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Der Uber-Unfall als Anfang vom Ende des autonomen Fahrens? - Commerzbank Kolumne

Bild und Copyright: ModernNomads / shutterstock.com

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Nachricht vom 10.04.2018 10.04.2018 (www.4investors.de) - Nach dem tödlichen Zusammenstoß eines selbstfahrenden Autos des Uber-Konzerns mit einer Fußgängerin im US-Bundesstaat Arizona sehen viele deutsche Medien das Ende des autonomen Fahrens (aF) gekommen, bevor es überhaupt begonnen hat. Diese Schlussfolgerung dürfte etwas verfrüht sein. Der Unfall ist noch nicht restlos aufgeklärt, viele Fragen sind offen. Doch wie auch immer die Antworten ausfallen mögen: Die Diskussion hat zunächst eine neue Dimension erreicht, das Vertrauen sowie die Akzeptanz der Technologie hat Schaden davongetragen. Die Skepsis gegenüber den sogenannten Roboterautos dürfte mit jedem weiteren Unfall wachsen, zweifellos werden aber auch andere Moralmaßstäbe an autonom fahrende Fahrzeuge gelegt als an einen Menschen.

Doch rational ist dies nicht: Denn der Hauptunfallverursacher ist bisher der Mensch. Und schon jetzt haben die Vorstufen des autonomen Fahrens, die Fahrassistenzsysteme, einen sehr positiven Beitrag zur Verkehrssicherheit geleistet. Offensichtlich ist die aF-Technik derzeit zwar noch nicht ausgereift, aber es ist nur eine Frage der Zeit, nicht des ob, sondern wann Roboterautos den Menschen überlegen sein werden. Darüber hinaus werden die Kosten für die Beförderung bis zu 70% sinken, wenn der Computer den Fahrer am Steuer ersetzt. Von daher gehen wir davon aus, dass die Technologie als erstes in Nutzfahrzeugen (Nfz) zum Einsatz kommt. Der wirtschaftliche Vorteil wäre durch verlängerte Lenkzeiten, effektivere Fahrweise und Sicherheitsgewinn hoch. Deutsche Nfz-Hersteller und Premiumautobauer gelten im aF-Bereich übrigens als führend bei den Patenten - eine gute Ausgangsbasis. Doch wer von den zahlreichen internationalen Autobauern, Suchmaschinen-Anbietern, Fahrdienstleistern etc. beim Thema aF letztlich das Rennen macht, ist noch lange nicht entschieden.

Anleihen


Frankreich: Industrieproduktion (Feb), 11:00 Uhr
USA: NFIB-Stimmung kleiner Untern. (Mrz), 14:15 Uhr
USA: Erzeugerpreise (Mrz), 14:30 Uhr

Nach überraschend schwachen Februardaten zum Auftragseingang und der Produktion in Deutschland sorgten gestern die Außenhandelszahlen für eine weitere negative Überraschung. So gingen die Exporte in Deutschland im Februar um 3,2% M/M zurück, so stark wie seit 2005 nicht mehr. Die Importe gingen mit 1,2% M/M ebenfalls zurück, aber nicht so stark. Der deutsche Handelsbilanzüberschuss lag damit bei 18,4 Mrd. EUR, erwartet war ein Wert über 20 Mrd. EUR. Damit verdichten sich die Anzeichen für eine langsamere Gangart beim Wirtschaftswachstum. Der Ifo-Geschäftsklimaindex geht seit 2 Monaten und der Einkaufsmanagerindex (Composit) seit 3 Monaten kräftig zurück. Dabei dämpfen nicht nur die Sorgen um einen Handelskrieg das Wachstum sondern auch der starke Euro, der bereits erste Bremsspuren im deutschen Wirtschaftswachstum hinterlassen haben dürfte. Das reale BIP-Wachstum dürfte nach den bisherigen Daten unter 0,5 % Q/Q im 1. Quartal gelegen haben; die Vorquartale stiegen mit 0,6 bis 0,9% Q/Q noch deutlich kräftiger. Ein Ende des Aufschwungs ist indes auch nicht in Sicht, die niedrigen Zinsen, der robuste Arbeitsmarkt und die prall gefüllten Auftragsbücher sprechen dagegen. Neu entflammte Sorgen um einen Handelskrieg ließen den Euro am frühen Nachtmittag wieder über die Marke von 1,23 USD steigen; der Euro erreichte in der Spitze 1,2330 USD. US-Präsident Trump hatte auf Twitter die Einfuhrzölle Chinas auf US-Autos scharf kritisiert. Davor hatten US-Tech-Unternehmen im Handelsstreit mit China dringend vor Strafzöllen gewarnt. China wiederum will eine Abwertung des Renminbi als Instrument verwenden, falls der Handelskrieg eskaliere. Das sorgte gestern kurzzeitig für Bewegung an den Märkten.

Aktien


LVMH, Umsatz Q1

Der Wochenstart der europäischen Aktienbörsen verlief komplett zweigeteilt. Konnten die Indizes am Vormittag noch wegen der gesunkenen Ängste in Bezug auf einen ausufernden Handelskonflikt zulegen, so verloren sie diese Gewinne am Nachmittag sukzessive. Daran änderte auch eine positiv eröffnende Wall Street nur wenig. Im deutschen Handel stand eindeutig der Chefwechsel bei der Deutschen Bank (+1,2%) im Fokus. Nachdem man mit der Abberufung des glücklosen John Cryan zumindest die Führungsdebatte beenden konnte, lagen die Aktien der deutschen Großbank lange Zeit an der Spitze des Dax. Allerdings wurde ein Großteil der zwischenzeitlichen Gewinne wieder eingebüßt. Letztendlich wiesen die Titel der Deutschen Börse (+2,4%) die beste Performance auf. Im EUROSTOXX 50 konnten immerhin die meisten Branchen bis zum Handelsschluss kleine Kursgewinne zurückerobern. Besonders positiv in Szene setzten sich dabei die Finanzdienstleister (+1,1%). Eher schwächer tendierten wie bereits in der vergangenen Woche Automobile (-0,6%) und Grundstoffe (-0,3%). In den USA drehte die Stimmung erneut. Waren die Kurse am Freitag wegen des sich aufschaukelnden Handelskonflikts noch deutlich gefallen, so erfolgte nun wieder eine Erholung. Vor allem der Nasdaq 100 partizipierte an dieser Entwicklung, konnte aber nur einen Teil der zwischenzeitlichen Kursanstiege über die Ziellinie retten. Im Leitindex Dow Jones standen die Aktien von Merck & Co. (+ 3,7%, positive Studiendaten zu dem Medikament Keytruda) mit deutlichem Vorsprung an der Spitze der Performance-liste. Im marktbreiten S&P 500 konnte somit der Gesundheitssektor die beste Entwicklung vorweisen, schwächer tendierten hingegen vor allem Telekommunikationstitel. Die asiatischen Börsen können heute Morgen dank der versöhnlichen Töne von Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping in der Breite zulegen.

Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne der Commerzbank. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!






Aktie: DAX
WKN: 846900
ISIN: DE0008469008
Branche: Der Deutsche Aktienindex, kurz DAX, ist der wichtigste Index des Frankfurter Aktienmarktes. Der Index besteht aus 30 Aktien. Der Index wurde 1988 an der deutschen Börse als maßgebliches Marktbarometer eingeführt und ist Basiswert für viele Derivate, zum Beispiel im Bereich der Zertifikate und Optionsscheine. Der Startwert des Index geht auf das Jahresende 1987 zurück und ist mit 1.000 Punkten festgesetzt worden. Die wichtigste Form der Berechnung des DAX ist die als Performanceindex, von diesem ist in der Regel in den Medien die Rede, wenn es um den DAX geht. Neben den Kursveränderungen der jeweiligen Aktien werden bei einem Performanceindex zum Beispiel auch Ausschüttungen wie die Dividende berücksichtigt. Die exakte Zusammensetzung des DAX ist immer wieder Änderungen unterworfen. Für die Aufnahme einer Aktie in den DAX ist die Marktkapitalisierung des Streubesitzes sowie der Umsatz der jeweiligen Aktie maßgeblich. Die Zusammensetzung wird alle drei Monate durch den Arbeitskreis Indizes der Deutschen Börse überprüft. Zudem kann es außerhalb des üblichen Turnus Änderungen geben, wenn sich eine nicht im DAX vorhandene Aktie sowohl bei der Marktkapitalisierung des Streubesitzes als auch dem Umsatz unter den Top 25 befindet – die sogenannte Fast-Entry-Regel. Unternehmen, die in den Index aufgenommen werden, müssen unter anderem im Prime Standard des Frankfurter Aktienmarktes notiert sein. Beim Streubesitz gibt es eine Mindestschwelle von 10 Prozent. Im DAX enthalten sind also die umsatzstarken Aktien großer Unternehmen. Beispiele hierfür sind Allianz, Bayer, Commerzbank, Daimler, Deutsche Bank, Deutsche Telekom, SAP, Siemens und Volkswagen. Ihre Gewichtung im Index ist unterschiedlich hoch und berechnet sich nach der Marktkapitalisierung des jeweiligen Unternehmens, basierend auf dem Streubesitz. Die DAX-Kurse werden während des XETRA-Handels auf Basis der Kurse der im Index enthaltenen Aktien berechnet. Vor und nach dem XETRA-Handel werden von der Deutschen Börse AG der Early DAX und der Late DAX berechnet.




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