US-Sanktionen gegen den Iran – keiner will sie, dennoch wirksam? - Commerzbank Kolumne | 4investors

US-Sanktionen gegen den Iran – keiner will sie, dennoch wirksam? - Commerzbank Kolumne

Bild und Copyright: Evan El-Amin / shutterstock.com.

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Nachricht vom 08.08.2018 08.08.2018 (www.4investors.de) - Seit gestern sind wieder US-Sanktionen gegen den Iran in Kraft. Sie betreffen Devisen- und Edelmetallgeschäfte sowie den Handel mit Stahl und Kohle. Zudem umfassen sie noch Software für die Industrie und die Autobranche. Ausnahmen seien laut eines Regierungsvertreters zwar nicht geplant. Allerdings könne es auf Antrag Einzelfallprüfungen geben. Ab November treten weitere US-Sanktionen in Kraft, mit denen vor allem die iranischen Ölexporte unterbunden werden sollen. Beim letzten Embargo bis Anfang 2016 gab es Ausnahmen und die USA drohen nun sehr offen mit Strafen, was private Unternehmen, die für die USA auf irgendeine Weise erreichbar sind, zum Rückzug aus dem Irangeschäft veranlasst. Bereits im Juli fiel die iranische Ölproduktion wegen der anlaufenden Sanktionen um 100 Tsd. Fass/Tag. Man rechnet vor diesem Hintergrund damit, dass das jetzige Embargo wirksamer sein wird als das letzte und die iranischen Ölexporte um mehr als 1 Mio. Fass/Tag fallen. Allerdings will im Grunde niemand, außer den USA, Saudi Arabien und Israel die Sanktionen. Die Wirksamkeit des Ölembargos hängt deswegen vor allem auch davon ab, wie vehement sich die Großabnehmer iranischen Öls also die EU, Indien, China, Korea und Japan gegen die USA stellen. Im Fall von China ist sogar mit höheren Importen (zuletzt ca. 650 Tsd. Fass/Tag) zu rechnen, da man im Zuge des Handelskriegs mit den USA die US-Ölimporte ersetzen will. Auch die Türkei, die bisher nicht zu den Großabnehmern zählt, könnte mehr iranisches Öl importieren. Das Risiko für einen Rückgang des Angebots beträgt deswegen wohl maximal ca. 1,5 Mio. Fass/Tag. Die Sanktionen könnten aber auch weitgehend ins Leere laufen. Die EU erscheint bisher aber hilflos, sich gegen die Iran-Sanktionen zu wehren und beschränkt sich auf Rhetorik. Allerdings geben die Iran-Sanktionen einen Anlass für engere Kooperationen mit China, Indien, Russland, Iran und sogar der Türkei.

Anleihen


China: Handelsbilanz (Juli), 05:05 Uhr

Die Krise in der Türkei hat vorläufig ihren Höhepunkt erreicht. Nach kräftigen Abwertungen auf neue Rekordtiefs ggü. US-Dollar und Euro sowie Renditenanstiegen (10-jährige auf bis zu 20%) senkte die türkische Zentralbank am Montag ihren Mindestreservesatz für ausländische Währungen von 45% auf 40%. Dabei soll rund 2,2 Mrd. USD an Liquidität frei geworden sein. Dies führte gestern zu einer zwischenzeitlich leichten Entspannung, die Lira wertete sich zwischenzeitlich aber erneut ab. Das Problem ist das geschwundene Vertrauen der Investoren in die türkische Notenbank. Staatspräsident Erdogan verhinderte jüngst dringend notwendige Zinserhöhungen. Die Inflationsrate stieg im Juli auf 15,8%. Belastend wirken auch die vergangenen Mittwoch verhängten US-Sanktionen. Es droht ein Abriss der Finanzierung des extrem hohen Leistungsbilanzdefizits von derzeit 6,3% des BIP. Dies könnte die Währung erneut unter Druck setzen. Die Krise könnte sich noch ausweiten und länger anhalten. Gestern traten die US-Sanktionen gegen den Iran in Kraft und der Ölpreis stieg in Folge leicht an (siehe dazu im Blickpunkt). Trotzdem nahm die Risikoaversion an den Kapitalmärkten ab, da die Sanktionen nicht überraschend kamen. Gestern tendierten die Staatsanleihen überwiegend schwächer. Kursgewinne verzeichneten dagegen einige „riskantere“ Euro-Staatsanleihen, unter anderem italienische. Wirtschaftsminister Maio hatte daraufhin gewiesen, dass man versucht, die EU-Regeln einzuhalten. Dies dürfte aber nicht dazu führen, dass Wahlversprechen nicht umgesetzt wird. Heute sollen die Haushaltsgespräche in Italien fortgesetzt werden. Der Euro erholte sich gestern auf über 1,16 US-Dollar. Die chinesischen Devisenreserven stiegen im Juli leicht an, man befürchtete einen stärkeren Rückgang nach der Abwertung des Renminbi mit möglicherweise größeren Verkäufen von US-Treasuries.

Aktien


Münchener Rück, Brenntag, Fraport, Ergebnis Q2
Eon, Ergebnis 1. Hj.
Ahold, ABN Amro, Glencore, Prudential, Ergebnis Q2

Die europäischen Aktienmärkte konnten gestern solide Gewinne verzeichnen. Dabei ließen sich die Marktteilnehmer auch von den Turbulenzen in der Türkei oder den nun wieder in Kraft getretenen Sanktionen gegen den Iran nicht aus der Ruhe bringen. Zudem konnte sich der türkische Markt (BIST 100 +2,3%) nach Gerüchten über Rettungsaktionen des Internationalen Währungsfonds und der Hoffnung auf politische Gespräche zwischen den USA und der Türkei wieder erholen. Ansonsten dürfte allein das Ausbleiben neuer Nachrichten im Handelsstreit zwischen den USA und dem Rest der Welt bereits ausgereicht haben, die Märkte nach oben zu bringen. Denn klare Treiber waren ansonsten nicht zu erkennen. Allerdings verhalf u.a. das gute Ergebnis des Indexschwergewichtes Unicredit (+2,9%) dem italienischen Markt zum Spitzenplatz auf der regionalen Ebene. Zum Tagesgewinner avancierte der Grundstoffsektor (+1,8%), der von steigenden Rohstoffpreisen (Spekulationen auf Produktions-kürzungen) profitierte, während IT und Einzelhandel (-0,4% bzw. -0,3%) die rote Laterne hielten. Hier enttäuschte z.B. Zalando (-5,6%) mit den Quartalszahlen während Ahold (-3,4%) unter einem negativen Analystenkommentar litt. Im IT-Sektor fielen u.a. Atos (-10,4%) mit schwachen Zahlen auf. Die US-Märkte setzten ihren Weg nach oben fort. Dabei waren zyklische Sektoren gefragt. Der Markt setzt damit weiter auf die sehr gute Berichtssaison und das starke Wirtschaftswachstum, allen an Dynamik verlierenden Makroindikatoren zum Trotz. Beim S&P500 ist das Allzeithoch vom Januar nur noch wenige Punkte entfernt. In Asien zeigen sich die Märkte uneinheitlich mit einem positiven Grundton. Angesichts der nun bestätigten neuen US-Strafzölle notieren die chinesischen Märkte einmal mehr schwächer.

Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne der Commerzbank. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

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Aktie: DAX
WKN: 846900
ISIN: DE0008469008
Branche: Der Deutsche Aktienindex, kurz DAX, ist der wichtigste Index des Frankfurter Aktienmarktes. Der Index besteht aus 30 Aktien. Der Index wurde 1988 an der deutschen Börse als maßgebliches Marktbarometer eingeführt und ist Basiswert für viele Derivate, zum Beispiel im Bereich der Zertifikate und Optionsscheine. Der Startwert des Index geht auf das Jahresende 1987 zurück und ist mit 1.000 Punkten festgesetzt worden. Die wichtigste Form der Berechnung des DAX ist die als Performanceindex, von diesem ist in der Regel in den Medien die Rede, wenn es um den DAX geht. Neben den Kursveränderungen der jeweiligen Aktien werden bei einem Performanceindex zum Beispiel auch Ausschüttungen wie die Dividende berücksichtigt. Die exakte Zusammensetzung des DAX ist immer wieder Änderungen unterworfen. Für die Aufnahme einer Aktie in den DAX ist die Marktkapitalisierung des Streubesitzes sowie der Umsatz der jeweiligen Aktie maßgeblich. Die Zusammensetzung wird alle drei Monate durch den Arbeitskreis Indizes der Deutschen Börse überprüft. Zudem kann es außerhalb des üblichen Turnus Änderungen geben, wenn sich eine nicht im DAX vorhandene Aktie sowohl bei der Marktkapitalisierung des Streubesitzes als auch dem Umsatz unter den Top 25 befindet – die sogenannte Fast-Entry-Regel. Unternehmen, die in den Index aufgenommen werden, müssen unter anderem im Prime Standard des Frankfurter Aktienmarktes notiert sein. Beim Streubesitz gibt es eine Mindestschwelle von 10 Prozent. Im DAX enthalten sind also die umsatzstarken Aktien großer Unternehmen. Beispiele hierfür sind Allianz, Bayer, Commerzbank, Daimler, Deutsche Bank, Deutsche Telekom, SAP, Siemens und Volkswagen. Ihre Gewichtung im Index ist unterschiedlich hoch und berechnet sich nach der Marktkapitalisierung des jeweiligen Unternehmens, basierend auf dem Streubesitz. Die DAX-Kurse werden während des XETRA-Handels auf Basis der Kurse der im Index enthaltenen Aktien berechnet. Vor und nach dem XETRA-Handel werden von der Deutschen Börse AG der Early DAX und der Late DAX berechnet.




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