Donald Trumps Strafzölle verderben die Konjunkturlaune - Nord LB Kolumne

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Nachricht vom 20.03.2018 20.03.2018 (www.4investors.de) - Soeben hat das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim die Ergebnisse seiner monatlichen Umfrage unter rund 350 Volkswirten, Analysten und Fondsmanagern für den Berichtsmonat März veröffentlicht. Demnach haben die Konjunkturerwartungen für Deutschland deutlich auf 5,1 Saldenpunkte nachgegeben. Damit setzt sich der in den vergangenen Wochen zu beobachtende Rückgang der Frühindikatoren auch bei den von den Finanzmärkten stark beachteten ZEW-Konjunkturerwartungen fort. Für die Eurozone hat sich die Erwartungskomponente ebenfalls merklich abgeschwächt. Ganz offensichtlich verdirbt der schwelende Handelsstreit mit den USA zunehmend die Konjunkturlaune.

Die gegenwärtige konjunkturelle Verfassung in Deutschland wird hingegen mit 90,7 Punkten weiterhin als hervorragend bewertet. Der enttäuschende Jahresauftakt mit Rückgängen bei Aufträgen, Produktion, Einzelhandelsumsätzen und dem Export hat sich somit nicht dämpfend ausgewirkt. Die deutsche Wirtschaft wird ganz offensichtlich von der Mehrzahl der Finanzmarktexperten weiterhin in einer äußerst soliden Verfassung gesehen.

Mit dem Verhängen von Zöllen auf Aluminium (10%) und Stahl (25%) hat Donald Trump Anfang März jedoch erhebliche Verunsicherung ausgelöst. Die Maßnahmen begründete er mit der „nationalen Sicherheit“, dieses Argument wirkt jedoch vorgeschoben. Der direkte Effekt für die Wirtschaft der Eurozone ist zwar gering, allerdings droht nun eine Spirale protektionistischer Maßnahmen. Die EU hat bereits Gegenmaßnahmen angekündigt, sofern man sich nicht doch noch auf Ausnahmeregeln einigen kann. Dies würde Trump wohl mit weiteren Strafzöllen auf die Einfuhr von PKW beantworten. An einer derartigen Eskalation des Handelsstreits mit empfindlichen Auswirkungen auf den Welthandel und einer Abkühlung der globalen Konjunktur sollte eigentlich niemand ein ökonomisches Interesse haben. Trump scheint aber einen Angriff auf die WTO und den Ansatz der multilateralen Handelsregeln und Streitschlichtungsmechanismen zu fahren. Die EU sollte ihre Reaktion daher mit Bedacht wählen.

Der jüngste Rückgang der Konjunkturerwartungen muss somit im Kontext dieses schwelenden Handelsstreits gesehen werden. Vor allem die Anfang März veröffentlichte sentix-Umfrage sowie die heutigen ZEW-Zahlen dürften komplett unter dem Eindruck der protektionistischen Maßnahmen Trumps gestanden haben. Da aber die Auswirkungen des Handelsstreits noch begrenzt werden können, halten wir Rückschlüsse aus den aktuell von hoher Ungewissheit geprägten Umfragezahlen auf die gesamtwirtschaftliche Entwicklung derzeit noch für etwas verfrüht.

Die am Donnerstag von Markit und vom ifo-Institut zu veröffentlichenden Zahlen stehen nun unter besonderer Beobachtung. Trotz auch hier zu erwartender Rückgänge stehen die Zeichen weiter auf Wachstum. Wir rechnen aber ohnehin damit, dass sich das zuletzt sehr hohe Tempo des Aufschwungs in Deutschland und der Eurozone im Jahresverlauf etwas verringern wird. Dies ist sicher Wasser auf die Mühlen der Tauben im EZB-Rat, die eine vorsichtige Gangart präferieren.

Fazit: Das ZEW hat für den Berichtsmonat März einen merklichen Rückgang der Konjunkturerwartungen für Deutschland und die Eurozone gemeldet. Die nach wie vor sehr gute Beurteilung der aktuellen konjunkturellen Lage spricht zwar dafür, dass das Wachstumstempo kurzfristig hoch bleiben dürfte. Der schwelende Handelsstreit mit den USA – ausgelöst durch die Einführung von Strafzöllen auf Stahl und Aluminium – verdirbt aber zunehmend die Konjunkturlaune in Europa. Nun gilt es vor allem, eine Eskalation des Handelskonflikts zu vermeiden. Die Tauben im EZB-Rat dürften sich angesichts der abgekühlten Stimmung und schwacher Inflationszahlen in ihrer vorsichtigen Gangart bestätigt fühlen.


Disclaimer: Dieser Text ist eine Kolumne der Nord LB. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

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Aktie: DAX
WKN: 846900
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Branche: Der Deutsche Aktienindex, kurz DAX, ist der wichtigste Index des Frankfurter Aktienmarktes. Der Index besteht aus 30 Aktien. Der Index wurde 1988 an der deutschen Börse als maßgebliches Marktbarometer eingeführt und ist Basiswert für viele Derivate, zum Beispiel im Bereich der Zertifikate und Optionsscheine. Der Startwert des Index geht auf das Jahresende 1987 zurück und ist mit 1.000 Punkten festgesetzt worden. Die wichtigste Form der Berechnung des DAX ist die als Performanceindex, von diesem ist in der Regel in den Medien die Rede, wenn es um den DAX geht. Neben den Kursveränderungen der jeweiligen Aktien werden bei einem Performanceindex zum Beispiel auch Ausschüttungen wie die Dividende berücksichtigt. Die exakte Zusammensetzung des DAX ist immer wieder Änderungen unterworfen. Für die Aufnahme einer Aktie in den DAX ist die Marktkapitalisierung des Streubesitzes sowie der Umsatz der jeweiligen Aktie maßgeblich. Die Zusammensetzung wird alle drei Monate durch den Arbeitskreis Indizes der Deutschen Börse überprüft. Zudem kann es außerhalb des üblichen Turnus Änderungen geben, wenn sich eine nicht im DAX vorhandene Aktie sowohl bei der Marktkapitalisierung des Streubesitzes als auch dem Umsatz unter den Top 25 befindet – die sogenannte Fast-Entry-Regel. Unternehmen, die in den Index aufgenommen werden, müssen unter anderem im Prime Standard des Frankfurter Aktienmarktes notiert sein. Beim Streubesitz gibt es eine Mindestschwelle von 10 Prozent. Im DAX enthalten sind also die umsatzstarken Aktien großer Unternehmen. Beispiele hierfür sind Allianz, Bayer, Commerzbank, Daimler, Deutsche Bank, Deutsche Telekom, SAP, Siemens und Volkswagen. Ihre Gewichtung im Index ist unterschiedlich hoch und berechnet sich nach der Marktkapitalisierung des jeweiligen Unternehmens, basierend auf dem Streubesitz. Die DAX-Kurse werden während des XETRA-Handels auf Basis der Kurse der im Index enthaltenen Aktien berechnet. Vor und nach dem XETRA-Handel werden von der Deutschen Börse AG der Early DAX und der Late DAX berechnet.




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