Steinhoff Aktie: Was soll man davon halten?

Die österreichische kika-Leiner-Gruppe gehört zu den Europa-Aktivitäten von Steinhoff. Bild und Copyright: Steinhoff International / Kika-Leiner.

Die österreichische kika-Leiner-Gruppe gehört zu den Europa-Aktivitäten von Steinhoff. Bild und Copyright: Steinhoff International / Kika-Leiner.

Nachricht vom 15.03.2018 15.03.2018 (www.4investors.de) - Es ist auffällig: Im bisherigen Monatsverlauf konnte die Steinhoff Aktie zwar per Saldo keinen Boden gut machen nach dem Crash, der seit Anfang Dezember das Bild bei dem Unternehmen prägt - der schwelende Bilanzskandal ist hierfür verantwortlich. Doch der März brachte trotz des immer wieder kehrenden bearishen Drucks bisher keinen neuerlichen Tests des Allzeittiefs, das schon im Dezember kurz vor den Weihnachstfeiertagen bei 0,248 Euro im XETRA-Handel notiert wurde. Stattdessen prallt die Steinhoff Aktie im laufenden Monat immer wieder von einer Zone im Bereich bei 0,275/0,281 Euro nach oben ab - so auch heute: Nach einem Tagestief bei 0,278 Euro liegt die Steinhoff Aktie aktuell um 0,286 Euro, nachdem das bisherige Tageshoch zuvor bei 0,295 Euro notiert wurde.

Auf eine Bodenbildung zu spekulieren scheint angesichts der Gesamtlage bei Steinhoff allerdings weiterhin mehr als gewagt. Jüngste Fortschritte des Konzerns beim Kampf gegen die existenzbedrohende Krise haben an der Börse keine große Gegenbewegung nach oben ausgelöst, auf die immer wieder spekuliert wird. Die ausbleibende Erholung lässt sich allerdings mit Blick auf die Finanzlage der Gesellschaft leicht erklären: milliardenschwere Schulden müssen 2018 refinanziert werden. Wie das gelingen soll, ist offen, zumal letzten Aussagen der Gesellschaft zufolge weiter Liquiditätsbedarf im operativen Geschäft zu stillen ist. Dass weiterhin niemand die tatsächliche Größe der Bilanzlöcher beziffern kann, kommt hinzu und dürfte die Verhandlungen mit Gläubigern auch nach den umfangreichen Personalrochaden im Steinhoff-Management nicht gerade einfach machen. Im Dezember sprach Steinhoff selbst von 6 Milliarden Euro an zweifelhaften Positionen, die vor allem das europäische Geschäft betreffen. Zuletzt räumte die neue Chairwomen Heather Sonn ein, dass die Untersuchungen noch zusätzliche zweifelhafte Positionen zutage gefördert haben, ohne aber neue Zahlen zu nennen - doch auf genau diese Zahlen wartet die Börse.

Bei solchen Risiken ist es nicht erstaunlich, dass an der Börse schon kleinere Gewinne mitgenommen werden. So schaffte die Steinhoff Aktie trotz der Supportzone um 0,275/0,281 Euro es in diesem Monat mit einer Erholungsbewegung maximal auf 0,33 Euro, zuletzt endeten solche Erholungen schon bei 0,31/0,316 Euro. Ob sich das kurzfristig ändert, bleibt abzuwarten und wird vor allem von den weiteren Steinhoff News abhängen. Derzeit bestimmen kurzfristige Zocker den Trend.

Update 15:45 Uhr: Steinhoff droht eine Strafe der BAFin in Höhe von 1,15 Millionen Euro aufgrund der überfälligen Bilanz für das letzte Geschäftsjahr. „Die BaFin hat am 8. März 2018 gegen die Steinhoff International Holdings N.V. die Erfüllung der Finanzberichterstattungspflichten nach §§ 114 ff. des Wertpapierhandelsgesetzes (WpHG) angeordnet”, so die Behörde.


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Aktie: Steinhoff International
WKN: A14XB9
ISIN: NL0011375019
Aktienindex: SDAX
Homepage: http://www.steinhoffinternational.com
Branche: Retail-Konzern, Handel vor allem mit Möbeln und Modeartikeln, zum Konzern gehört unter anderem die britische Poundland-Kette, die französische Conforama sowie die südafrikanische STAR und der US-Konzern Mattress Firm. Die Beteiligung an Poco wurde 2018 verkauft, ebenso der Anteil an der österreichischen Unternehmensgruppe Kika-Leiner.




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