In Deutschland geht die Industrieproduktion weiter zurück - Commerzbank Kolumne

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Nachricht vom 09.10.2018 09.10.2018 (www.4investors.de) - In Deutschland ist die Industrieproduktion im August den dritten Monat in Folge gefallen. Gegenüber Juli ging sie überraschend um 0,3% zurück, erwartet war dagegen ein leichter Anstieg um 0,3% M/M. Hauptgrund der Produktionsschwäche ist die Automobilindustrie. Sie hat offenbar noch Probleme bei der Umstellung auf das neue Abgasprüfverfahren WLTP. So ist die Produktion im Fahrzeugbau saisonbereinigt um 6,5% gegenüber Vormonat gefallen. Trotzdem sehen wir Licht am Ende des Tunnels: Das Ifo-Geschäftsklima stabilisiert sich derzeit. Spätestens zum Jahresanfang 2019 erwarten wir wieder einen Anstieg der Industrieproduktion.

Anleihen


Deutschland: Handelsbilanz (August), 8:00 Uhr

Die Woche startete am Rentenmarkt mit leichten Kursgewinnen bei Bundesanleihen. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen sank von 0,57% auf 0,53%. Die Nachfrage nach deutschen Staatsanleihen wurde unter anderem von den schlechter als erwartet gemeldeten Daten zur deutschen Industrieproduktion unterstützt. Diese ging im August den dritten Monat in Folge zurück (-0,3% M/M). Die Industrieproduktion im engeren Sinne – also ohne die Sektoren Bau und Energie – ist ebenfalls leicht um 0,1% gefallen. Am Rückgang hat die Automobilindustrie einen bedeutsamen Anteil: Die Probleme bei der Umstellung auf das neue Abgasprüfverfahren WLTP (Worldwide harmonized Light Duty Test Procedure) sind größer als bisher gedacht. Die Produktion im Fahrzeugbau fiel daher saisonbereinigt um über 6% M/M im August, nachdem sie bereits im Juli um annähernd 6% zurückgegangen war. Ohne diesen „Autoeffekt“ ist die Industrieproduktion zwar gestiegen, dennoch lag diese im Juli und August mehr als ein Prozent unter dem zweiten Quartal, was auch das gesamtwirtschaftliche Wachstum belasten wird. Lichtblicke gibt es zum einen durch die zuletzt starken Auftragseingänge (+2% im August) sowie durch den sich stabilisierenden Ifo-Geschäftsklimaindex. Es spricht deshalb einiges für ein Erstarken der Wirtschaft zum Jahresauftakt 2019 (siehe auch „Im Blickpunkt“). Ein gemeinsamer Auftritt von Italiens Vizepremier Salvini (Partei Lega) und der französischen Parteichefin Marine Le Pen (Front National) auf dem EU-feindliche Töne im Vordergrund standen, ließ die Risikoaufschläge italienischer Staatsanleihen auf neue Höchststände gegenüber Bundesanleihen steigen. Der Euro kam im Verhältnis zum US-Dollar wieder unter Druck und rutschte unter die Marke von 1,15 US-Dollar je Euro.

Aktien


Heute keine relevanten Unternehmenstermine

Die schwachen Märkte in Asien und die fragile technische Situation belasteten den DAX und die europäischen Aktienmärkte von Beginn an. Zudem erhöhten sich erneut die Sorgen wegen des Budgetstreits zwischen italienischer Regierung und der EU. Der starke Renditeanstieg bei italienischen Staatsanleihen drückte italienische Bankaktien wie Unicredit (-3,6%) oder Intesa (-3,3%) und ließ den italienischen Markt um 2,4% zurückfallen. Dagegen hielten sich die Verluste im EuroStoxx (-1,0%) und DAX (-1,4%) im Rahmen. Allerdings verlor der DAX den Kampf um die Marke von 12.000. Im DAX konnten nur vier Titel geringfügig zulegen. Markante Abschläge erfuhren dagegen insbesondere Titel im Technologiebereich. Zu den größten Kursverlieren unter den Blue Chips in Deutschland zählten Wirecard (-12,1%). Hier steht heute ein Kapitalmarkttag an, an dem das Unternehmen mit Informationen gegensteuern kann. Am Daxende fanden sich daneben Infineon (-2,7%) und RWE (-3,0%). Auch die US-Märkte halfen mit einer behaupteten Eröffnung den europäischen Aktienmärkten nicht auf die Beine. Die Stimmung an der Wall Street pendelte zwischen Zinssorgen und amerikanisch-chinesischem Handelsstreit. Der Dow Jones konnte aufgrund seiner besonderen Konstruktion am Ende mit 0,2% im Plus schließen, der S&P500 trat auf der Stelle während die Nasdaq mit den zumeist leichteren Tech-nologiewerten um 0,7% abgab. Gefragt waren Titel aus dem Konsumbereich wie Walgreens (+2,3%), Wal-Mart (+1,5%) oder Coca Cola (+1,3%). General Electric (+3,3%) fielen erneut positiv auf. Neben Visa (-2,4%) lagen Technologietitel wie Cisco oder Microsoft mit Verlusten von gut 1 % am Ende der Dow-Titel. Die asiatischen Börsen zeigen heute mit der Ausnahme Japans (-1,3%) Stabilisierungsansätze. Dies sind auch die ersten Indikationen für den europäischen Aktienhandel.

Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne der Commerzbank. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!



Aktie: DAX - Aktienindex
WKN: 846900
ISIN: DE0008469008
Branche: Der Deutsche Aktienindex, kurz DAX, ist der wichtigste Index des Frankfurter Aktienmarktes. Der Index besteht aus 30 Aktien. Der Index wurde 1988 an der deutschen Börse als maßgebliches Marktbarometer eingeführt und ist Basiswert für viele Derivate, zum Beispiel im Bereich der Zertifikate und Optionsscheine. Der Startwert des Index geht auf das Jahresende 1987 zurück und ist mit 1.000 Punkten festgesetzt worden. Die wichtigste Form der Berechnung des DAX ist die als Performanceindex, von diesem ist in der Regel in den Medien die Rede, wenn es um den DAX geht. Neben den Kursveränderungen der jeweiligen Aktien werden bei einem Performanceindex zum Beispiel auch Ausschüttungen wie die Dividende berücksichtigt. Die exakte Zusammensetzung des DAX ist immer wieder Änderungen unterworfen. Für die Aufnahme einer Aktie in den DAX ist die Marktkapitalisierung des Streubesitzes sowie der Umsatz der jeweiligen Aktie maßgeblich. Die Zusammensetzung wird alle drei Monate durch den Arbeitskreis Indizes der Deutschen Börse überprüft. Zudem kann es außerhalb des üblichen Turnus Änderungen geben, wenn sich eine nicht im DAX vorhandene Aktie sowohl bei der Marktkapitalisierung des Streubesitzes als auch dem Umsatz unter den Top 25 befindet – die sogenannte Fast-Entry-Regel. Unternehmen, die in den Index aufgenommen werden, müssen unter anderem im Prime Standard des Frankfurter Aktienmarktes notiert sein. Beim Streubesitz gibt es eine Mindestschwelle von 10 Prozent. Im DAX enthalten sind also die umsatzstarken Aktien großer Unternehmen. Beispiele hierfür sind Allianz, Bayer, Commerzbank, Daimler, Deutsche Bank, Deutsche Telekom, SAP, Siemens und Volkswagen. Ihre Gewichtung im Index ist unterschiedlich hoch und berechnet sich nach der Marktkapitalisierung des jeweiligen Unternehmens, basierend auf dem Streubesitz. Die DAX-Kurse werden während des XETRA-Handels auf Basis der Kurse der im Index enthaltenen Aktien berechnet. Vor und nach dem XETRA-Handel werden von der Deutschen Börse AG der Early DAX und der Late DAX berechnet.




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