US-Verbraucherpreise – keine Entwarnung für die Fed - Commerzbank Kolumne

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Nachricht vom 12.10.2018 12.10.2018 (www.4investors.de) - Die hohe Auslastung und die niedrige Arbeitslosigkeit führen in den USA bislang nicht zu einem markanten Anstieg der Verbraucherpreise. Im September sind die Preise nur um 0,1% zum Vormonat gestiegen – dies gilt für die Gesamtinflation ebenso wie für den Preisindex ohne Energie und Nahrungsmittel. Im Vergleich zum Vorjahr liegt diese Kerninflationsrate bei 2,2%. Der gleitende 3-Monatsdurchschnitt weist sogar nach unten (vgl. Schaubild). Das bedeutet aber nicht, dass die US-Notenbank jetzt abwarten kann: Die Löhne steigen und Dienstleistungen werden teurer. Der Preisdruck wird daher wieder zunehmen und die Fed wird die Zinsen weiter anheben.

Anleihen


Euroraum: Industrieproduktion (August), 11:00 Uhr
USA: Verbrauchervertr., Uni Michigan (Okt.), 15:55 Uhr

Der deutliche Einbruch an den weltweiten Aktienmärkten hat gestern die klassische Reaktion „Flucht in den sicheren Hafen“ ausgelöst. Bundesanleihen und US-Treasuries verzeichneten Kursgewinne. Die Rendite zehnjähriger deutscher Staatstitel, die am Mittwoch im Hoch noch bei 0,58% notierte, sank gestern zwischenzeitlich auf unter 0,50% im Tief. Weitere Unterstützung erhielten die Rentenmärkte durch die aktuelle Herbstprojektion der Bundesregierung zum Wirtschaftswachstum. In dieser sieht sie die deutsche Wirtschaft im laufenden sowie auch im kommenden Jahr mit 1,8% schwächer wachsen. In ihrer vorherigen Prognose waren noch 2,3% und 2,1% Wachstum veranschlagt. Hauptgrund für die Revision seien laut Aussage des Bundeswirtschaftsministeriums geringere Zuwächse beim Export angesichts der schwächeren Weltkonjunktur. Stütze des Aufschwungs sei nach wie vor die Binnenkonjunktur. Die US-Verbraucherpreise weisen im September auf einen eher gedämpften Preisauftrieb hin. Gegenüber August legte die Inflation um 0,1% zu, im Jahresvergleich betrug die Inflationsrate 2,3%. Im August lag die Jahresrate noch bei 2,7%. Gründe für den geringeren Preisauftrieb sind der starke US-Dollar, der die Importpreise drückt sowie niedrigere Energie-kosten. Die Kernrate, welche die besonders volatilen Preise für Energie und Lebensmittel außen vor lässt, liegt im Jahresvergleich bei 2,2%, so hoch wie im August (siehe auch „Im Blickpunkt“). Der Euro konnte gegenüber dem US-Dollar den zweiten Tag in Folge zulegen. Er gewann über einen halben Cent und stieg auf fast 1,16 US-Dollar je Euro. Dem Euro half wohl auch die Kritik des US-Präsidenten an der Zinserhöhungspolitik der US-Notenbank. Trump befürchtet ein Abwürgen der Konjunktur, sollten die Zinsen zu schnell steigen.

Aktien


BMW, Absatz 09/2018
Fraport, Verkehrszahlen 09/2018
Citigroup, Ergebnis Q3
JP Morgan Chase, Ergebnis Q3
Wells Fargo, Ergebnis Q3

Die aktuellen Zins- und Wachstumsängste hielten die Märkte auch am Donnerstag weiter fest im Griff. Die europäischen Aktienbörsen konnten sich gestern im Mittagshandel nach einer erneut schwachen Eröffnung zwar stetig erholen, wurden dann aber von einer schwachen Wall Street wieder nach unten gezogen. Im deutschen Dax 30 stemmten sich nur die Aktien von Bayer (+3,1%, mögliche Wende im „Glyphosat-Urteil“), Wirecard (+2,1%, Erholung nach dem Kursrutsch vom Vortag) und des Versorgers RWE (+1,3%) gegen den allgemeinen Abwärtstrend. Auch im Leitindex des Euroraums, dem EUROSTOXX 50, gab es keine weiteren Gewinner. Hier standen mit den Titeln von Allianz (-3,4%), AXA (-3,5%) und Munich Re (-2,9%) vor allem die bisher noch vergleichsweise stabilen Versicherer am Ende der Kursliste. In diesem Umfeld verzeichneten alle Branchen meist deutliche Verluste, lediglich bei Gesundheit (-0,6%) und IT (-0,9%) hielten sich diese noch in Grenzen. An den US-Börsen scheiterte der Erholungsversuch bereits kurz nach der Eröffnung. Selbst die moderaten Inflationsdaten konnten keine wesentliche Unterstützung liefern. Auch die anlaufende Berichtssaison konnte nur partiell stützen. Delta Airlines (+3,6%) legte nach besser als erwarteten Quartalszahlen zu. Walgreens (-2,0%) stand nach ebenfalls überzeugenden Daten lange im Plus, rutschte aber zum Handelsende ab. Branchenseitig gab es auf allen Ebenen teils massive Verluste. IT (-1,2%) und Kommunikationsdienste (-0,8%) konnten den bisherigen Ausverkauf etwas abbremsen. In Asien gelang den chinesischen Märkten nach unerwartet starken Exportzahlen immerhin eine leichte Stabilisierung, auch der Nikkei 225 legte gegen Ende etwas zu.

Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne der Commerzbank. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!



Aktie: DAX - Aktienindex
WKN: 846900
ISIN: DE0008469008
Branche: Der Deutsche Aktienindex, kurz DAX, ist der wichtigste Index des Frankfurter Aktienmarktes. Der Index besteht aus 30 Aktien. Der Index wurde 1988 an der deutschen Börse als maßgebliches Marktbarometer eingeführt und ist Basiswert für viele Derivate, zum Beispiel im Bereich der Zertifikate und Optionsscheine. Der Startwert des Index geht auf das Jahresende 1987 zurück und ist mit 1.000 Punkten festgesetzt worden. Die wichtigste Form der Berechnung des DAX ist die als Performanceindex, von diesem ist in der Regel in den Medien die Rede, wenn es um den DAX geht. Neben den Kursveränderungen der jeweiligen Aktien werden bei einem Performanceindex zum Beispiel auch Ausschüttungen wie die Dividende berücksichtigt. Die exakte Zusammensetzung des DAX ist immer wieder Änderungen unterworfen. Für die Aufnahme einer Aktie in den DAX ist die Marktkapitalisierung des Streubesitzes sowie der Umsatz der jeweiligen Aktie maßgeblich. Die Zusammensetzung wird alle drei Monate durch den Arbeitskreis Indizes der Deutschen Börse überprüft. Zudem kann es außerhalb des üblichen Turnus Änderungen geben, wenn sich eine nicht im DAX vorhandene Aktie sowohl bei der Marktkapitalisierung des Streubesitzes als auch dem Umsatz unter den Top 25 befindet – die sogenannte Fast-Entry-Regel. Unternehmen, die in den Index aufgenommen werden, müssen unter anderem im Prime Standard des Frankfurter Aktienmarktes notiert sein. Beim Streubesitz gibt es eine Mindestschwelle von 10 Prozent. Im DAX enthalten sind also die umsatzstarken Aktien großer Unternehmen. Beispiele hierfür sind Allianz, Bayer, Commerzbank, Daimler, Deutsche Bank, Deutsche Telekom, SAP, Siemens und Volkswagen. Ihre Gewichtung im Index ist unterschiedlich hoch und berechnet sich nach der Marktkapitalisierung des jeweiligen Unternehmens, basierend auf dem Streubesitz. Die DAX-Kurse werden während des XETRA-Handels auf Basis der Kurse der im Index enthaltenen Aktien berechnet. Vor und nach dem XETRA-Handel werden von der Deutschen Börse AG der Early DAX und der Late DAX berechnet.




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