ifo-Geschäftsklima sinkt deutlich – Wirtschaft startet aber schwungvoll ins Jahr - Nord LB Kolumne

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Nachricht vom 22.02.2018 22.02.2018 (www.4investors.de) - Das Münchener ifo-Institut hat vor wenigen Minuten die Ergebnisse seines Konjunkturtests für den Berichtsmonat Februar veröffentlicht. Demnach hat sich unter den rund 7.000 befragten Unternehmenslenkern im Berichtsmonat Februar die zuvor euphorische Stimmung abgekühlt. Der ifo-Geschäftsklimaindex notiert mit 115,4 Punkten deutlich unterhalb des im Vormonat erreichten Allzeithochs. Damit bleibt der wohl wichtigste Frühindikator für die deutsche Konjunktur aber weiterhin klar im Wachstumsbereich. Die heutigen Zahlen sind eine negative Überraschung, der Deutsche Aktienleitindex DAX sackte kurzzeitig unter die Marke von 12.300 Punkten.

Die Konjunktureuphorie hat somit einen Dämpfer erhalten, die aktuelle Geschäftslage wird aber mit 126,3 Punkten weiterhin so hervorragend beurteilt wie selten zuvor. Damit sind die Vorzeichen für das laufende Quartal sehr gut, wir rechnen mit einer leichten Wachstumsbeschleunigung.

Dass sich der Geschäftsklimaindex so deutlich abgekühlt hat, ist auf die schwache Erwartungskomponente zurückzuführen. Ausgehend von der guten Beurteilung der Gegenwart fällt es offenbar immer mehr Befragten schwer, noch eine weitere Verbesserung zu prognostizieren. Dieses Bild zeigte sich bereits bei den Umfragen von sentix und ZEW, und auch die PMIs konnten das sehr hohe Niveau vom Januar nicht halten. Dies ist jedoch – zumal vor dem Hintergrund der zuletzt ausgeprägten Korrektur an den Finanzmärkten – noch nicht besorgniserregend. Möglich ist, dass die deutschen Unternehmen wegen der starken Euroaufwertung, den sich abzeichnenden höheren Tarifabschlüssen und der politisch noch unklaren Lage in Berlin nun vorsichtiger werden.

Das Wachstum wird 2018 wieder vom privaten Konsum getragen. Die Beschäftigungsentwicklung war bis zuletzt sehr positiv und das GfK-Verbrauchervertrauen notiert auf einem Rekordniveau. Mit der Tarifeinigung vom 6. Februar in der Metall- und Elektroindustrie in Baden-Württemberg deutet sich zudem eine höhere Lohndynamik für die Zukunft an. Das insgesamt sehr komplexe Vertragswerk spiegelt die gewachsene Verhandlungsmacht der Arbeitnehmerseite wider. Die Tarifentgelte steigen im Mittel 2018 und 2019 um jeweils rund 4% an und damit deutlich stärker als die Summe aus Inflationsziel der EZB und Trendproduktivität. Der Abschluss hat sicherlich Pilotcharakter und dürfte auch über den Sektor hinaus ausstrahlen. Für einige Unternehmen mag der Abschluss an die Schmerzgrenze gehen, auf der Habenseite können die Arbeitgeber aber unter anderem das Abwenden eines langen Arbeitskampfes und die lange Laufzeit verbuchen.

Aus konjunktureller Sicht hat sich der Druck auf die EZB für eine konsequente und zügige Einleitung des geldpolitischen Exits mit den jüngsten Umfragezahlen zumindest nicht weiter erhöht. Zudem verfehlt die EZB auch in diesem Jahr ihr Inflationsziel – das sechste Mal in Folge. Vor allem der starke Euro ist den Währungshütern daher ein Dorn im Auge. Die geldpolitischen Entscheidungen werden sich im EZB-Tower daher im Jahr 2018 sicher nicht überschlagen.

Fazit: Der ifo-Geschäftsklimaindex konnte im Februar nicht das Rekordniveau aus dem Vormonat halten. Die Laune der befragten Unternehmen hat sich deutlich verschlechtert, vor allem die Erwartungen haben die Unternehmen heruntergeschraubt. Einen einzelnen Monatswert wollen wir noch nicht überbewerten. Der hohe Tarifabschluss in der Metall- und Elektroindustrie, die unklare politische Lage in Berlin, enger werdende Kapazitäten und der feste Euro drücken aber offenbar zunehmend auf die Stimmung. Ein Wettlauf um Strafzölle zwischen den USA und der EU wäre nun das Letzte, was alle Beteiligten gebrauchen können. Die anhaltend hohe Beurteilung der aktuellen Geschäftslage spricht aber zumindest für einen schwungvollen Start ins Jahr 2018.


Disclaimer: Dieser Text ist eine Kolumne der Nord LB. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

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Aktie: DAX - Aktienindex
WKN: 846900
ISIN: DE0008469008
Branche: Der Deutsche Aktienindex, kurz DAX, ist der wichtigste Index des Frankfurter Aktienmarktes. Der Index besteht aus 30 Aktien. Der Index wurde 1988 an der deutschen Börse als maßgebliches Marktbarometer eingeführt und ist Basiswert für viele Derivate, zum Beispiel im Bereich der Zertifikate und Optionsscheine. Der Startwert des Index geht auf das Jahresende 1987 zurück und ist mit 1.000 Punkten festgesetzt worden. Die wichtigste Form der Berechnung des DAX ist die als Performanceindex, von diesem ist in der Regel in den Medien die Rede, wenn es um den DAX geht. Neben den Kursveränderungen der jeweiligen Aktien werden bei einem Performanceindex zum Beispiel auch Ausschüttungen wie die Dividende berücksichtigt. Die exakte Zusammensetzung des DAX ist immer wieder Änderungen unterworfen. Für die Aufnahme einer Aktie in den DAX ist die Marktkapitalisierung des Streubesitzes sowie der Umsatz der jeweiligen Aktie maßgeblich. Die Zusammensetzung wird alle drei Monate durch den Arbeitskreis Indizes der Deutschen Börse überprüft. Zudem kann es außerhalb des üblichen Turnus Änderungen geben, wenn sich eine nicht im DAX vorhandene Aktie sowohl bei der Marktkapitalisierung des Streubesitzes als auch dem Umsatz unter den Top 25 befindet – die sogenannte Fast-Entry-Regel. Unternehmen, die in den Index aufgenommen werden, müssen unter anderem im Prime Standard des Frankfurter Aktienmarktes notiert sein. Beim Streubesitz gibt es eine Mindestschwelle von 10 Prozent. Im DAX enthalten sind also die umsatzstarken Aktien großer Unternehmen. Beispiele hierfür sind Allianz, Bayer, Commerzbank, Daimler, Deutsche Bank, Deutsche Telekom, SAP, Siemens und Volkswagen. Ihre Gewichtung im Index ist unterschiedlich hoch und berechnet sich nach der Marktkapitalisierung des jeweiligen Unternehmens, basierend auf dem Streubesitz. Die DAX-Kurse werden während des XETRA-Handels auf Basis der Kurse der im Index enthaltenen Aktien berechnet. Vor und nach dem XETRA-Handel werden von der Deutschen Börse AG der Early DAX und der Late DAX berechnet.




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