DAX: Die Angst vor dem Handelskrieg belastet - Nord LB Kolumne

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Nachricht vom 02.03.2018 02.03.2018 (www.4investors.de) - Die Angst vor einem durch die nun angekündigten US-Strafzölle auf Stahl- und Aluminiumimporte ausgelösten globalen Handelskrieg belastet natürlich auch den deutschen Blue-Chip-Aktienindex DAX. Entsprechend ist dieser heute zum Börsenstart in Frankfurt unter zusätzlichen Druck geraten und im Rahmen der Abwärtsbewegung sogar unter die psychologisch wichtige Marke von 12.000 Punkten gefallen.

Auch an den asiatischen und pazifischen Börsen kam heute die Angst vor einem globalen Handelskrieg auf. Kommentare von australischen und chinesischen Politiker offenbaren gewisse Bedenken. Die Regierungen Japans und Südkoreas warten offenbar auf weitere Informationen aus Washington. Folglich entfernte sich der Nikkei beispielsweise weiter von der Chart-Marke 22.000.

Die Sorgen um einen Handelskrieg sind momentan sicherlich nicht unbegründet. Donald Trump ist eben doch keine rotblonde Kopie Ronald Reagans. Letzterer war ohne jeden Zweifel ein überzeugter Anhänger des Freihandels; der aktuelle Präsident der Vereinigten Staaten präferiert dagegen mit Blick auf außenwirtschaftliche Fragestellungen einen viel stärkeren Fokus auf die Interessen der USA. Man wird nun zunächst die Details der Pläne der Handelspolitiker in Washington zu analysieren haben. Sicherlich droht mit den von anderen Ländern zu erwartenden Antworten auf die Maßnahmen der USA schon eine Art Handelskrieg, der die derzeit sehr gut laufende Weltwirtschaft nachhaltiger belasten könnte. An einem regerechten Konflikt hat aber wohl niemand ein wirkliches Interesse. Insofern bleibt zu hoffen, dass es zumindest zu keiner bedrohlichen Eskalation des Streits kommt.

Da der Aktienmarkt derzeit aufgrund der Sorgen um steigende Zinsen ohnehin schon mit großer Nervosität nach Washington blickt, haben die Nachrichten bezüglich der protektionistischen Pläne der US-Regierung heute zu einem durchaus nachvollziehbaren Druck auf die Kurse der Dividendenpapiere geführt. Man sollte nun aber wohl auch nicht zu pessimistisch in die nähere Zukunft blicken. Auch die US-Industrie hat sicherlich kein Interesse an einem regelrechten Handelskrieg.

Die Aussicht auf weitere Leitzinsanhebungen der Fed, welche die Kurse am Aktienmarkt grundsätzlich eigentlich belasten sollten, hatte zuletzt zu einem wieder etwas stärkeren US-Dollar geführt. Diese Entwicklung am Devisenmarkt war per se natürlich hilfreich für den DAX. Durch die neuen handelspolitischen Maßnahmen in Washington ist die Währung der USA zuletzt allerdings wieder unter größeren Druck geraten. Dies ist schon negativ für die Stimmung am deutschen Aktienmarkt, da Belastungen für exportorientierte Unternehmen gefürchtet werden.

Fazit: Die internationalen Aktienmärkte blicken aufgrund der zu erwartenden weiteren Anpassungen an der US-Geldpolitik derzeit ohnehin mit hoher Nervosität nach Washington. Die handelspolitischen Pläne im Land der unbegrenzten Möglichkeiten haben heute noch einen zusätzlichen Druck auf die Kurse der Dividendenpapiere ausgelöst. Sicherlich ist nun von einem erhöhten Risiko für die Robustheit der Weltwirtschaft auszugehen. Donald Trump ist eben doch keine rotblonde Kopie Ronald Reagans. Der neue US-Präsident glaubt nicht uneingeschränkt an die Vorteile des internationalen Handels. Allerdings haben auch die Unternehmen in den USA kein Interesse an einem wirklichen Handelskrieg. Insofern besteht schon die Hoffnung, dass es zu keiner bedrohlichen Eskalation des momentanen Konflikts kommt. Entsprechend sollten sich beim DAX im Laufe des Jahres auch wieder höhere Indexstände zeigen.




Disclaimer: Dieser Text ist eine Kolumne der Nord LB. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

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Aktie: DAX
WKN: 846900
ISIN: DE0008469008
Branche: Der Deutsche Aktienindex, kurz DAX, ist der wichtigste Index des Frankfurter Aktienmarktes. Der Index besteht aus 30 Aktien. Der Index wurde 1988 an der deutschen Börse als maßgebliches Marktbarometer eingeführt und ist Basiswert für viele Derivate, zum Beispiel im Bereich der Zertifikate und Optionsscheine. Der Startwert des Index geht auf das Jahresende 1987 zurück und ist mit 1.000 Punkten festgesetzt worden. Die wichtigste Form der Berechnung des DAX ist die als Performanceindex, von diesem ist in der Regel in den Medien die Rede, wenn es um den DAX geht. Neben den Kursveränderungen der jeweiligen Aktien werden bei einem Performanceindex zum Beispiel auch Ausschüttungen wie die Dividende berücksichtigt. Die exakte Zusammensetzung des DAX ist immer wieder Änderungen unterworfen. Für die Aufnahme einer Aktie in den DAX ist die Marktkapitalisierung des Streubesitzes sowie der Umsatz der jeweiligen Aktie maßgeblich. Die Zusammensetzung wird alle drei Monate durch den Arbeitskreis Indizes der Deutschen Börse überprüft. Zudem kann es außerhalb des üblichen Turnus Änderungen geben, wenn sich eine nicht im DAX vorhandene Aktie sowohl bei der Marktkapitalisierung des Streubesitzes als auch dem Umsatz unter den Top 25 befindet – die sogenannte Fast-Entry-Regel. Unternehmen, die in den Index aufgenommen werden, müssen unter anderem im Prime Standard des Frankfurter Aktienmarktes notiert sein. Beim Streubesitz gibt es eine Mindestschwelle von 10 Prozent. Im DAX enthalten sind also die umsatzstarken Aktien großer Unternehmen. Beispiele hierfür sind Allianz, Bayer, Commerzbank, Daimler, Deutsche Bank, Deutsche Telekom, SAP, Siemens und Volkswagen. Ihre Gewichtung im Index ist unterschiedlich hoch und berechnet sich nach der Marktkapitalisierung des jeweiligen Unternehmens, basierend auf dem Streubesitz. Die DAX-Kurse werden während des XETRA-Handels auf Basis der Kurse der im Index enthaltenen Aktien berechnet. Vor und nach dem XETRA-Handel werden von der Deutschen Börse AG der Early DAX und der Late DAX berechnet.




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