Aktien: Trump droht mit neuen Zöllen - Weberbank-Kolumne

Bild und Copyright: Frederic Legrand / shutterstock.com

Bild und Copyright: Frederic Legrand / shutterstock.com

Nachricht vom 09.07.2018 09.07.2018 (www.4investors.de) - Nach dem Ausscheiden der deutschen Mannschaft bei der Weltmeisterschaft hatten sich wahrscheinlich viele schon mental auf die Sommerpause eingestellt. Aber zum (Un-)Glück aller Marktteilnehmer geben sich die Politiker weltweit Mühe, die Spannung aufrecht zu erhalten. Dementsprechend ist auch bei steigenden Außentemperaturen volle Konzentration auf das Geschehen an den Finanzmärkten gefordert.

Es scheint derzeit nicht möglich zu sein, einen Kommentar zum Finanzmarkt zu schreiben, ohne Donald Trump und seine eigenwillige Art, Politik zu machen, zu erwähnen. Auch dieses Mal hat er es wieder geschafft: durch die angedrohte nächste Eskalationsstufe im Handelsstreit, nämlich Zölle auf Automobile zu erheben, die Aktienmärkte zu beschäftigen. Diese Drohung führte dazu, dass in den letzten Wochen die meisten Automobilhersteller und deren Zulieferer pauschal von den Anlegern abgestraft wurden und zum Teil deutliche Kursverluste hinnehmen mussten. Diese Marktreaktion spiegelt vor allem die gestiegene Unsicherheit wider, die derzeit bei den Investoren vorherrscht. Sicher scheint momentan nur, dass weder prognostizierbar ist, ob die angedrohten Zölle tatsächlich erhoben werden, noch welche Auswirkungen diese hätten. Anhand der Produktionsstandorte und -zahlen der Unternehmen lässt sich zwar vermuten, dass es nicht nur Verlierer gäbe, aber auch hier wird mit vielen Unbekannten gearbeitet. Der verwendete Konjunktiv gibt gleichzeitig schon einen Hinweis darauf, dass Titel aus diesen Segmenten in nächster Zeit sicherlich mit Vorsicht zu genießen sind, da sich je nach aktueller Nachrichtenlage deutlichere Kursschwankungen nicht ausschließen lassen. Neben der Automobilbranche waren die Schwellenländer der große Verlierer der letzten Wochen. Diese wurden ebenfalls von der durch Trump geschürten Unsicherheit erfasst und mussten teils massive Kursverluste hinnehmen. Auch hier erscheint der Ausblick ungewiss und, solange das Damoklesschwert neuer Zölle nicht verschwindet, nicht unbedingt positiv.

Die deutsche Regierungskrise versetzt die Märkte nicht in Aufruhr


Ein ungewohntes Bild ergab sich in der vergangenen Woche in Deutschland: Während die Bundesregierung eigentlich in Europa als Garant für Stabilität gilt, bahnte sich aufgrund der Auseinandersetzung zwischen der CDU und der CSU eine ernsthafte Regierungskrise an, die ihren Höhepunkt am letzten Wochenende erreichte. Direkt zum Anfang der Woche schien der Spuk allerdings schon wieder vorbei zu sein, was dazu führte, dass eine mögliche Verunsicherung der Anleger sich weder an den Aktien- noch an den Rentenmärkten bahnbrechen konnte. Rückblickend scheinen die meisten Investoren davon ausgegangen zu sein, dass diese Krise gelöst werden kann oder zumindest keine ernsthafte Gefahr für die gesamteuropäische Entwicklung darstellt. Ein unterstützender Faktor war hierbei sicherlich das wirtschaftliche Umfeld, welches zwar keine weitere Wachstumsbeschleunigung im Vergleich zum Vorjahr zeigt, aber gleichzeitig auch von einer Wachstumsdelle entfernt ist. Zusätzlich schlug sich auch der Präsident der Europäischen Zentralbank, Mario Draghi, auf die Seite der Anleger, indem er verkündete, dass zwar das Anleihekaufprogramm im Dezember dieses Jahres aller Voraussicht nach ende, aber mit einem nächsten Zinsschritt nicht vor Sommer 2019 zu rechnen sei. Dieser sehr gemächliche Ausstieg aus der expansiven Geldpolitik wurde von den Marktteilnehmern insgesamt positiv aufgenommen.

Beim Brexit wartet die EU auf Initiative von Großbritannien


In Großbritannien wird das Ticken der Brexit-Uhr mit jedem Tag lauter und sorgt innerhalb der britischen Politik für Unruhe. Während sich die Regierung um Premierministerin Theresa May im Wochentakt Abstimmungen über ihr Handeln stellen muss, wartet die EU auf konkrete Vorschläge aus dem Königreich, um die Verhandlungen über einen geregelten Austritt aus der Staatengemeinschaft fortsetzen zu können. Vielleicht sind in diesem Zusammenhang am nächsten Wochenende Fortschritte zu vermelden, sollten sich die Minister auf das angekündigte Positionspapier, welches die Grundlage für den weiteren Verhandlungsprozess legen soll, einigen können. Falls nicht, dürfte die sowieso schon hohe Anfälligkeit des britischen Aktienmarktes noch weiter zunehmen. Unabhängig von dieser kurzfristigen Entwicklung scheint eine gewisse Zurückhaltung bei Investitionen in dieser Region auch mit Blick auf den Sondergipfel der EU zum Thema Brexit im Herbst dieses Jahres angebracht. Trotz all der politischen Störfeuer darf nicht unerwähnt bleiben, dass die Gewinnerwartungen der Unternehmen sowohl in Europa als auch in den USA immer noch steigen. Somit sollte für die nächsten Monate eine solide Basis für die weitere Entwicklung an den Aktienmärkten gelegt sein, wobei größere Kursschwankungen zu erwarten sind.

Disclaimer: Dieser Text ist eine Kolumne der Weberbank. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!


Aktueller Aktienkurs und interaktive Chart-Tools für die DAX Aktie: Hier klicken!!
(Werbung)



  Anmelden Abmelden -
Bestätigungslink nicht per Mail bekommen? Bitte kontrollieren Sie Ihren Spamordner und fügen Sie mail@4investors.de zu ihrem E-Mail Adressbuch hinzu! So erhalten Sie jederzeit ihren gewünschten 4investors Newsletter. Wir speichern ihre Mailadresse ausschließlich zum Versand des Newsletters und geben diese nicht weiter! Sie können den Newsletter jederzeit abbestellen. Bitte beachten Sie unsere Datenschutzerklärung.



Aktie: DAX
WKN: 846900
ISIN: DE0008469008
Branche: Der Deutsche Aktienindex, kurz DAX, ist der wichtigste Index des Frankfurter Aktienmarktes. Der Index besteht aus 30 Aktien. Der Index wurde 1988 an der deutschen Börse als maßgebliches Marktbarometer eingeführt und ist Basiswert für viele Derivate, zum Beispiel im Bereich der Zertifikate und Optionsscheine. Der Startwert des Index geht auf das Jahresende 1987 zurück und ist mit 1.000 Punkten festgesetzt worden. Die wichtigste Form der Berechnung des DAX ist die als Performanceindex, von diesem ist in der Regel in den Medien die Rede, wenn es um den DAX geht. Neben den Kursveränderungen der jeweiligen Aktien werden bei einem Performanceindex zum Beispiel auch Ausschüttungen wie die Dividende berücksichtigt. Die exakte Zusammensetzung des DAX ist immer wieder Änderungen unterworfen. Für die Aufnahme einer Aktie in den DAX ist die Marktkapitalisierung des Streubesitzes sowie der Umsatz der jeweiligen Aktie maßgeblich. Die Zusammensetzung wird alle drei Monate durch den Arbeitskreis Indizes der Deutschen Börse überprüft. Zudem kann es außerhalb des üblichen Turnus Änderungen geben, wenn sich eine nicht im DAX vorhandene Aktie sowohl bei der Marktkapitalisierung des Streubesitzes als auch dem Umsatz unter den Top 25 befindet – die sogenannte Fast-Entry-Regel. Unternehmen, die in den Index aufgenommen werden, müssen unter anderem im Prime Standard des Frankfurter Aktienmarktes notiert sein. Beim Streubesitz gibt es eine Mindestschwelle von 10 Prozent. Im DAX enthalten sind also die umsatzstarken Aktien großer Unternehmen. Beispiele hierfür sind Allianz, Bayer, Commerzbank, Daimler, Deutsche Bank, Deutsche Telekom, SAP, Siemens und Volkswagen. Ihre Gewichtung im Index ist unterschiedlich hoch und berechnet sich nach der Marktkapitalisierung des jeweiligen Unternehmens, basierend auf dem Streubesitz. Die DAX-Kurse werden während des XETRA-Handels auf Basis der Kurse der im Index enthaltenen Aktien berechnet. Vor und nach dem XETRA-Handel werden von der Deutschen Börse AG der Early DAX und der Late DAX berechnet.




Weitere Nachrichten aus der 4investors-Redaktion

20.07.2018 - Mutares stellt auf Namensaktien um - neue Aufsichtsräte
20.07.2018 - Senivita Sozial: Verkauf einer Anlage
20.07.2018 - Pyrolyx: Neuer Aufsichtsrat - Entlastung von Aktionären abgelehnt
20.07.2018 - MTU zieht Bilanz der Farnborough Airshow
20.07.2018 - Allgeier: Operativer Gewinn mehr als verdoppelt
20.07.2018 - Steinhoff International: Schon wieder Neuigkeiten!
20.07.2018 - Evotec Aktie: Spekulationen auf den großen Ausbruch
20.07.2018 - Mutares Aktie: Achtung!
20.07.2018 - Secunet Aktie: Pullback oder das Ende der Bullenparty?
20.07.2018 - Baumot: Vorstand Kavena geht - Kosten werden gesenkt


Chartanalysen

20.07.2018 - Evotec Aktie: Spekulationen auf den großen Ausbruch
20.07.2018 - Secunet Aktie: Pullback oder das Ende der Bullenparty?
19.07.2018 - BYD Aktie: Wichtige Marken liegen jetzt im Fokus
19.07.2018 - Geely Aktie: Erholungsversuch gescheitert - und nun?
19.07.2018 - Siemens Healthineers Aktie: Ein wichtiges Signal
18.07.2018 - Epigenomics Aktie: Spannende Entwicklung - kommt der Ausbruch?
18.07.2018 - Softing Aktie: Hier tut sich etwas!
18.07.2018 - Bitcoin Group Aktie: Was ist heute denn hier los?
18.07.2018 - KPS Aktie: Ein Treffer - aber was passiert jetzt?
18.07.2018 - Baumot Aktie: Die Gefahr ist noch nicht vorüber!


Analystenschätzungen

20.07.2018 - Software AG: Erwartungen legen zu
20.07.2018 - Steico: Wachstumsstory bleibt intakt
20.07.2018 - Zooplus: Enttäuschung nicht ausgeschlossen
20.07.2018 - Vectron Systems: Kursziel fällt deutlich
20.07.2018 - Morphosys: Prognose wird angepasst
20.07.2018 - Anglo American: Neue Prognose für 2018
20.07.2018 - RWE: Aktie wird hochgestuft
20.07.2018 - K+S: Verkaufsempfehlung entfällt
20.07.2018 - E.On: Wieder mit Coverage
20.07.2018 - Morphosys: Analysten sehen hohes Abwärtspotenzial


Kolumnen

20.07.2018 - Aktien: Donald Trump auf Reisen - Weberbank-Kolumne
20.07.2018 - DAX: Schulbuchmäßige Charttechnik - Donner + Reuschel Kolumne
20.07.2018 - Öl: Trotz Ausfälle entspannt sich zumindest kurzfristig die Angebotssituation - Commerzbank Kolumne
20.07.2018 - Platin: Mehrjähriges Tief unterschritten - UBS Kolumne
20.07.2018 - DAX: Es wird jetzt ungemütlich - UBS Kolumne
19.07.2018 - DAX „unterdurchschnittlich“: Test der 200-Tage-Linie als Gradmesser - Donner + Reuschel Kolumne
19.07.2018 - US-Hausbaubeginne gehen überraschend stark zurück - Commerzbank Kolumne
19.07.2018 - Bayer Aktie: Die letzte Chance der Bullen - UBS Kolumne
19.07.2018 - DAX: Im Niemandsland - UBS Kolumne
18.07.2018 - Nebenwerte an der Börse München - Kolumne

All Right Reserved by minimalthemes - ©2018 Stoffels & Barck GbR