Im Euroraum geht die Inflationsrate im April überraschend zurück - Commerzbank Kolumne

Bild und Copyright: telesniuk / shutterstock.com.

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Nachricht vom 04.05.2018 04.05.2018 (www.4investors.de) - Im April hat sich im Euroraum der Verbraucherpreisanstieg deutlich abgeschwächt. Die sogenannte Kernrate, welche die schwankungsanfälligen Komponenten Energie, Lebens- und Genussmittel außen vor lässt, fiel im Jahresvergleich von 1,0% im März auf 0,7% im April. Das ist der niedrigste Wert seit März 2017. Die Gesamtrate sank von 1,3% auf 1,2% J/J. Ein Grund für die jetzige schwache Preisentwicklung dürfte der starke Rückgang bei den Dienstleistungspreisen sein, denn letztes Jahr fiel Ostern in den April, 2018 aber in den März, so dass die teuren Pauschalreisen aktuell aus dem Vorjahresvergleich herausfallen. Dieser Effekt dreht sich im Mai wieder um.

Anleihen


USA: Arbeitsmarktbericht (April), 14:30 Uhr
USA: Stundenlöhne (April), 14:30 Uhr

Für Überraschung sorgten gestern die Inflationsdaten aus dem Euroraum: Die Kernrate (Verbraucherpreisentwicklung zum Vorjahr, ohne Energie und Nahrungsmittel) ging deutlich von 1,0% im März auf nur 0,7% im April zurück. Erwartet wurde nur ein Rückgang um ein Zehntel. Maximal zwei Zehntel des Rückgangs dürften jedoch auf die frühe Lage von Ostern zurückzuführen sein (vgl. „Im Blickpunkt“). Die Renditen von 10-jährigen Bundesanleihen fielen gestern um etwa fünf Basispunkte und liegen derzeit bei 0,53%. Der Hochpunkt im Februar von knapp 0,80% rückt weiter in die Ferne. Angesichts der überraschend niedrigen Inflation und den in diesem Jahr bislang eher schwachen Konjunkturdaten dürfte die Europäische Zentralbank (EZB) im Juni nicht nur ihre Wachstumsprojektion sondern auch den Inflationsausblick senken. Eine erste Zinserhöhung rückt vor diesem Hintergrund nach unserer Ansicht tiefer in die zweite Jahreshälfte 2019. Ihr Anleihekaufprogramm dürfte die EZB dennoch zum Jahresende einstellen. Mehr Momentum zeigt dagegen die US-Wirtschaft. Die Analysten erwarten vom heutigen Arbeitsmarktbericht einen Zuwachs von etwa 190.000 Stellen in der Privatwirtschaft. Angesichts der in der letzten Woche erneut rekordverdächtig niedrigen Zahl von Erstanträgen auf Arbeitslosenunterstützung und dem positiven ADP-Bericht erscheinen die Schätzungen realistisch. Viel Augenmerk wird die Entwicklung der Stundenlöhne auf sich ziehen. Bislang stieg der Lohndruck trotz der niedrigen Arbeitslosigkeit nur moderat an. Die Konjunkturdaten zeigen darüber hinaus gestern folgendes Bild: Die Dynamik im Servicegewerbe hat sich etwas abgeschwächt – der ISM-Index ging um 2 Punkte zurück. Die Exporte steigen dagegen wohl auch wegen der Dollarabwertung recht kräftig, während die Investitionsdynamik nachlässt.

Aktien


BASF / BMW / Gea / Lanxess, Zahlen Q1
BNP / Generali / HSBC, Zahlen Q1
Société Générale / Swiss Re, Zahlen Q1
Vestas Wind / Rhön Klinikum / Rheinmetall, Zahlen Q1

Nach den Kursgewinnen der vergangenen Tage, ging es an den europäischen Aktienmärkten gestern abwärts. Allerdings konnten sich die Indizes mit der sich nach einem schwachen Start wieder erholenden Wall Street von ihren Tagestiefs lösen. Das Fed-Protokoll wurde unterschiedlich interpretiert und viele Quartalsgewinnausweise konnten nicht überzeugen, so dass Gewinnmitnahmen das Bild dominierten. Dass die europäische Kommission die Wachstumsprognose heruntergenommen hat, passt in das Bild der Makrofrühindikatoren. Am konjunkturellen Bild für die Aktienmärkte dürfte sich das Bild eines soliden Wachstums mit nachlassender Dynamik weiter verfestigen, was aus dieser Perspektive zunächst nur begrenztes Kurspotenzial verheißt. Die Kursreaktionen auf die gestrigen Quartalszahlen passten auch in das bisherige Bild der Berichtssaison, wo schwache Zahlen abgestraft und gute Zahlen kaum honoriert wurden. So erging es z.B. Infineon (-0,4%), die zunächst ordentlich zulegen konnten, dann aber doch noch leicht im Minus schlossen. Adidas legt ebenfalls solide Zahlen vor. Am Ende ging es um fast 7% nach unten, wobei auch Spekulationen darüber, dass die Zusammenarbeit mit dem Rapper Kanye West ein Ende gefunden haben könnte, auf die Stimmung drückten. In den USA konnten sich die Kurse nach einem schwachen Start wieder erholen, wobei allerdings keine klaren übergeordneten Treiber erkennbar waren. Während der Markt in Japan feiertagsbedingt noch geschlossen ist, zeigten die übrigen Märkte in Asien heute Morgen eine überwiegend leichtere Tendenz. Vor den heutigen US-Arbeitsmarktdaten und angesichts der noch laufenden Gespräche zwischen den USA und China über ihre Handelsbeziehungen hielten sich viele Investoren zurück.

Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne der Commerzbank. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

Lesen Sie hierzu auch folgenden Beitrag aus der 4investors-Redaktion - DAX atmet durch: Seitwärts ins Wochenende - Donner + Reuschel Kolumne



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Aktie: DAX
WKN: 846900
ISIN: DE0008469008
Branche: Der Deutsche Aktienindex, kurz DAX, ist der wichtigste Index des Frankfurter Aktienmarktes. Der Index besteht aus 30 Aktien. Der Index wurde 1988 an der deutschen Börse als maßgebliches Marktbarometer eingeführt und ist Basiswert für viele Derivate, zum Beispiel im Bereich der Zertifikate und Optionsscheine. Der Startwert des Index geht auf das Jahresende 1987 zurück und ist mit 1.000 Punkten festgesetzt worden. Die wichtigste Form der Berechnung des DAX ist die als Performanceindex, von diesem ist in der Regel in den Medien die Rede, wenn es um den DAX geht. Neben den Kursveränderungen der jeweiligen Aktien werden bei einem Performanceindex zum Beispiel auch Ausschüttungen wie die Dividende berücksichtigt. Die exakte Zusammensetzung des DAX ist immer wieder Änderungen unterworfen. Für die Aufnahme einer Aktie in den DAX ist die Marktkapitalisierung des Streubesitzes sowie der Umsatz der jeweiligen Aktie maßgeblich. Die Zusammensetzung wird alle drei Monate durch den Arbeitskreis Indizes der Deutschen Börse überprüft. Zudem kann es außerhalb des üblichen Turnus Änderungen geben, wenn sich eine nicht im DAX vorhandene Aktie sowohl bei der Marktkapitalisierung des Streubesitzes als auch dem Umsatz unter den Top 25 befindet – die sogenannte Fast-Entry-Regel. Unternehmen, die in den Index aufgenommen werden, müssen unter anderem im Prime Standard des Frankfurter Aktienmarktes notiert sein. Beim Streubesitz gibt es eine Mindestschwelle von 10 Prozent. Im DAX enthalten sind also die umsatzstarken Aktien großer Unternehmen. Beispiele hierfür sind Allianz, Bayer, Commerzbank, Daimler, Deutsche Bank, Deutsche Telekom, SAP, Siemens und Volkswagen. Ihre Gewichtung im Index ist unterschiedlich hoch und berechnet sich nach der Marktkapitalisierung des jeweiligen Unternehmens, basierend auf dem Streubesitz. Die DAX-Kurse werden während des XETRA-Handels auf Basis der Kurse der im Index enthaltenen Aktien berechnet. Vor und nach dem XETRA-Handel werden von der Deutschen Börse AG der Early DAX und der Late DAX berechnet.




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