USA unter Volldampf - Weberbank-Kolumne

Bild und Copyright: JStone / shutterstock.com

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Nachricht vom 14.09.2018 14.09.2018 (www.4investors.de) - Make America great again! – Die aktuelle Entwicklung der US-amerikanischen Wirtschaft und des dortigen Finanzmarktes sind Wasser auf die Mühlen aller weltweiten Kritiker der „Amerika-First“-Politik von Präsident Trump. Die Wirtschaft boomt, die Aktien steigen und die restliche Welt hat das Nachsehen. Ob sich dieser Trend fortsetzen lässt oder nur ein Strohfeuer ist, lesen Sie in unserer aktuellen Ausgabe von „Finanzmarkt aktuell“.

Die US-Konjunktur läuft dank der Steuerreform der Trump-Regierung auf Hochtouren. Der Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe, der ein wichtiger und zuverlässiger Gradmesser für den Zustand der Wirtschaft ist, markierte zuletzt den höchsten Stand seit 14 Jahren. Der Arbeitsmarkt signalisiert Vollbeschäftigung, und die durchschnittlichen Stundenlöhne verzeichneten mit 2,9 Prozent auf Jahresbasis den höchsten Anstieg seit dem Ende der Finanzkrise im Jahr 2009. Wenn eine Konjunktur unter Volldampf auf einen zunehmend leergefegten Arbeitsmarkt trifft, dann steigt klassischerweise der Druck auf die Löhne. Lange Zeit konnte dieser Effekt durch globalisierte und automatisierte Wertschöpfungsketten begrenzt werden. Diesen Trend beobachtet die amerikanische Notenbank (Fed) sehr genau, da durch steigende Löhne Inflationsdruck ausgelöst werden könnte. Auch eine weitere Eskalation im Handelskonflikt hat das Potential, durch steigende Importkosten für ausländische Güter die Inflation zu beschleunigen. Auf der kommenden Sitzung der Fed am 26. September wird somit mit großer Wahrscheinlichkeit der nächste Zinsschritt – auf dann 2,25 Prozent – erfolgen. Ein weiterer Anstieg wird zum Jahresende erwartet. Interessanter ist der Blick auf das kommende Jahr: Wir erwarten eine vorsichtigere Gangart der Notenbank und eine Verlangsamung des Tempos der Zinsanstiege, da ein weiterer dynamischer Anstieg der Zinsen die Investitionsneigung der Unternehmen eintrüben und damit den brummenden Konjunkturmotor abwürgen könnte.

Bremseffekte in Europa und den Schwellenländern


Betrachtet man den Rest der Welt, so ist das wirtschaftliche Umfeld nicht unisono positiv. In Europa sind die Frühindikatoren – nach den überzogen hohen Erwartungen des Vorjahres – weiter auf Konsolidierungskurs. Der private Konsum, der lange Zeit ein wesentlicher Pfeiler des Aufschwungs war, entwickelt sich weniger dynamisch. In Deutschland ist ein merklicher Rückgang der Auftragseingänge festzustellen. Vor allem aus dem nichteuropäischen Ausland, speziell aus China, wurden deutlich weniger deutsche Industriegüter geordert. Da der Außenhandel die Achillesferse der deutschen Wirtschaft ist, gilt es, die Entwicklung in den kommenden Monaten eng zu verfolgen. Aktuell gehen wir sowohl für die Eurozone als auch für Deutschland von einem Wirtschaftswachstum von ca. 2 Prozent in diesem Jahr aus. Die EZB hat ihren im Sommer avisierten Kurs bekräftigt. Ab Oktober werden die monatlichen Anleihenkäufe halbiert und zum Ende des Jahres komplett eingestellt. Auch in den Schwellenländern lässt sich das positive Bild des Vorjahres leider nicht fortschreiben: Steigende US-Zinsen, ein starker US-Dollar und insbesondere der schwelende Handelskonflikt zwischen China und den USA belasten das Wirtschaftsumfeld. Hinzu kommen politische Probleme und handfeste Krisen in einigen Ländern. Die Wachstumserwartungen für die Schwellenländer wurden in den letzten Monaten auf 4,8 Prozent nach unten angepasst. Das ist im internationalen Vergleich immer noch ein respektabler Wert und wird vor allem durch die großen und weniger stark strauchelnden Länder wie China oder Indien erreicht.

US-Aktien – 2018 das Maß aller Dinge


An den Aktienmärkten ist, analog dem Konjunkturumfeld, eine ähnliche Zweiteilung der Welt festzustellen. US-Aktienwerte notieren nahe ihren Höchstständen, während die restlichen Märkte in eine Konsolidierungsphase eingetreten sind. Unter den großen Industrienationen führen die USA mit zweistelligen Kursgewinnen seit Jahresbeginn eindrucksvoll. Die meisten anderen Länder, unter anderem auch Deutschland, notieren seit Jahresbeginn im Minus. Auch hier ist die Steuerreform von Donald Trump der Auslöser dieser Entwicklung, da dadurch amerikanischen Unternehmen ein deutlich dynamischerer Gewinntrend ermöglicht wurde. Das wird sich nicht ewig fortschreiben lassen, aber für dieses und nächstes Jahr sind die Effekte sehr positiv. Seit einigen Monaten stellen wir international einen Favoritenwechsel bei den Investoren fest: Zyklische Werte und Technologieunternehmen sind in der Gunst der Anleger gesunken. Dagegen erfreuen sich Aktien mit Defensivcharakter, die lange Zeit vernachlässigt wurden, wieder einer gestiegenen Beliebtheit. Da sich in Europa zusätzlich das charttechnische Umfeld eingetrübt hat, haben auch wir den Anteil zyklischer Aktien im Portfolio reduziert.

Disclaimer: Dieser Text ist eine Kolumne der Weberbank. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!


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Aktie: Dow Jones Industrial - Aktienindex
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