ifo-Geschäftsklima: Unternehmensstimmung kühlt sich im April weiter ab - Nord LB Kolumne

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Nachricht vom 24.04.2018 24.04.2018 (www.4investors.de) - Das Münchener ifo-Institut hat vor wenigen Minuten die Ergebnisse seines Konjunkturtests für den Berichtsmonat April veröffentlicht. Demnach hat sich die Stimmung in der deutschen Wirtschaft zuletzt weiter abgekühlt. Der ifo-Geschäftsklimaindex ging auf 102,1 Punkte zurück. Sowohl die aktuelle Lage (105,7 Punkte) als auch die auf die Geschäftsentwicklung in sechs Monaten gerichteten Geschäftserwartungen (98,7 Punkte) wurden von den Unternehmen ein weiteres Mal nach unten korrigiert.

Die absoluten Indexzahlen sind diesmal aber mit Vorsicht zu interpretieren, da das Münchner ifo Institut seinen vielbeachteten Indikator generalüberholt hat. So wurde die seit 2005 separat erhobene Umfrage unter Dienstleistern in das neu benannte „ifo Geschäftsklima Deutschland“ integriert, um der gewachsenen Bedeutung des tertiären Sektors Rechnung zu tragen. Zudem wurden die Aggregationsregeln adjustiert und für das Geschäftsklima und seine Komponenten auf das neue Basisjahr 2015 umgestellt. Da die Saldenwerte für das Jahr 2015 deutlich über denen des Jahres 2005 liegen, hat die Umbasierung die größte Auswirkung auf die absoluten Indexzahlen – die konjunkturelle Aussagekraft wird von letzterem jedoch in keiner Weise berührt.

Der Rückgang fiel stärker aus als prognostiziert. Das Geschäftsklima ist bereits das fünfte Mal in Folge gesunken und notiert auf dem niedrigsten Stand seit über einem Jahr. Der wichtigste Frühindikator für die deutsche Konjunktur signalisiert damit sicherlich eine temporäre Abkühlung. Von einem Beleg für einen ausgeprägten Abschwung wollen wir aber noch nicht sprechen, auch wenn die simple Daumenregel des dreimaligen Rückgangs in Folge erfüllt ist. Immerhin dürfte ein Gutteil der Stimmungseintrübung der letzten Monate der konfrontativen US-Handelspolitik geschuldet sein. Diesbezüglich halten wir es aber weiterhin für wahrscheinlich, dass eine schädliche Eskalationsspirale letztlich in bilateralen Verhandlungen vermieden werden kann.

Auch an den Märkten scheint sich eine gelassenere Sichtweise auf den aktuellen Handelskonflikt mehr und mehr durchzusetzen. Von den heutigen Zahlen aus München wurden die Marktteilnehmer jedenfalls offenbar nicht auf dem falschen Fuß erwischt. Der Deutsche Aktienleitindex DAX hat nur kurzzeitig nachgegeben, die heute Morgen übersprungene Marke von 12.600 Punkten konnte aber verteidigt werden.

Die EZB dürfte auf ihrer Sitzung am Donnerstag keine neuen Beschlüsse fassen, wohl aber die gestiegenen Abwärtsrisiken insbesondere wegen des Handelskonflikts betonen. Während sich erste negative Effekte bei den Stimmungsindikatoren zeigen, ist die sich abzeichnende Abschwächung des Wachstums im ersten Quartal in Deutschland vor allem auf Sonderfaktoren (Streiks, Grippewelle, Ferieneffekt) zurückzuführen – was Nachholeffekte für das Frühjahr verspricht. An unserer Konjunkturprognose von 2,4% für 2018 halten wir daher fest. Bei aller Vorsicht wird die EZB daher ihre Vorbereitungen für den Ausstieg aus der expansiven Geldpolitik fortsetzen.

Fazit: Der ifo-Geschäftsklimaindex ist im April wie erwartet erneut gesunken. Die Stimmung leidet seit einigen Monaten unter dem festen Euro und den protektionistischen Tendenzen in der US-Politik. Ein Handelskrieg dürfte aber auf dem Weg bilateraler Verhandlungen aber vermieden werden. Den erneuten Stimmungsrückgang wollen wir wegen der sehr hohen Ungewissheit bezüglich des Handelskonflikts noch nicht als Abschwung interpretieren. Gleichwohl scheint die deutsche Wirtschaft den konjunkturellen Hochpunkt bereits überschritten zu haben. Die EZB wird daher am Donnerstag bei ihrer betont vorsichtigen Vorgehensweise bleiben und im April keine weiteren Maßnahmen auf dem Weg hin zu einer neutraleren Ausrichtung der Geldpolitik beschließen.


Disclaimer: Dieser Text ist eine Kolumne der Nord LB. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!



Aktie: DAX
WKN: 846900
ISIN: DE0008469008
Branche: Der Deutsche Aktienindex, kurz DAX, ist der wichtigste Index des Frankfurter Aktienmarktes. Der Index besteht aus 30 Aktien. Der Index wurde 1988 an der deutschen Börse als maßgebliches Marktbarometer eingeführt und ist Basiswert für viele Derivate, zum Beispiel im Bereich der Zertifikate und Optionsscheine. Der Startwert des Index geht auf das Jahresende 1987 zurück und ist mit 1.000 Punkten festgesetzt worden. Die wichtigste Form der Berechnung des DAX ist die als Performanceindex, von diesem ist in der Regel in den Medien die Rede, wenn es um den DAX geht. Neben den Kursveränderungen der jeweiligen Aktien werden bei einem Performanceindex zum Beispiel auch Ausschüttungen wie die Dividende berücksichtigt. Die exakte Zusammensetzung des DAX ist immer wieder Änderungen unterworfen. Für die Aufnahme einer Aktie in den DAX ist die Marktkapitalisierung des Streubesitzes sowie der Umsatz der jeweiligen Aktie maßgeblich. Die Zusammensetzung wird alle drei Monate durch den Arbeitskreis Indizes der Deutschen Börse überprüft. Zudem kann es außerhalb des üblichen Turnus Änderungen geben, wenn sich eine nicht im DAX vorhandene Aktie sowohl bei der Marktkapitalisierung des Streubesitzes als auch dem Umsatz unter den Top 25 befindet – die sogenannte Fast-Entry-Regel. Unternehmen, die in den Index aufgenommen werden, müssen unter anderem im Prime Standard des Frankfurter Aktienmarktes notiert sein. Beim Streubesitz gibt es eine Mindestschwelle von 10 Prozent. Im DAX enthalten sind also die umsatzstarken Aktien großer Unternehmen. Beispiele hierfür sind Allianz, Bayer, Commerzbank, Daimler, Deutsche Bank, Deutsche Telekom, SAP, Siemens und Volkswagen. Ihre Gewichtung im Index ist unterschiedlich hoch und berechnet sich nach der Marktkapitalisierung des jeweiligen Unternehmens, basierend auf dem Streubesitz. Die DAX-Kurse werden während des XETRA-Handels auf Basis der Kurse der im Index enthaltenen Aktien berechnet. Vor und nach dem XETRA-Handel werden von der Deutschen Börse AG der Early DAX und der Late DAX berechnet.




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