Deutscher Außenhandel belebt sich - Commerzbank Kolumne

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Nachricht vom 09.02.2018 09.02.2018 (www.4investors.de) - Entgegen der Erwartung eines Rückgangs stiegen die Exporte im Dezember 2017 erneut leicht um 0,3% M/M an. Deutlich stärker erhöhten sich die Importe (+1,4% M/M), so dass der Handelsbilanzüberschuss im Dezember von 23,7 auf 18,2 Mrd. Euro schrumpfte. Aufgrund der Stärkung der deutschen Binnenkonjunktur ist es in der momentanen konjunkturellen Boomphase ganz normal, dass sich der Handelsbilanzüberschuss verkleinert. Allerdings ging der Überschuss im Gesamtjahr 2017 gegenüber 2016 nur um 4 Mrd. Euro, also kaum zurück. Eine Verkleinerung des Handelsbilanzüberschusses ist also mehr ein Thema für dieses Jahr.

Anleihen


China: Verbraucherpreise (Jan.), 2:30 Uhr
Frankreich: Industrieproduktion (Dez.), 08:45 Uhr
Italien: Industrieproduktion (Dez.), 10:00 Uhr
Großbritannien: Industrieproduktion (Dez.), 10:30 Uhr

An den Rentenmärkten setzte sich auch gestern der seit Dienstag herrschende Renditeanstieg zunächst fort, am Nachmittag kam dann aufgrund der schwachen Aktienmärkte eine Gegenbewegung. Zehnjährige Bundesanleihen übersprangen zwischenzeitlich die Schwelle von 0,80%, so hoch notierten sie zuletzt im Sommer 2015, gingen dann aber mit 0,76% aus dem Markt. Durch die Einigung der Unionsparteien mit den Sozialdemokraten auf eine Große Koalition und der damit einhergehenden Erwartung einer stärker auf Vergemeinschaftung ausgerichteten Europapolitik (Stichwort: Transferunion) haben sich die Risikoaufschläge von Staatsanleihen der Europeripherie gegenüber Bundesanleihen weiter eingeengt. Der Abstand griechischer Staatstitel ist auf unter 300 Basispunkte gefallen, so gering wie vor Ausbruch der Finanzkrise 2009. Das positive Momentum nutzte Griechenland zur Begebung einer siebenjährigen Anleihe – am Dienstag war die Emission aufgrund der Marktturbulenzen noch abgesagt worden. Die Anleger scheinen wieder Vertrauen in die griechische Schuldfähigkeit zu haben. Die Rendite der neuen Anleihe war zunächst auf 3,75% festgesetzt worden, aufgrund der hohen Nachfrage wurde sie schließlich auf 3,5% hereingenommen. Zum Vergleich: Portugals siebenjährige Staatsanleihe rentierte im März letzten Jahres auf diesem Niveau. Die britische Notenbank hält trotz einer hohen Inflationsrate von 3,0% (J/J) an ihrer lockeren Geldpolitik fest und beließ den Leitzins bei 0,5%. Sie gab jedoch Hinweise, dass künftig die Priorität eher auf der Inflationsbekämpfung als auf der Stützung der Konjunktur liegen werde. Damit dürfte sie den Leitzins vermutlich früher als erwartet erhöhen.

Aktien


Ceconomy, Ergebnis Q1 (endgültig)
Deutsche Lufthansa, Verkehrszahlen 01/18

Das Auf und Ab an den internationalen Aktienbörsen setzt sich weiter fort. Hatte es zur Wochenmitte noch so ausgesehen, als könnten die europäischen Märkte mit Unterstützung der Leitbörse New York in einen Erholungsmodus übergehen, so hat sich das Bild mit dem gestrigen Handelsverlauf wieder gedreht. Dabei konnten die Indizes im Euroraum zwar die Verluste lange Zeit in Grenzen halten, doch mit der schwachen Eröffnung der Wall Street setzte dann weiterer Verkaufsdruck ein. Diese Tendenz ging erneut einher mit einem deutlichen Anspringen des Volatilitätsindex. Im Dax 30 gab es in diesem Umfeld mit Infineon (-5,4%) und der Dt. Lufthansa (-5,2%) am Ende der Kursliste nur Verlierer. Die Aktie der Commerzbank (-2,4%) hatte nach Vorlage der Jahreszahlen lange Zeit an der Spitze des Performancetableaus gelegen, konnte aber zum Schluss die Gewinne in der allgemeinen Marktschwäche nicht halten. Im EUROSTOXX 50 mussten alle Branchen Abschläge hinnehmen, die größten Verluste erlitten dabei der Grundstoffsektor (-4,1%) und die Informationstechnologie (-3,5%). Unter den Einzeltiteln gab es immerhin mit Société Générale (+2,0% nach Vorlage starker Jahreszahlen) und Total (+0,7%, solide Q4-Zahlen, Anhebung Dividende, Aktienrückkaufprogramm) zwei Kursgewinner. An der Wall Street gerieten die Indizes nach einem bereits schwächeren Start vor allem gegen Handelsschluss immer heftiger ins Rutschen. Auch wenn die allgemeine Zinsangst weiterhin die laufende Berichtssaison überschattete, konnten einzelne Titel wie Twitter (+12,2%) nach starken Zahlen positiv auf sich aufmerksam machen. Branchenseitig gab es in diesem Umfeld nur Verlierer. Am besten konnten sich noch Versorger (-1,2%) aus der Affäre ziehen. Auch an den asiatischen Börsen kam es heute Morgen zu heftigen Verlusten. In Europa halten sich die Verluste vorbörslich noch im Rahmen.

Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne der Commerzbank. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!



Aktie: DAX
WKN: 846900
ISIN: DE0008469008
Branche: Der Deutsche Aktienindex, kurz DAX, ist der wichtigste Index des Frankfurter Aktienmarktes. Der Index besteht aus 30 Aktien. Der Index wurde 1988 an der deutschen Börse als maßgebliches Marktbarometer eingeführt und ist Basiswert für viele Derivate, zum Beispiel im Bereich der Zertifikate und Optionsscheine. Der Startwert des Index geht auf das Jahresende 1987 zurück und ist mit 1.000 Punkten festgesetzt worden. Die wichtigste Form der Berechnung des DAX ist die als Performanceindex, von diesem ist in der Regel in den Medien die Rede, wenn es um den DAX geht. Neben den Kursveränderungen der jeweiligen Aktien werden bei einem Performanceindex zum Beispiel auch Ausschüttungen wie die Dividende berücksichtigt. Die exakte Zusammensetzung des DAX ist immer wieder Änderungen unterworfen. Für die Aufnahme einer Aktie in den DAX ist die Marktkapitalisierung des Streubesitzes sowie der Umsatz der jeweiligen Aktie maßgeblich. Die Zusammensetzung wird alle drei Monate durch den Arbeitskreis Indizes der Deutschen Börse überprüft. Zudem kann es außerhalb des üblichen Turnus Änderungen geben, wenn sich eine nicht im DAX vorhandene Aktie sowohl bei der Marktkapitalisierung des Streubesitzes als auch dem Umsatz unter den Top 25 befindet – die sogenannte Fast-Entry-Regel. Unternehmen, die in den Index aufgenommen werden, müssen unter anderem im Prime Standard des Frankfurter Aktienmarktes notiert sein. Beim Streubesitz gibt es eine Mindestschwelle von 10 Prozent. Im DAX enthalten sind also die umsatzstarken Aktien großer Unternehmen. Beispiele hierfür sind Allianz, Bayer, Commerzbank, Daimler, Deutsche Bank, Deutsche Telekom, SAP, Siemens und Volkswagen. Ihre Gewichtung im Index ist unterschiedlich hoch und berechnet sich nach der Marktkapitalisierung des jeweiligen Unternehmens, basierend auf dem Streubesitz. Die DAX-Kurse werden während des XETRA-Handels auf Basis der Kurse der im Index enthaltenen Aktien berechnet. Vor und nach dem XETRA-Handel werden von der Deutschen Börse AG der Early DAX und der Late DAX berechnet.




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