ZEW-Umfrage: Positives Konjunkturbild lässt Inflationserwartungen steigen - Nord LB Kolumne

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Nachricht vom 20.02.2018 20.02.2018 (www.4investors.de) - Soeben hat das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim die Ergebnisse seiner monatlichen Umfrage unter rund 350 Volkswirten, Analysten und Fondsmanagern für den Berichtsmonat Februar veröffentlicht. Demnach geben die von den Finanzmärkten stark beachteten Konjunkturerwartungen für Deutschland mit einem Wert von 17,8 Punkten einen per Saldo weiterhin optimistischen Ausblick, der nur ein klein wenig verhaltener daherkommt als zum Jahresbeginn. Auch für die Eurozone hat sich die Erwartungskomponente nur marginal abgeschwächt. Hier rechnen die Finanzmarktexperten nach wie vor mit einer recht kräftigen Beschleunigung des Aufschwungtempos.

Die Beurteilung der gegenwärtigen konjunkturellen Verfassung in Deutschland fällt mit 92,3 Punkten abermals uneingeschränkt positiv aus. Im Vormonat hatte die Lagekomponente mit 95,2 Saldenpunkten ihren historischen Höchststand erreicht, der nun nur denkbar knapp verfehlt wurde. An der Interpretation der Daten ändert dies wenig: Die deutsche Wirtschaft präsentiert sich in den ersten Monaten des neuen Jahres in glänzender Verfassung und die Mehrzahl der Experten geht sogar von einer im Sommer nochmals dynamischeren Konjunktur aus.

Die Sektoreinschätzungen haben sich für die vornehmlich an der Binnennachfrage ausgerichteten Bereiche wie die Bauwirtschaft und den Handel verbessert, während die stärker vom Export abhängigen Schlüsselbranchen wie der Maschinen- und Fahrzeugbau weniger positiv beurteilt werden. Während dies bei der Automobilindustrie im Kontext des Dieselskandals auch andere naheliegende Gründe haben dürfte, zeigt sich dennoch eine zunehmende, aber sicher auch nicht überzubewertende Skepsis mit Blick auf die preisliche Wettbewerbsfähigkeit im Umfeld des sehr starken Euro.

Es verwundert bei dem alles in allem sehr positiven Konjunkturbild nicht, dass die Inflationserwartungen für Deutschland, die Eurozone und auch andere Industrieländer merklich angezogen haben. Natürlich sind Umfrageergebnisse nicht die einzigen und möglicherweise sogar noch nicht einmal die verlässlichsten Prädiktoren für die künftige Preisentwicklung. Dennoch muss die EZB, die in einer vorausschauenden geldpolitischen Strategie die Inflationserwartungen stärker berücksichtigen sollte als die aktuellen Teuerungsraten, diese recht eindringlichen Indikationen zur Kenntnis nehmen.

Die morgen von Markit und am Donnerstagvormittag vom ifo-Institut zu veröffentlichenden Zahlen dürften ebenfalls eindeutige Signale eines weiterhin hohen Aufschwungtempos in Deutschland und der Eurozone senden. Zusammen mit den steigenden Inflationserwartungen gibt dies der EZB jede Veranlassung, zügiger und konsequenter von ihrem ultraexpansiven Kurs Abkehr zu nehmen.

Fazit: Die vom ZEW für den Berichtsmonat Februar erhobenen Konjunkturerwartungen für Deutschland und die Eurozone geben einen per Saldo weiterhin optimistischen Ausblick, der nur ein klein wenig verhaltener daherkommt als zum Jahresbeginn. Auch die Beurteilung der gegenwärtigen konjunkturellen Verfassung fällt abermals uneingeschränkt positiv aus. Es verwundert bei dem alles in allem sehr positiven Konjunkturbild nicht, dass die Inflationserwartungen für Deutschland, die Eurozone und auch andere Industrieländer merklich angezogen haben. Dies gibt der EZB jede Veranlassung, zügiger und konsequenter von ihrem ultraexpansiven Kurs Abkehr zu nehmen.


Disclaimer: Dieser Text ist eine Kolumne der Nord LB. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

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Aktie: DAX
WKN: 846900
ISIN: DE0008469008
Branche: Der Deutsche Aktienindex, kurz DAX, ist der wichtigste Index des Frankfurter Aktienmarktes. Der Index besteht aus 30 Aktien. Der Index wurde 1988 an der deutschen Börse als maßgebliches Marktbarometer eingeführt und ist Basiswert für viele Derivate, zum Beispiel im Bereich der Zertifikate und Optionsscheine. Der Startwert des Index geht auf das Jahresende 1987 zurück und ist mit 1.000 Punkten festgesetzt worden. Die wichtigste Form der Berechnung des DAX ist die als Performanceindex, von diesem ist in der Regel in den Medien die Rede, wenn es um den DAX geht. Neben den Kursveränderungen der jeweiligen Aktien werden bei einem Performanceindex zum Beispiel auch Ausschüttungen wie die Dividende berücksichtigt. Die exakte Zusammensetzung des DAX ist immer wieder Änderungen unterworfen. Für die Aufnahme einer Aktie in den DAX ist die Marktkapitalisierung des Streubesitzes sowie der Umsatz der jeweiligen Aktie maßgeblich. Die Zusammensetzung wird alle drei Monate durch den Arbeitskreis Indizes der Deutschen Börse überprüft. Zudem kann es außerhalb des üblichen Turnus Änderungen geben, wenn sich eine nicht im DAX vorhandene Aktie sowohl bei der Marktkapitalisierung des Streubesitzes als auch dem Umsatz unter den Top 25 befindet – die sogenannte Fast-Entry-Regel. Unternehmen, die in den Index aufgenommen werden, müssen unter anderem im Prime Standard des Frankfurter Aktienmarktes notiert sein. Beim Streubesitz gibt es eine Mindestschwelle von 10 Prozent. Im DAX enthalten sind also die umsatzstarken Aktien großer Unternehmen. Beispiele hierfür sind Allianz, Bayer, Commerzbank, Daimler, Deutsche Bank, Deutsche Telekom, SAP, Siemens und Volkswagen. Ihre Gewichtung im Index ist unterschiedlich hoch und berechnet sich nach der Marktkapitalisierung des jeweiligen Unternehmens, basierend auf dem Streubesitz. Die DAX-Kurse werden während des XETRA-Handels auf Basis der Kurse der im Index enthaltenen Aktien berechnet. Vor und nach dem XETRA-Handel werden von der Deutschen Börse AG der Early DAX und der Late DAX berechnet.




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