Schwellenländerbörsen im Juni 2018 mit klarer Underperformance - Commerzbank Kolumne

Bild und Copyright: zhu difeng / shutterstock.com.

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Nachricht vom 11.07.2018 11.07.2018 (www.4investors.de) - Das Börsenumfeld für die Emerging Markets (EM) bleibt den fünften Monat in Folge schwierig. Im Juni 2018 verlor der MSCI EM-Index 4,6%. Damit ergibt sich sowohl gegenüber den Developed Markets (-0,2%) als auch gegenüber dem MSCI Welt-Index (-0,7%) eine klare Underperformance. Verantwortlich hierfür zeichnen wie schon im Mai mehrere Faktoren. Zum einen gewann der US-Dollar im Juni weiter an Stärke. Ein Korb aus EM-Währungen büßte gegenüber dem Greenback im Berichtsmonat 2,6% ein. Alle EM-Währungen werteten gegenüber dem US-Dollar ab. Einige EM-Zentralbanken erhöhen zur Stützung ihrer schwachen Währungen die Leitzinsen (u.a. Indonesien). Im Fokus der Anlegersorgen steht aber insbesondere der Handelsstreit zwischen den USA und China. Die seitens der USA angekündigten Strafzölle auf chinesische Import-Produkte und die entsprechenden Gegenmaßnahmen Chinas führten vor allem in Asien zu Kapitalabflüssen. So war die Region Asien ex-Japan im Juni 2018 mit einem Verlust von 5,2% die schwächste EM-Region (EMEA: -2,8%; Lateinamerika: -3,3%). Die Region vereint rd. drei Viertel der MSCI EM-Gewichtung auf sich. Der MSCI China-Index fiel um 5,6%. Der Renminbi verlor im Juni 3,2% gegenüber dem Greenback, der stärkste monatliche Verlust seit 1994. Offenbar versucht China durch eine kontrollierte Abwertung einen Teil der Strafzölle zu kompensieren. Auf Sektorenebene notierten bis auf den Bereich Medien (+5,9%) alle EM-Branchen im Minus. Die stärksten Verluste wiesen dabei die Bereiche Finanzen, Immobilien, IT-Hardware und Transport auf, die alle um rd. 8% nachgaben. Die für 2018 prognostizierten Gewinne je Aktie (EPS) wurden im Berichtszeitraum um 2,6% herab revidiert. Die Aktienmärkte in Taiwan und der Tschechischen Republik wiesen als einzige Börsen positive Gewinnrevisionen auf. Für das erste Halbjahr 2018 sind die EPS-Revisionen in den EM aber immer noch positiv (+3%).

Anleihen


Japan: Aufträge Maschinenbau (Mai), 01:50 Uhr
USA: Erzeugerpreise (Juni), 14:30 Uhr

Die Renditen stiegen gestern leicht an, obwohl die Daten aus dem Euroraum schwächer als erwartet ausfielen. So gingen die Konjunkturerwartungen des Zentrums für europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) im Juli von -16,1 auf -24,7 Punkte drastisch zurück, so tief wie seit 6 Jahren nicht mehr. Auch die Beurteilung der aktuellen Lage verschlechterte sich. Vor allem die Befürchtungen einer Eskalation des internationalen Handelskrieges mit den USA belasteten, hieß es. Außerdem spielte die politische Unsicherheit bei der Umfrage unter den Analysten und institutionellen Anlegern eine Rolle. In Frankreich enttäuschte die Produktion im Mai mit einem Rückgang von -0,2% M/M nach -0,5% M/M, Italien blieb dagegen mit einem Zuwachs von 0,7% M/M nur leicht hinter den Erwartungen zurück. Zusammen mit den deutschen Produktionsdaten (+2,6% M/M) ist aber mit einem ordentlichen Produktionszuwachs von 1,4% M/M für den Euroraum (Meldung Donnerstag) zu rechnen. Das britische Pfund konnte sich gestern erholen. Der neue britische Außenminister und bisherige Gesundheitsminister Jeremy Hunt hat vor dem Brexit-Referendum für den Verbleib der Briten in der EU geworben. Jetzt hat er sich sofort klar hinter Premierministerin May gestellt. Zudem kamen gestern wieder leichte Zinserhöhungsspekulationen für August auf. Der Ölpreis erhöhte sich gestern wegen Lieferausfällen in Libyen und Kanada sowie der verhängten US-Sanktionen gegen den Iran wieder deutlich. In der Nacht zu heute verschärfte die US-Regierung außerdem den Handelsstreit mit Peking. Sie hat eine neue Liste mit chinesischen Exportgütern im Wert von 200 Mrd. USD für mögliche Strafzölle vorgelegt. Für die Importe würden zusätzliche Abgaben in Höhe von 10% fällig. Die Zölle könnten im September in Kraft treten.

Aktien


Heute keine relevanten Unternehmenstermine

Trotz der relativ soliden Vorgaben aus Asien sowie der sehr robusten Kursentwicklung an der Wallstreet verzeichneten die europäischen Aktienmärkte am Dienstag nur einen sehr verhaltenen Start in den Handel. Zum Handelsschluss verzeichneten die meisten Börsen aber deutlichere Aufschläge von bis zu 0,8% (Österreich). Vor dem Start der Berichtssaison am kommenden Freitag, an dem mehrere wichtige US-Finanzinstitute ihre Geschäftszahlen für das zweite Quartal 2018 vorlegen werden, fehlte es den Märkten gestern zunächst an signifikanten Impulsen. Trotz eines schwächeren ZEW-Index verbuchte der Dax dann aber doch ein Plus von 0,5%, das insbesondere einer erneut freundlichen Eröffnung an der Wallstreet zu verdanken ist. Tagesgewinner im Dax war die Aktie von Covestro mit einem Aufschlag von 2,2%; sie profitierte u.a. von einer Votenheraufstufung durch einen Broker. In der zweiten Reihe legte die Aktie von Nordex nach dem Gewinn eines Großauftrages (größter Einzelauftrag in der Firmengeschichte) um 4,5% zu. Auf europäischer Sektorenebene führten am gestrigen Tag Öl- & Gaswerte die Gewinnerliste an; sie stiegen im Schnitt um 1,4% (Technologie-werte: +1,2%). Die deutlichsten Verluste wies demgegenüber der Bereich Banken auf, dessen Indexmitglieder im Schnitt um 0,6% einbüßten. Die Börsen in den USA tendierten am Dienstag erneut freundlich, wobei dieses Mal der Dow Jones-Index (+0,6%) und der S&P 500-Index (+0,4%) stärker stiegen als der Nasdaq Composite-Index (+0,1%). Auf Sektoren-ebene waren v.a. Verbrauchsgüteraktien (+1,3%) gesucht (Tagesverlierer Finanzwerte: -0,4%). Die Börsen in Asien litten unter der Entscheidung von Trump, Zölle von 10% auf weitere chinesische Waren im Wert von 200 Mrd. USD zu erheben. Daraufhin verloren sowohl festlandchinesische A-Aktien als auch H-Aktien in Hongkong gegen Handelsende im Schnitt mehr als 2%. Der Nikkei 225-Index sank um 1,2%.

Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne der Commerzbank. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

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Aktie: DAX
WKN: 846900
ISIN: DE0008469008
Branche: Der Deutsche Aktienindex, kurz DAX, ist der wichtigste Index des Frankfurter Aktienmarktes. Der Index besteht aus 30 Aktien. Der Index wurde 1988 an der deutschen Börse als maßgebliches Marktbarometer eingeführt und ist Basiswert für viele Derivate, zum Beispiel im Bereich der Zertifikate und Optionsscheine. Der Startwert des Index geht auf das Jahresende 1987 zurück und ist mit 1.000 Punkten festgesetzt worden. Die wichtigste Form der Berechnung des DAX ist die als Performanceindex, von diesem ist in der Regel in den Medien die Rede, wenn es um den DAX geht. Neben den Kursveränderungen der jeweiligen Aktien werden bei einem Performanceindex zum Beispiel auch Ausschüttungen wie die Dividende berücksichtigt. Die exakte Zusammensetzung des DAX ist immer wieder Änderungen unterworfen. Für die Aufnahme einer Aktie in den DAX ist die Marktkapitalisierung des Streubesitzes sowie der Umsatz der jeweiligen Aktie maßgeblich. Die Zusammensetzung wird alle drei Monate durch den Arbeitskreis Indizes der Deutschen Börse überprüft. Zudem kann es außerhalb des üblichen Turnus Änderungen geben, wenn sich eine nicht im DAX vorhandene Aktie sowohl bei der Marktkapitalisierung des Streubesitzes als auch dem Umsatz unter den Top 25 befindet – die sogenannte Fast-Entry-Regel. Unternehmen, die in den Index aufgenommen werden, müssen unter anderem im Prime Standard des Frankfurter Aktienmarktes notiert sein. Beim Streubesitz gibt es eine Mindestschwelle von 10 Prozent. Im DAX enthalten sind also die umsatzstarken Aktien großer Unternehmen. Beispiele hierfür sind Allianz, Bayer, Commerzbank, Daimler, Deutsche Bank, Deutsche Telekom, SAP, Siemens und Volkswagen. Ihre Gewichtung im Index ist unterschiedlich hoch und berechnet sich nach der Marktkapitalisierung des jeweiligen Unternehmens, basierend auf dem Streubesitz. Die DAX-Kurse werden während des XETRA-Handels auf Basis der Kurse der im Index enthaltenen Aktien berechnet. Vor und nach dem XETRA-Handel werden von der Deutschen Börse AG der Early DAX und der Late DAX berechnet.




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