Rekordjahr aus Katastrophensicht - Commerzbank Kolumne

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Nachricht vom 18.04.2018 18.04.2018 (www.4investors.de) - Wie aus der neuesten Sigma-Studie des weltweit zweitgrößten Rückversicherers Swiss Re hervorgeht, hat das Jahr 2017 mehrere Negativrekorde in Sachen Katastrophenschäden aufgestellt. Mit einem weltweiten wirtschaftlichen Verlust von 337 Mrd. USD wurde ein neuer Rekordwert verzeichnet, lediglich die Folgen des Erdbebens in Japan verursachten 2011, aus heutiger Sicht, größere wirtschaftliche Schäden. Von den Schäden des Vorjahres waren etwa 144 Mrd. USD (42,7%) versichert – ebenfalls ein neuer Höchststand. Zum Vergleich: Die 10-Jahres-Durchschnitte liegen inflationsbereinigt deutlich niedriger bei 190 Mrd. USD bzw. 58 Mrd. USD. Schäden in den USA dominieren dabei die Statistik, da hier traditionell Naturkatastrophen besser versichert sind als bspw. in ähnlich gefährdeten asiatischen Regionen. Haupttreiber war dabei die nordatlantische Hurrikan-Saison, welche durch die drei Hurrikane Harvey, Irma und Maria eine Schneise der Verwüstung durch die Karibik, Puerto Rico, Texas und Florida zog und am Ende mit 92 Mrd. USD versicherten Schäden (fast 2/3 Anteil an den Naturkatastrophen) belastete. Im Frühjahr 2017 führte zusätzlich eine Serie von schweren Gewittern und Hagelschlägen bei fünf Ereignissen jeweils zu Schäden über der Milliardengrenze. Auch stieg die Zahl der Waldbrände insbesondere in den USA und Kanada erneut an. Diese standen für 14 Mrd. USD, ebenfalls einen neuer Rekord.

In Folge dessen verzeichneten Rückversicherer 2017 deutliche Ergebniseinbrüche. Immerhin beschränkten sich die Effekte nur auf die Gewinn- und Verlustrechnung der Unternehmen. Die zumeist hervorragende Eigenkapitalsituation der großen Protagonisten hatte sich dadurch nicht verschlechtert.

Anleihen


Großbritannien: Verbraucherpreise (März), 10:30 Uhr
Euroraum: Verbraucherpreise endgültig (April), 16 Uhr
Kanada: Zinsentscheidung, 16:00 Uhr
USA: Fed veröffentlicht Beige Book, 20:00 Uhr

Seit fast einem Monat bewegen sich die Kurse am deutschen Rentenmarkt in engen Bandbreiten. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen pendelt meist um die 0,50%.
Dabei können weder wirtschaftliche Daten noch die Politik (Handelsstreit, Syrienkonflikt, Nordkorea usw.) Impulse für einen Kursausbruch einleiten. So auch gestern: Die enttäuschenden ZEW-Konjunkturerwartungen hätten durchaus Anlass für eine größere Veränderung geben können. Obwohl die Analysten mit Rückgängen rechneten, kamen die gemeldeten Daten noch einmal schlechter: Die Einschätzung der aktuellen Lage der deutschen Wirtschaft sank von 90,7 (März) auf 87,9 Punkte im April und die Erwartungen gingen von 5,1 auf -8,2 Punkte zurück. Die jetzt angezeigte negative Stimmung wurde vermutlich durch die jüngsten oben genannten Probleme hervorgerufen. Trotzdem sollte der ZEW-Umfrage nicht allzu große Bedeutung beigemessen werden, handelt es sich hier doch um die Einschätzung von Analysten und nicht von Wirtschaftsteilnehmern direkt. Wir empfehlen, kommende Woche die Einkaufsmanagerindizes und das Ifo-Geschäftsklima im Auge zu behalten. Erfreulich läuft es weiter in der US-Wirtschaft: So stiegen die Baubeginne im März im Vergleich zum Vormonat um 1,9% auf annualisiert 1,3 Millionen Einheiten. Der Rückgang im Februar wurde nach oben korrigiert. Die Baugenehmigungen überraschten mit einem Monatsplus von 2,5% positiv. Die Industrieproduktion wuchs im März im Vergleich zu Februar um 0,5% (im Jahresvergleich: 4,3%) und die Kapazitätsauslastung verbesserte sich von 77,7% auf 78,0% – zuletzt war sie Anfang 2015 so hoch. Das solide Wirtschaftswachstum bleibt intakt. Hier hilft auch der schwächere US-Dollar.

Aktien


Abbott Laboratories, Ergebnis Q1
American Express, Ergebnis Q1
Danone, Umsatz Q1
Morgan Stanley, Ergebnis Q1
Rio Tinto, Trading Update Q1
US Bancorp, Ergebnis Q1

Nach dem noch relativ schwachen Wochenauftakt gewinnen die Anleger im Euroraum wieder an Zuversicht. Einerseits unterstützten die Entspannung im Syrien-Konflikt sowie ein zwischenzeitlich schwächerer Euro, der von rückläufigen ZEW-Konjunkturerwartungen belastet wurde, andererseits halfen den Indizes auch die starken US-Quartalszahlen und somit die positiven Erwartungen für die Eröffnung an der Wall Street auf die Sprünge. Im deutschen Leitindex Dax 30, in dem sich alle Titel fester entwickelten, profitierten vor allem die Aktien von Linde (+3,2%) und Covestro (+3,0%) von der allgemeinen Stimmungsaufhellung. Im TecDax legten die Titel von Medigene (+12,7%) nach einer erfolgreichen Studie für einen Impfstoff deutlich zu, während Drägerwerk (-11,7%) nach einem skeptischen Ausblick für die eigene Profitabilität abstürzte. Im EUROSTOXX 50 konnten alle Branchen Kursgewinne verbuchen. Besonders im Fokus standen dabei die Titel aus der Informationstechnologie (+1,7%) und der Chemiebranche (+1,6%). An der Wall Street dominierten gute Quartalsberichte das Börsengeschehen, während die geopolitischen Spannungen erst einmal in den Hintergrund rückten. An der Spitze des Dow Jones Industrial standen so die Aktien von UnitedHealth (+3,6%). Der Krankenversicherer überraschte mit einem starken ersten Quartal und einem optimistischeren Ausblick. Dagegen fanden sich die Titel von Gold-man Sachs (-1,7%) nach soliden Zahlen am Ende der Kursliste wieder. Stärkste Branche war die Informationstechnologie (+2,0%). Auch die asiatischen Börsen zeigen sich heute Morgen, allerdings nicht einheitlich, auf Erholungskurs.

Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne der Commerzbank. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!



Aktie: DAX
WKN: 846900
ISIN: DE0008469008
Branche: Der Deutsche Aktienindex, kurz DAX, ist der wichtigste Index des Frankfurter Aktienmarktes. Der Index besteht aus 30 Aktien. Der Index wurde 1988 an der deutschen Börse als maßgebliches Marktbarometer eingeführt und ist Basiswert für viele Derivate, zum Beispiel im Bereich der Zertifikate und Optionsscheine. Der Startwert des Index geht auf das Jahresende 1987 zurück und ist mit 1.000 Punkten festgesetzt worden. Die wichtigste Form der Berechnung des DAX ist die als Performanceindex, von diesem ist in der Regel in den Medien die Rede, wenn es um den DAX geht. Neben den Kursveränderungen der jeweiligen Aktien werden bei einem Performanceindex zum Beispiel auch Ausschüttungen wie die Dividende berücksichtigt. Die exakte Zusammensetzung des DAX ist immer wieder Änderungen unterworfen. Für die Aufnahme einer Aktie in den DAX ist die Marktkapitalisierung des Streubesitzes sowie der Umsatz der jeweiligen Aktie maßgeblich. Die Zusammensetzung wird alle drei Monate durch den Arbeitskreis Indizes der Deutschen Börse überprüft. Zudem kann es außerhalb des üblichen Turnus Änderungen geben, wenn sich eine nicht im DAX vorhandene Aktie sowohl bei der Marktkapitalisierung des Streubesitzes als auch dem Umsatz unter den Top 25 befindet – die sogenannte Fast-Entry-Regel. Unternehmen, die in den Index aufgenommen werden, müssen unter anderem im Prime Standard des Frankfurter Aktienmarktes notiert sein. Beim Streubesitz gibt es eine Mindestschwelle von 10 Prozent. Im DAX enthalten sind also die umsatzstarken Aktien großer Unternehmen. Beispiele hierfür sind Allianz, Bayer, Commerzbank, Daimler, Deutsche Bank, Deutsche Telekom, SAP, Siemens und Volkswagen. Ihre Gewichtung im Index ist unterschiedlich hoch und berechnet sich nach der Marktkapitalisierung des jeweiligen Unternehmens, basierend auf dem Streubesitz. Die DAX-Kurse werden während des XETRA-Handels auf Basis der Kurse der im Index enthaltenen Aktien berechnet. Vor und nach dem XETRA-Handel werden von der Deutschen Börse AG der Early DAX und der Late DAX berechnet.




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