index sank um 4,7%. Der Yen gewann fast 1% ggü. dem US-Dollar. Auch die zuletzt stark gefragten H-Aktien in Hongkong notierten rd. eine Stunde vor Handelsschluss ca. 5% schwächer. Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne der Commerzbank. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!
Australien: Zinsentscheidung, 04:30 Uhr
Deutschland: Aufträge, Industrie (Dez), 08:00 Uhr
USA: Handelsbilanz (Dez), 16:00 Uhr
Bestätigt und ergänzt wurden die guten Januardaten zu den Einkaufsmanagerindizes im Euroraum. Bemerkenswert ist vor allem der Anstieg des italienischen Index auf 57,7 Punkte (nach 55,4 im Dezember). In Deutschland folgten auf die sehr starken Bestellungen im Sommer/Herbst letzten Jahres zunächst etwas schwächere Zahlen. Die Bestellungen im Dezember stiegen aber wieder kräftig um 3,8% M/M. Insgesamt sprechen die Konjunkturdaten dafür, dass die deutsche Wirtschaft von Quartal zu Quartal mit 0,5 bis 0,6% wächst.
BNP Paribas, Ergebnis Q4
BP, Ergebnis Q4
Munich Re, Jahresergebnis
Toyota Motor, Ergebnis Q3
Walt Disney, Ergebnis Q1
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