DAX: Winterschlussverkauf nun auch am deutschen Aktienmarkt - Nord LB Kolumne

Bild und Copyright: Jo Chambers / shutterstock.com.

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Nachricht vom 06.02.2018 06.02.2018 (www.4investors.de) - Der deutsche Blue-Chip-Aktienindex DAX ist heute zum Start des Handels in Frankfurt unter signifikanten Druck geraten und entfernt sich damit immer weiter sowohl von der psychologisch wichtigen Marke von 13.000 Punkten als auch von der 200-Tage-Linie. Mit diesem Kursrutsch werden allerdings nur die gestern nach dem europäischen Handelsschluss in den USA zu beobachtenden Entwicklungen nachvollzogen. New York ist noch immer das pulsierende Herz der globalen Finanzmärkte und bestimmt somit Wohl und Wehe an den internationalen Börsen. Anders ausgedrückt ist der heutige Schwächeanfall an den europäischen Aktienmärkten eindeutig eine Konsequenz der Korrektur in den Vereinigten Staaten.

So ist der Dow Jones Industrial Average gestern nachhaltig unter die Marke von 25.000 Punkten gefallen. Damit wurden die ganzen Gewinne des Jahres 2018 regelrecht ausradiert. Der Grund für diese Schwäche sind vor allem Sorgen um die weitere US-Geldpolitik und ihre Auswirkungen auf das Zinsniveau. Die jüngsten Zahlen im US-Arbeitsmarktbericht und die sehr erfreulichen Angaben zum wichtigen ISM PMI Non-Manufacturing sprechen für mehr als zwei Leitzinsanhebungen der Fed in diesem Jahr und damit auch für grundsätzlich höhere Kapitalmarktrenditen in den USA („higher for longer“). In der Tat hat der Anstieg der Renditen von „sicheren“ 10J US-Staatsanleihen über die Marke von 2,80% festverzinsliche Wertpapiere im USD-Universum für Investoren wieder zunehmend attraktiv gemacht. Entsprechend sind in New York gestern Umschichtungen aus Aktien in Anleihen zu beobachten gewesen. Die Anleger in Europa müssen also auch weiterhin vor allem auf die Entwicklungen an den US-Börsen blicken. Eine Stabilisierung beim DAX wird sicherlich nur nach positiveren Nachrichten von den US-Börsen erfolgen.

Es ist nun natürlich möglich, in einen ausgeprägten Pessimismus zu verfallen und daher an dieser Stelle sehr bedrohliche Krisenszenarien zu skizzieren (Margin Calls, Panikverkäufe, etc.). Die Gefahr einer regelrechten Abwärtsspirale der Kurse an den internationalen Aktienmärkten, bei der Sorgen um zukünftige Verluste bereits instantan Druck auf die Notierungen auslösen, ist sicherlich vorhanden. Das viel wahrscheinlichere Szenario ist unserer Auffassung nach jedoch eine zumindest perspektivische Rückkehr der Schnäppchenjäger, die aufgrund des zuletzt zu beobachtenden Aufwärtstrends bei DAX und Co. lange untätig an der Seitenlinie haben stehen müssen und die nun im Rahmen des Winterschlussverkaufs an den Börsen bei deutlich reduzierten Preisen zu Käufen neigen könnten. Für dieses Szenario spricht beispielsweise das Faktum, dass die Dividendenrendite des S&P 500 mittlerweile auf Basis der Konsensschätzung für 2018 bei immerhin 2,00% liegt. Diese wichtige Kennzahl notiert damit fast schon wieder auf Augenhöhe mit der Rendite von 2J US-Staatsanleihen.

Gegen extrem bedrohliche Krisenszenarien spricht auch die Tatsache, dass der Goldpreis bisher nicht wirklich nachhaltig von der Schwäche an den Aktienmärkten profitieren konnte. Die Anleger schichten Mittel derzeit vor allem in US-Anleihen um, was den Anstieg der Kapitalmarktzinsen in den Vereinigten Staaten dämpft. Der Aktienmarkt rettet sich damit in gewisser Hinsicht selbst!

Fazit: Der zuletzt große Optimismus an den Börsen ist in den vergangenen Tagen auf eine harte Probe gestellt worden. Die Rekordjagd der Aktienmärkte führt derzeit in Verbindung mit den seit einiger Zeit wieder steigenden Zinsen zu Belastungen für die Kurse der Dividendenpapiere. Investoren haben in diesem Umfeld zuletzt Gewinne mitgenommen. Die ökonomischen Fundamentaldaten in den USA und in anderen Währungsräumen bleiben aber erfreulich. Der aktuelle Winterschlussverkauf an den Börsen sollte daher nun langsam beginnen, die Schnäppchenjäger unter den Investoren anzuziehen.


Disclaimer: Dieser Text ist eine Kolumne der Nord LB. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

Lesen Sie hierzu auch folgenden Beitrag aus der 4investors-Redaktion - DAX: Weltweites Crash-Szenario, aber keine Baisse - Donner + Reuschel Kolumne



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Aktie: DAX
WKN: 846900
ISIN: DE0008469008
Branche: Der Deutsche Aktienindex, kurz DAX, ist der wichtigste Index des Frankfurter Aktienmarktes. Der Index besteht aus 30 Aktien. Der Index wurde 1988 an der deutschen Börse als maßgebliches Marktbarometer eingeführt und ist Basiswert für viele Derivate, zum Beispiel im Bereich der Zertifikate und Optionsscheine. Der Startwert des Index geht auf das Jahresende 1987 zurück und ist mit 1.000 Punkten festgesetzt worden. Die wichtigste Form der Berechnung des DAX ist die als Performanceindex, von diesem ist in der Regel in den Medien die Rede, wenn es um den DAX geht. Neben den Kursveränderungen der jeweiligen Aktien werden bei einem Performanceindex zum Beispiel auch Ausschüttungen wie die Dividende berücksichtigt. Die exakte Zusammensetzung des DAX ist immer wieder Änderungen unterworfen. Für die Aufnahme einer Aktie in den DAX ist die Marktkapitalisierung des Streubesitzes sowie der Umsatz der jeweiligen Aktie maßgeblich. Die Zusammensetzung wird alle drei Monate durch den Arbeitskreis Indizes der Deutschen Börse überprüft. Zudem kann es außerhalb des üblichen Turnus Änderungen geben, wenn sich eine nicht im DAX vorhandene Aktie sowohl bei der Marktkapitalisierung des Streubesitzes als auch dem Umsatz unter den Top 25 befindet – die sogenannte Fast-Entry-Regel. Unternehmen, die in den Index aufgenommen werden, müssen unter anderem im Prime Standard des Frankfurter Aktienmarktes notiert sein. Beim Streubesitz gibt es eine Mindestschwelle von 10 Prozent. Im DAX enthalten sind also die umsatzstarken Aktien großer Unternehmen. Beispiele hierfür sind Allianz, Bayer, Commerzbank, Daimler, Deutsche Bank, Deutsche Telekom, SAP, Siemens und Volkswagen. Ihre Gewichtung im Index ist unterschiedlich hoch und berechnet sich nach der Marktkapitalisierung des jeweiligen Unternehmens, basierend auf dem Streubesitz. Die DAX-Kurse werden während des XETRA-Handels auf Basis der Kurse der im Index enthaltenen Aktien berechnet. Vor und nach dem XETRA-Handel werden von der Deutschen Börse AG der Early DAX und der Late DAX berechnet.




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