Baukindergeld – eine schwere Geburt, aber wirklich wirkungsvoll? - Commerzbank Kolumne | 4investors

Baukindergeld – eine schwere Geburt, aber wirklich wirkungsvoll? - Commerzbank Kolumne

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Nachricht vom 10.08.2018 10.08.2018 (www.4investors.de) - Das Ziel verdient Anerkennung, das gefundene Mittel aber weckt Zweifel. Die Koalitionsparteien haben das sogenannte Baukindergeld beschlossen. Nach Irrungen und Wirrungen um eine Quadratmeterbegrenzung, die nun nicht kommt, soll für Familien der Erwerb von Eigentum bis Ende 2020 gefördert werden. Einkommensabhängig bekommen diese über 10 Jahre 1.200 Euro/Jahr und Kind (max. für 3 Kinder). Das sieht nicht nach einem politischen Meisterstück aus. Experten zweifeln heute bereits an der Wirksamkeit der aus Steuergeldern fließenden Mittel. Von Mitnahmeeffekten ist die Rede. Auch Fehlanreize könnten gesetzt werden, wenn Familien einfach nur preislichen Motiven folgen und z.B. aufs Land ziehen. Ursachen für hohe Preise (zu wenig Bauland, Bauvorgaben etc.) werden nicht berührt. Vielleicht ist es ein wenig zu simpel, warum aber denkt niemand über die in den letzten Jahren deutlich erhöhte Grunderwerbsteuer nach?

Anleihen


Japan: Bruttoinlandsprodukt (2. Quartal), 01:50 Uhr
Frankreich: Industrieproduktion (Juni), 08:45 Uhr
Großbritannien: Industrieproduktion (Juni), 10:30 Uhr
USA: Verbraucherpreise (Juli), 14:30 Uhr

Die Verunsicherung darüber, wohin der Zollstreit zwischen den USA und China noch führt, sowie Sorgen über die Schwäche der türkischen Lira führten gestern zu fallenden Renditen. Viele Beobachter stellen die Unabhängigkeit der türkischen Zentralbank in Frage. Die daraus resultierende Währungskrise strahlt jetzt auch auf jene EU-Banken aus, die in der Türkei engagiert sind (z.B. BNP Paribas, Unicredit). Der Blick richtet sich ferner auf jene Konjunkturdaten, die frühzeitig realwirtschaftliche Effekte des Zollstreits reflektieren würden – beispielsweise die chinesischen Preisdaten. Hier war gestern jedoch wenig zu erkennen. Zwar sind die Verbraucherpreise mit 2,1% zum Vorjahr etwas stärker angestiegen als erwartet wurde, doch die Kernteuerungsrate (ohne Energie- und Nahrungsmittelpreise) verharrte den dritten Monat infolge bei 1,9%. Der Effekt, den die chinesischen Zölle auf US-Waren in Zukunft haben könnten, ist relativ begrenzt: Die Importpreise dürften um etwa einen Prozent stärker steigen. Größer ist dagegen der Währungseffekt: Die Abwertung des Renminbi um etwa 4,8% seit der Zuspitzung des Konflikts mit den USA Mitte Juni wirkt sich dagegen deutlich stärker auf die Preise aus, stützt aber andererseits die Wettbewerbsfähigkeit der chinesischen Firmen. Auf der anderen Seite spiegelt sich die hohe Auslastung der US-Wirtschaft zunehmend auch in steigenden Preisen wider. So sind die Produzentenpreise ohne Energie und Nahrungsmittelpreise im Juli um 2,7% zum Vorjahr gestiegen – Mitte 2016 lag diese Rate noch unter einem Prozent. Die Zölle auf chinesische Stahl und Aluminiumprodukte haben sicher dazu beigetragen, dass die Erzeugerpreise für Stahlprodukte um 12,2% zum Vorjahr angestiegen sind.

Aktien


Hella, Bechtle, innogy, Quartalszahlen

Der DAX und auch der EuroStoxx 50 blieben auch am 5. Tag in Folge in einer sehr engen Handelsspanne. Während der DAX am Ende noch 0,3% zulegen konnte, trat der EuroStoxx 50 auf der Stelle. Negativer Ausreißer in Europa war der italienische Aktienmarkt mit einem Verlust von 0,7%. Hier belasteten die jüngsten Entwicklungen zum Ausgabenprogramm der Populistenregierung. Die Trägheit der Indizes täuscht etwas darüber hinweg, dass es mit einer Fülle von Quartalszahlen unter der Oberfläche teils deutliche Kursbewegungen gab. Vier DAX-Konzerne berichteten gestern. Die Fußball WM hat dem Ausrüster adidas (+9,4%) erheblich mehr genutzt als den Ausgerüsteten. Am DAX-Ende fanden sich ThyssenKrupp (-1,7%) und Fresenius (-1,7%) wieder. In der 2. Reihe fielen nach Zwi-schenberichten Dürr (+5,1%) sowie im Negativen Aurubis (-3,3%) und Ströer Media (-5,0%) auf. Ähnlich lethargisch wie in Europa war das Bild in den USA. Der Dow Jones verlor 0,3%, S&P 500 (-0,1%) und Nasdaq (+0,1%) waren nur marginal verändert. Dabei drückten die Energiewerte (-0,9%) aufgrund des fallenden Ölpreises auf die Indizes. Grundstoffe konnten dagegen zulegen. Im Dow Jones stand DowDupont (+2,0%) and der Spitze. Größter Verlierer war IBM (-1,4%). Apple (+0,8%) und Amazon (0,6%) erreichten neue Hochs. Tesla gaben dagegen um 5% nach, nachdem der neue Musk-Plan des Delistings zunehmend bezweifelt wird. Die asiatischen Börsen handeln heute überwiegend niedriger, die Verluste liegen bei etwa 0,5%. Der japanische Nikkei gab trotz des besser als erwarteten Wirtschaftswachstums im 2. Quartal (1,9% annualisiert) um 1, 3% nach. Damit sind die Vorzeichen für den Handel heute ungünstig, auch wenn keine größeren Verluste zu erwarten sind.

Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne der Commerzbank. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

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Aktie: DAX
WKN: 846900
ISIN: DE0008469008
Branche: Der Deutsche Aktienindex, kurz DAX, ist der wichtigste Index des Frankfurter Aktienmarktes. Der Index besteht aus 30 Aktien. Der Index wurde 1988 an der deutschen Börse als maßgebliches Marktbarometer eingeführt und ist Basiswert für viele Derivate, zum Beispiel im Bereich der Zertifikate und Optionsscheine. Der Startwert des Index geht auf das Jahresende 1987 zurück und ist mit 1.000 Punkten festgesetzt worden. Die wichtigste Form der Berechnung des DAX ist die als Performanceindex, von diesem ist in der Regel in den Medien die Rede, wenn es um den DAX geht. Neben den Kursveränderungen der jeweiligen Aktien werden bei einem Performanceindex zum Beispiel auch Ausschüttungen wie die Dividende berücksichtigt. Die exakte Zusammensetzung des DAX ist immer wieder Änderungen unterworfen. Für die Aufnahme einer Aktie in den DAX ist die Marktkapitalisierung des Streubesitzes sowie der Umsatz der jeweiligen Aktie maßgeblich. Die Zusammensetzung wird alle drei Monate durch den Arbeitskreis Indizes der Deutschen Börse überprüft. Zudem kann es außerhalb des üblichen Turnus Änderungen geben, wenn sich eine nicht im DAX vorhandene Aktie sowohl bei der Marktkapitalisierung des Streubesitzes als auch dem Umsatz unter den Top 25 befindet – die sogenannte Fast-Entry-Regel. Unternehmen, die in den Index aufgenommen werden, müssen unter anderem im Prime Standard des Frankfurter Aktienmarktes notiert sein. Beim Streubesitz gibt es eine Mindestschwelle von 10 Prozent. Im DAX enthalten sind also die umsatzstarken Aktien großer Unternehmen. Beispiele hierfür sind Allianz, Bayer, Commerzbank, Daimler, Deutsche Bank, Deutsche Telekom, SAP, Siemens und Volkswagen. Ihre Gewichtung im Index ist unterschiedlich hoch und berechnet sich nach der Marktkapitalisierung des jeweiligen Unternehmens, basierend auf dem Streubesitz. Die DAX-Kurse werden während des XETRA-Handels auf Basis der Kurse der im Index enthaltenen Aktien berechnet. Vor und nach dem XETRA-Handel werden von der Deutschen Börse AG der Early DAX und der Late DAX berechnet.




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