Fed erhöht Zinsausblick für 2019 und 2020 - Commerzbank Kolumne

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Nachricht vom 22.03.2018 22.03.2018 (www.4investors.de) - Die US-Notenbank (Fed) hat gestern in der ersten Sitzung unter dem neuen Fed-Chef Jerome Powell ihren Leitzins (Fed Funds Rate) um 25 Basispunkte, in den Korridor von 1,50 bis 1,75%, erhöht. Im Gegensatz zur Dezembersitzung fiel die Entscheidung einstimmig aus. Eine Zinserhöhung war von den Marktteilnehmern schon in den letzten Wochen weitgehend erwartet worden und insofern keine Überraschung mehr. Überrascht hatte dagegen die Aufwärtsrevision der Projektionen, die beim Wachstum von 2,5% auf 2,7% für 2018 und von 2,1% auf 2,4% für 2019 etwas stärker als erwartet ausfiel. Es wird nun erwartet, dass die Arbeitslosenquote im nächsten Jahr auf 3,6% (vorher 3,9%) zurückgehen wird, das niedrigste Niveau seit 1960. Obwohl die Projektion der Kernrate der Inflation nur wenig auf 2,1% für 2019 und 2,0% für 2020 erhöht wurde, rechnen die Fed-Notenbanker wohl mit einem leichten Überschreiten des Inflationsziels in den nächsten Jahren. Deshalb wurden auch die erwarteten Leitzinsen leicht nach oben angepasst. Für dieses Jahr blieb der Median zwar bei 3 Zinserhöhungen, hat sich jedoch im Vergleich zu den Dezemberprojektionen deutlich nach oben verschoben. So rechnen nur noch zwei Fed-Mitglieder mit einem Leitzins unter 2% Ende 2018. Für 2018 und 2019 wird jetzt insgesamt mit 6 Zinserhöhungen gerechnet, vorher waren es 4. Damit geht die Fed von einem Zinssatz von 2,9% (vorher 2,7%) Ende 2019 und von 3,4% (vorher 3,1%) Ende 2020 aus.

Es war die erste Pressekonferenz des neuen Fed-Chefs. Im Gegensatz zu Yanet Yellen fielen die Ausführungen weniger theoretisch aus. Auf die Frage, warum der Wirtschaftsausblick nach oben genommen wurde, aber der Zinsausblick für 2018 unverändert geblieben sei, antwortete Powell, dass man einen Mittelweg zwischen zu schnell und zu langsam suche. Jedenfalls ließ er auch durchblicken, dass sich die Fed-Mitglieder über die US-Handelspolitik Sorgen machen.

Anleihen


Frankreich: Einkaufsmanagerindizes (März), 9:00 Uhr
Deutschland: Einkaufsmanagerindiz. (März), 9:30 Uhr
Euroraum: Einkaufsmanagerindizes (März), 10:00 Uhr
Deutschland: Ifo-Geschäftsklimaindex (März), 10 Uhr
Großbritannien: BoE Zinsentscheidung, 13:00 Uhr

Vor der wichtigen Fed-Sitzung am Mittwochabend hielten sich die europäischen Marktteilnehmer eher zurück. Es gab nur geringe Kursschwankungen. Der Trend weiterer Einengungen der Risikoaufschläge von Europeripherieanleihen ging gestern nicht weiter. Wie erwartet hob die amerikanische Notenbank Fed den Leitzinskorridor um 0,25% auf nun 1,50% bis 1,75% an. Von besonderem Interesse ist dabei stets die Veröffentlichung der Zinsprojektionen („dot plots“) der einzelnen Fed-Mitglieder, an der die Marktteilnehmer die zukünftigen Zinsschritte ablesen können. Gegenüber der letzten Projektion gab es keine wesentlichen Änderungen, es bleibt bei voraussichtlich drei Leitzinsanhebungen im laufenden Jahr (siehe „Im Blick-punkt“). In den USA sind die Verkäufe bestehender Häuser im Februar stärker als erwartet gestiegen. Auf das Jahr hochgerechnet wurden 5,54 Mio. Häuser verkauft. Damit entwickelt sich der US-Häusermarkt seit Ende 2016 Jahr seitwärts und liegt inzwischen wieder auf einem „normalen“ Niveau. Nur in den Jahren 2003 bis 2006 gab es Übertreibungen mit bis zu 7,25 Mio. verkauften Einheiten. Trotz schwieriger Brexitverhandlungen läuft es aktuell am britischen Arbeitsmarkt rund: Die Arbeitslosenquote (ILO) fiel in den drei Monaten bis Januar auf 4,3%, nach zuvor 4,4%. Die durchschnittlichen Wochenlöhne stiegen im Zeitraum November bis Januar um 2,8% J/J überraschend stark (erwartet 2,6%). Die gute Entwicklung der Löhne verstärkt die Spekulation auf eine Erhöhung der Leitzinsen in den kommenden Monaten. Heute erwartet der Markt keine Erhöhung.

Aktien


Heidelberg Cement, Bilanz-PK
Kuka, Bilanz-PK
Vossloh, Bilanz-PK

Die europäischen Börsen befinden sich weiter in einem schwierigen Fahrwasser. Sie verharren unverändert im Konsolidierungsmodus. Gegen Ende der Berichtssaison will so recht keine große Kaufstimmung aufkommen. Die Wirtschaft brummt zwar und die Auftragsbücher sind vielerorts prall gefüllt, weshalb so manches Unternehmen an seine Kapazitätsgrenzen stößt. Für Gegenwind sorgen aber unverändert die Themen „Protektionismus/Handelskrieg“ sowie Leitzinserhöhungen in den USA. Vor der Fed-Notenbanksitzung am Mittwochabend hielten sich die Anleger daher weitgehend zurück. Auch der Euro sowie die Rendite für die zehnjährige deutsche Bundesanleihe legten gestern leicht zu, was tendenziell belastend für die Börse ist. In diesem Umfeld zeigte sich der Dax immerhin stabil und schloss nahezu unverändert. Tagesverlierer war mit großem Abstand die Aktie der Deutschen Bank (-5,2%); die Anleger reagierten sehr verschnupft auf eine überraschende Gewinnwarnung. Damit hat die Aktie seit Jahresbeginn schon fast ein Viertel ihres Wertes eingebüßt. Auf europäischer Sektorenebene waren gestern vor allem Werte aus dem Bereich Rohstoffe gefragt, die im Schnitt um 1,7% kletterten. Werte aus dem Bereich Nahrungsmittel & Getränke bildeten mit durchschnittlichen Verlusten von rd. 1,1% die Schlusslichter im Performanceranking. Die Börsen in den USA tendierten gestern leichter. Der Dow Jones-Index (-0,2%) gab seine zwischenzeitlichen Gewinne nach der Entscheidung der US-Notenbank, die Leitzinsen zu erhöhen, wieder ab. Auf Sektorenebene (S&P 500) waren vor allem Energiewerte gesucht; sie stiegen im Schnitt um 2,6%. Gebrauchsgüteraktien gaben als Tagesverlierer um rd. 1,3% nach. Die Börsen in Asien tendierten uneinheitlich. Der Nikkei 225-Index gewann trotz eines leicht festeren Yen fast 1%.

Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne der Commerzbank. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

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Aktie: DAX - Aktienindex
WKN: 846900
ISIN: DE0008469008
Branche: Der Deutsche Aktienindex, kurz DAX, ist der wichtigste Index des Frankfurter Aktienmarktes. Der Index besteht aus 30 Aktien. Der Index wurde 1988 an der deutschen Börse als maßgebliches Marktbarometer eingeführt und ist Basiswert für viele Derivate, zum Beispiel im Bereich der Zertifikate und Optionsscheine. Der Startwert des Index geht auf das Jahresende 1987 zurück und ist mit 1.000 Punkten festgesetzt worden. Die wichtigste Form der Berechnung des DAX ist die als Performanceindex, von diesem ist in der Regel in den Medien die Rede, wenn es um den DAX geht. Neben den Kursveränderungen der jeweiligen Aktien werden bei einem Performanceindex zum Beispiel auch Ausschüttungen wie die Dividende berücksichtigt. Die exakte Zusammensetzung des DAX ist immer wieder Änderungen unterworfen. Für die Aufnahme einer Aktie in den DAX ist die Marktkapitalisierung des Streubesitzes sowie der Umsatz der jeweiligen Aktie maßgeblich. Die Zusammensetzung wird alle drei Monate durch den Arbeitskreis Indizes der Deutschen Börse überprüft. Zudem kann es außerhalb des üblichen Turnus Änderungen geben, wenn sich eine nicht im DAX vorhandene Aktie sowohl bei der Marktkapitalisierung des Streubesitzes als auch dem Umsatz unter den Top 25 befindet – die sogenannte Fast-Entry-Regel. Unternehmen, die in den Index aufgenommen werden, müssen unter anderem im Prime Standard des Frankfurter Aktienmarktes notiert sein. Beim Streubesitz gibt es eine Mindestschwelle von 10 Prozent. Im DAX enthalten sind also die umsatzstarken Aktien großer Unternehmen. Beispiele hierfür sind Allianz, Bayer, Commerzbank, Daimler, Deutsche Bank, Deutsche Telekom, SAP, Siemens und Volkswagen. Ihre Gewichtung im Index ist unterschiedlich hoch und berechnet sich nach der Marktkapitalisierung des jeweiligen Unternehmens, basierend auf dem Streubesitz. Die DAX-Kurse werden während des XETRA-Handels auf Basis der Kurse der im Index enthaltenen Aktien berechnet. Vor und nach dem XETRA-Handel werden von der Deutschen Börse AG der Early DAX und der Late DAX berechnet.




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