Trump und May beginnen die Goldnachfrage zu stimulieren - Commerzbank-Kolumne
24.01.2017 09:13 Uhr - Autor: Kolumnist auf twitter
Als Donald Trump überraschend die US-Wahl im November gewann, hatten die Märkte dies nicht eingepreist. Der Goldpreis konnte dennoch nicht profitieren, sondern stürzte um 200 $/Feinunze ab. Die Märkte schoben das Misstrauen gegenüber Trump in den Hintergrund und ließen sich stattdessen durch seine wirtschaftspolitischen Ziele inspirieren. Langsam scheint jedoch der Realismus an Boden zu gewinnen. Denn Donald Trump wie auch Theresa May stehen wohl weniger für globale Wachstumsimpulse als vielmehr für Protektionismus. Damit könnte der eingeläutete Deglobalisierungstrend an Fahrt gewinnen und die Inflationserwartungen könnten steigen. Die Goldnachfrage scheint von dieser Aussicht zu profitieren. Zinsen und Anleihen Aktuell herrscht am Markt eine gewisse Nervosität bezüglich Donald Trumps Verhalten und seiner Ziele vor. Seine Äußerungen während der Amtseinführung und am Wochenende legen nahe, dass viele politische und wirtschaftliche Abläufe auf dem Prüfstand stehen. Von dieser Unsicherheit profitieren die Kurse von Bundesanleihen; jene von anderen Staatsanleihen des Euroraumes – insbesondere aus Italien, Spanien und Portugal – verlieren zunächst. Trump beschwerte sich letzte Woche über einen zu starken US-Dollar, woraufhin dieser gegenüber Euro und britischem Pfund nachgab. Will er mit einem schwächeren US-Dollar die amerikanischen Exporte ankurbeln? Da die USA aber ein hohes Leistungsbilanzdefizit besitzen und deutlich mehr importieren als exportieren, werden gleichzeitig Importe für die USA teurer. Gewonnen wäre dadurch erst einmal nichts. Die europäische Statistikbehörde Eurostat hat den öffentlichen Schuldenstand (Bruttoschuldenstand des Staatssektors) im Verhältnis zum BIP (Verschuldungsquote) im Euroraum für das dritte Quartal 2016 bekanntgegeben: Im Vergleich zum Vorquartal sank die Quote von 91,2% auf 90,1%. Interessant ist die große Bandbreite der einzelnen Schuldenstände. Sie reicht von 176,9% in Griechenland, 133,4% in Portugal und 132,9% in Italien bis zu besonders niedrigen Verschuldungsquoten in Estland (9,6%) und Luxemburg (21,5%). Deutschland rangiert mit 69,4% im Mittelfeld. Bemerkenswert ist, dass einige Staaten ihren Schuldenstand innerhalb eines Jahres massiv reduzieren konnten. So wiesen Irland (-8,5 Prozentpunkte) und die Niederlande (-4,3) die stärksten Rückgänge aus. Der deutsche Rückgang lag immerhin bei 2,6 Prozentpunkten. Dagegen stieg die Quote in Griechenland um 4,4 und in Portugal um 2,9 Prozentpunkte an. Der hohe griechische Schuldenstand bleibt weiterhin kritisch. Aktien Die europäischen Aktienmärkte starteten mit deutlicheren Verlusten in die neue Handelswoche, wobei die Abschläge im Laufe der Sitzung etwas eingegrenzt werden konnten. Die recht harsche Antrittsrede vom neuen US-Präsidenten Donald Trump ließ keine Euphorie unter den meisten Börsianern aufkommen. Zudem waren die Vorgaben aus Asien durchwachsen. Infolge des festeren Yen verlor der Nikkei 225-Index rd. 1,3%. Die Sorge über einen verstärkten Protektionismus seitens der USA schwächte den US-Dollar und stärkte den Euro, was wiederum negativ für die europäischen Aktienmärkte war. Es wird wohl noch einige Zeit dauern, bevor die Anleger etwas mehr Klarheit über den künftigen wirtschaftspolitischen Kurs der neuen US-Regierung haben werden. Vor dem Hintergrund der vielerorts nicht mehr günstigen Bewertungen (u.a. in den USA) dürfte das Kapitalmarktumfeld recht herausfordernd bleiben. Der Dax verlor gestern 0,7%. Nach einer Kaufempfehlung war die Aktie von Volkswagen (+3,1%) mit Abstand der größte Tagesgewinner im deutschen Leitindex. Auf europäischer Sektorebene erzielte der Bereich Rohstoffe (+0,9%) den größten Gewinn. Am Ende der Performancerangliste notierten Aktien aus dem Sektor Banken (-1,2%), die u.a. unter den fallenden Zinsen litten sowie Energie (-1,4%). Die US-Börsen tendierten leichter. Der Dow Jones-Index verlor 0,1%. Auf Sektorebene (S&P 500) waren v.a. Werte aus dem Bereich Immobilien (+0,6%) gefragt. Die Börsen in Asien tendierten heute Morgen uneinheitlich. Der Nikkei 225-Index gab erneut um 0,6% nach. Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne der Commerzbank. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!
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