Luxusgüterbranche unter Beobachtung - Commerzbank Kolumne

Exklusive Aktien-News per Mail:
  Anmelden Abmelden -
Wir speichern ihre Mailadresse ausschließlich zum Versand des Newsletters und geben diese nicht weiter! Sie können den Newsletter jederzeit abbestellen. Bitte beachten Sie unsere Datenschutzerklärung

Nachricht vom 10.10.2018 10.10.2018 (www.4investors.de) - Die Luxusgüterunternehmen tun sich im aktuellen Umfeld trotz überwiegend glänzender Zahlen - der Branchenprimus LVMH steigerte im dritten Quartal den Umsatz organisch und währungsbereinigt um 10% - nicht leicht. Trotz anhaltend positiver Gewinnrevisionen treten die Aktienkurse bestenfalls auf der Stelle, was die Bewertungen gedrückt hat. Ein Grund für die Zurückhaltung ist relativ schnell gefunden: Ein großer Teil des Wachstums kommt aus Asien und das wichtigste Klientel dort sind Chinesen. Auch in Europa und den USA sind chinesische Touristen eine entscheidende Kundengruppe. Die Handelsstreitigkeiten zwischen China und den USA haben eine Abwertung des chinesischen Renminbi in den vergangenen Monaten gebracht und der Markt rätselt nun, inwiefern die Entwicklung weiter geht und sich dies auf die Kauflaune der Chinesen auswirken wird. Dazu kommt die gestiegene Unsicherheit über eine generelle Wachstumsverlangsamung in China.

Einerseits würden durch eine weitere Abwertung des Renminbi die überwiegend in Europa - und damit auf Euro-Basis - produzierten Luxusgüter auf Reisen teurer, andererseits besteht für die Hersteller in China der Druck, Währungsabwertungen durch Preiserhöhungen zu kompensieren, um ihre Profitabilität zu verteidigen. Zu glauben, dies bliebe komplett ohne dämpfenden Effekt auf die Nachfrage, wäre sicherlich naiv. Dass aber auch immer mehr Unternehmen in den USA auf die negativen Auswirken des Handelsstreits für die US-amerikanischen Verbraucher hinweisen, spricht dafür, dass die Parteien zu einer konstruktiveren Gesprächsführung zurückkehren dürften. Daneben ist der Luxusgüterkunde in der Regel auch weniger konjunktursensitiv. Marktbeobachter sehen die Ampeln in China zumindest weiter auf „Grün“, die weitere Entwicklung ist aber einen genaueren Blick wert.

Anleihen


Frankreich: Industrieproduktion (Aug.), 08:45 Uhr
Italien: Industrieproduktion (Aug.), 10:00 Uhr
Großbritannien: Industrieproduktion (Aug.), 10:30 Uhr
USA: Produzentenpreise (Sep.), 14:30 Uhr

Die Kurse an den Rentenmärkten tendierten gestern seitwärts. Auch die deutschen Außenhandelsdaten lieferten keinen Impuls. Während die Exporte trotz rückläufiger Bestellungen auf hohem Niveau stagnierten, gingen die Importe deutlich zurück. Der IWF fürchtet, dass die Handelsstreitigkeiten das Wachstum der Weltwirtschaft bremsen werden. Paul Romer und William Nordhaus sind in diesem Jahr die beiden Gewinner des Nobelpreises für Wirtschaftswissenschaften. Sie wurden für sehr unterschiedliche Forschungsbeiträge geehrt, die Gemeinsamkeiten erschließen sich erst auf den zweiten Blick: Romer integrierte den technologischen Fortschritt in die ökonomischen Wachstumsmodelle. In diesen Modellen fällt Fortschritt nicht vom Himmel, sondern lässt sich endogen erklären. Daher gilt er als einer der Begründer der endogenen Wachstumstheorie. Jener Theorie, die Anfang des Jahrtausends für Furore sorgte, dessen Aussagen durch die Realität aber nur bedingt bestätigt wurden. Nordhaus bildete dagegen die Folgen der globalen Erwärmung in seinen Modellen ab und schuf damit eine Grundlage zur Beurteilung, welches Ausmaß an Erwärmung aus wirtschaftlicher Sicht tragfähig ist. Er votiert dafür, den globalen Temperaturanstieg auf 1,5 Grad zu begrenzen. Beide Forscher haben mithin ihren Blick auf die Faktoren gerichtet, die langfristiges, nachhaltiges Wachstum bestimmen. Und noch etwas verbindet die Forschungsergebnisse der beiden Nobelpreisträger: Während in einer Marktwirtschaft zu viel Erderwärmung produziert wird, weil die Produzenten die Kosten nicht tragen müssen, investieren die Unternehmen andererseits zu wenig in Forschung, weil die Gewinne aus technologischen Fortschritt letztlich allen zu Gute kommen.

Aktien


Heute keine relevanten Unternehmenstermine

Nach vier schwächeren Tagen konnten sich gestern die Aktienkurse an den meisten Börsenplätzen leicht erholen. Dies galt für Asien wie auch für Europa. Bremsend wirkten als Belastungsfaktoren die fortbestehenden Unsicherheiten zur Weltkonjunktur (Senkung der Wachstumsprognose durch den IWF) aber auch die Budgetdebatte im italienischen Parlament. Der DAX gab im Verlauf nach, erholte sich dann nach einem fast punktgenauen, vorläufig erfolgreichen Test der Unterstützung bei 11.800 und legte letztendlich 0,3% zu. Der EuroStoxx50 gewann mit einer leichten Erholung der Märkte in Spanien und Italien 0,4%. Die Achterbahnfahrt des DAX-Neulings Wirecard ging weiter. Die vorgestellten Langfristperspektiven kamen letztlich aber glänzend an (+9,6%). Auch SAP legten im Zuge einer (technischen) Erholung der Technologietitel um 1,7% zu. Die Liste der Verlierer im DAX führten erneut RWE (-2,5%) und Covestro (-2,1%) an. Ein Debakel erlebte der Konsumelektronikhändler Ceconomy nach Gewinnwarnung mit Verlusten von 18,5%. Der Handel in den USA verlief ruhig mit einer Handelsspanne im S&P 500 von nur gut einem halben Prozent während der Sitzung und die relevanten Marktindizes von Wall Street und Nasdaq schlossen nahezu unverändert. Allerdings gab es unter der Oberfläche deutliche Bewegungen auf Sektoren-ebene: Die zyklischen Segmente Grundstoffe und Industrie verloren 3,4% bzw. 1,5% während Energie mit dem wieder etwas festeren Ölpreis um 1% zulegen konnte. Wal-Mart legten 2,5% zu. Größter Verlierer im Dow war der Chemieriese DowDuPont (-3,7%) sowie die Industrietitel United Technologies (-2,7%), Caterpillar (-2,5%) und 3M (-1,8%). Die asiatischen Börsen verzeichnen heute überwiegend leichte Gewinne. Die Indikationen für die europäischen Börsen deuten eine Fortsetzung der Konsolidierung an.

Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne der Commerzbank. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!





Weitere Nachrichten aus der 4investors-Redaktion

18.10.2018 - Wirecard Aktie: Ist die Börse viel zu optimistisch?
18.10.2018 - Nokia Aktie: Spannender Chart vor den Quartalszahlen
18.10.2018 - HeidelbergCement: Gewinnwarnung - Ergebnis soll 2018 fallen
18.10.2018 - paragon Anleihe: Die Zinsspanne steht fest
18.10.2018 - Instone Real Estate kauft Gründstücke von Aurelis
18.10.2018 - Hypoport: Europace gewinnt Marktanteile
18.10.2018 - Steico meldet Rekordzahlen
18.10.2018 - SHW: Gewinnwarnung - Aktie rutscht deutlich ab
18.10.2018 - HelloFresh meldet Übernahme
18.10.2018 - Gerry Weber: Unterstützung durch Banken wird wahrscheinlicher


Chartanalysen

18.10.2018 - Wirecard Aktie: Ist die Börse viel zu optimistisch?
18.10.2018 - Nokia Aktie: Spannender Chart vor den Quartalszahlen
18.10.2018 - Hönle Aktie: Gelungene Trendwende - und nun?
18.10.2018 - Evotec Aktie: Das könnte die Chance sein!
18.10.2018 - BYD und Geely: Deutliche Probleme zu sehen
18.10.2018 - Steinhoff Aktie: Kommt nach dieser News die Erholungsrallye?
17.10.2018 - Tele Columbus Aktie: Aufgepasst, hier passieren wichtige Dinge!
17.10.2018 - Tesla Aktie: Die nächsten Kaufsignale könnten kommen
17.10.2018 - Mutares Aktie: Gelingt jetzt die große Wende nach oben?
17.10.2018 - Geely Aktie: Der Durchbruch winkt!


Analystenschätzungen

18.10.2018 - Deutsche Bank Aktie: Breakversuch misslungen - Analyst optimistisch
18.10.2018 - Commerzbank Aktie: Kurssprung voraus?
18.10.2018 - Deutsche Telekom Aktie mit Kaufempfehlung: Das wird spannend!
17.10.2018 - Wirecard Aktie: Optimistische Experten
17.10.2018 - SAP Aktie: Das sagen Analysten
17.10.2018 - Deutsche Telekom Aktie: Neues Kursziel
17.10.2018 - Commerzbank Aktie: Kommt das Kaufsignal? Das sagt die Deutsche Bank…
17.10.2018 - Wirecard: Ein Ausblick auf wichtige News!
16.10.2018 - Bayer Aktie: 40-prozentiger Kursanstieg voraus?
16.10.2018 - Daimler Aktie: Deutliches Kurspotenzial


Kolumnen

18.10.2018 - Chemie - nachlassende Dynamik im 2. Halbjahr - Commerzbank Kolumne
18.10.2018 - Siemens Aktie: Zurück am Jahrestief - UBS Kolumne
18.10.2018 - DAX: War das schon die ganze Erholung? - UBS Kolumne
17.10.2018 - Brexit: Wichtiger EU-Gipfel in Brüssel - Commerzbank Kolumne
17.10.2018 - EuroStoxx 50: Kurserholung läuft an - UBS Kolumne
17.10.2018 - DAX: Bullen bleiben jetzt dran - UBS Kolumne
17.10.2018 - DAX testet SKS-Nackenlinie: 11.800 im Fokus - Donner + Reuschel Kolumne
16.10.2018 - Deutschland: ZEW-Konjunkturerwartungen fallen im Oktober deutlich - VP Bank Kolumne
16.10.2018 - S&P 500: Kurseinbruch zum Aufwärtstrend - UBS Kolumne
16.10.2018 - DAX: Einbruch auf wichtige Unterstützung - UBS Kolumne

All Right Reserved by minimalthemes - ©2018 Stoffels & Barck GbR