Investoren sollten sich auf eine vorsichtige Gangart einstellen - AXA IM Kolumne

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Nachricht vom 16.05.2018 16.05.2018 (www.4investors.de) - Der aktuelle Handelskrieg zwischen den USA und China füllt weiterhin die Schlagzeilen – und ist Nährboden für eine Sorge um dauerhafte Spannungen. Das hat auch Folgen für Anleger: „Sollte der US-Forderung nach einer weiteren deutlichen Absenkung des chinesischen Außenhandelsüberschusses erneut Nachdruck verliehen werden, würde im Umkehrschluss die schwächelnde Konjunktur weiter belastet. Investoren sind also gut beraten, sich auf eine höhere Volatilität einzustellen“, erklärt Franz Wenzel, Anlagestratege für institutionelle Kunden bei AXA Investment Managers.

Verantwortlich dafür seien steigende (US-)Zinsen und hohe Aktienmarktbewertungen, so Wenzel weiter. Der Dollar habe dabei einmal mehr seinen Charakter als „Fluchtwährung“ unter Beweis gestellt: Trotz oder vielmehr gerade wegen der politischen Unwägbarkeiten hat der Dollar in den vergangenen Wochen deutlich an Wert gewonnen. Über die künftige Geldpolitik gibt es keine Zweifel: Weitere Zinserhöhungen seien laut dem neuen Fed-Chairman Jerome Powell vorprogrammiert.

Für Europa sind Experten zuversichtlich, trotz des politischen Stillstands und möglicher Neuwahlen in Italien: „Trotz der mageren Wertentwicklung seit Jahresbeginn bleiben wir davon überzeugt, dass die europäischen Börsen das Jahr 2018 positiv beschließen werden“, so Wenzel. „Die zurückliegende Berichtssaison hat gezeigt, dass sich die Unternehmensgewinne vielversprechend darstellen.“ Die Konjunktur sei nicht notwendigerweise auf eine stabile Regierung angewiesen, das hätten die vergangenen Jahre schon vielerorts gezeigt.

Virulente Fragen für Europa mit bedeutender Dimension


Mit Blick auf die Entwicklungen auf globalem politischen Parkett stellen sich laut Franz Wenzel gleich zwei virulente Fragen für die Finanzmärkte. Kann die europäische Bankenreform weiter vorangetrieben werden, um die Konjunktur zu fördern? Und: Inwieweit strahlt eine instabile italienische politische Lage möglicherweise auch in Richtung Europa aus? Die europäische Reformfähigkeit und Glaubwürdigkeit seien hier aus seiner Sicht einmal mehr gefragt.

Unterdessen sind die Ölpreise so hoch wie seit über dreieinhalb Jahren nicht mehr. Die Diskussion um das Iranatomabkommen und die Krise im Nahen Osten haben den Ölpreis in den vergangenen zwölf Monaten von zunächst 50 US-Dollar auf heute etwa 75 US-Dollar ansteigen lassen. „Wir unterstellen, dass ein dauerhafter Anstieg von etwa 10 US-Dollar etwa 0,1 Prozent Wachstum kostet“, sagt Wenzel. Sollte der Ölpreis auf heutigem Niveau bleiben, könne das nach dieser Faustregel etwa 0,2 Prozent Wachstum kosten und die Inflation um etwa 0,3 bis 0,4 Prozent anheben.

Renditen-Flirt mit 3-Prozent-Marke: Versuchung für Investoren


Die Renditen von zehnjährigen Staatsanleihen nähern sich derweil der 3-Prozent-Marke. Sollten Investoren dieses Niveau nutzen und investieren wollen, ist laut der Experten angesichts der guten Konjunktur und weiter zu erwartender Zinserhöhungen seitens der US-Notenbank dennoch Vorsicht vor langlaufenden US-Anleihen das erste Gebot der Stunde. Allein für 2018 werden noch drei Zinserhöhungen unterstellt, gefolgt von drei weiteren Zinsschritten für 2019. Die Erhöhungen werden auch am langen Ende der Zinskurve nicht spurlos vorübergehen, sagt Wenzel. „Wir wären nicht überrascht, wenn sich die Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen auf Sicht von zwei Jahren in Richtung der 4-Prozent-Marke bewegen würden“, erläutert der Experte. Unabhängig von diesen möglichen Entwicklungen bliebe laut seiner Aussage für alle ausländischen Investoren weiterhin die Währungssicherung ein zentrales Thema.

Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne von AXA Investment Managers. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!



Aktie: DAX
WKN: 846900
ISIN: DE0008469008
Branche: Der Deutsche Aktienindex, kurz DAX, ist der wichtigste Index des Frankfurter Aktienmarktes. Der Index besteht aus 30 Aktien. Der Index wurde 1988 an der deutschen Börse als maßgebliches Marktbarometer eingeführt und ist Basiswert für viele Derivate, zum Beispiel im Bereich der Zertifikate und Optionsscheine. Der Startwert des Index geht auf das Jahresende 1987 zurück und ist mit 1.000 Punkten festgesetzt worden. Die wichtigste Form der Berechnung des DAX ist die als Performanceindex, von diesem ist in der Regel in den Medien die Rede, wenn es um den DAX geht. Neben den Kursveränderungen der jeweiligen Aktien werden bei einem Performanceindex zum Beispiel auch Ausschüttungen wie die Dividende berücksichtigt. Die exakte Zusammensetzung des DAX ist immer wieder Änderungen unterworfen. Für die Aufnahme einer Aktie in den DAX ist die Marktkapitalisierung des Streubesitzes sowie der Umsatz der jeweiligen Aktie maßgeblich. Die Zusammensetzung wird alle drei Monate durch den Arbeitskreis Indizes der Deutschen Börse überprüft. Zudem kann es außerhalb des üblichen Turnus Änderungen geben, wenn sich eine nicht im DAX vorhandene Aktie sowohl bei der Marktkapitalisierung des Streubesitzes als auch dem Umsatz unter den Top 25 befindet – die sogenannte Fast-Entry-Regel. Unternehmen, die in den Index aufgenommen werden, müssen unter anderem im Prime Standard des Frankfurter Aktienmarktes notiert sein. Beim Streubesitz gibt es eine Mindestschwelle von 10 Prozent. Im DAX enthalten sind also die umsatzstarken Aktien großer Unternehmen. Beispiele hierfür sind Allianz, Bayer, Commerzbank, Daimler, Deutsche Bank, Deutsche Telekom, SAP, Siemens und Volkswagen. Ihre Gewichtung im Index ist unterschiedlich hoch und berechnet sich nach der Marktkapitalisierung des jeweiligen Unternehmens, basierend auf dem Streubesitz. Die DAX-Kurse werden während des XETRA-Handels auf Basis der Kurse der im Index enthaltenen Aktien berechnet. Vor und nach dem XETRA-Handel werden von der Deutschen Börse AG der Early DAX und der Late DAX berechnet.




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