Steinhoff: Die Börse zockt weiter auf eine Rettung - ist das berechtigt?

Die Poco-Kette gehört zu den europäischen Aktivitäten des Steinhoff-Konzerns. Bild und Copyright: Steinhoff International.

Die Poco-Kette gehört zu den europäischen Aktivitäten des Steinhoff-Konzerns. Bild und Copyright: Steinhoff International.

Nachricht vom 11.01.2018 11.01.2018 (www.4investors.de) - Bei Steinhoff ist die Frage aller Fragen weiterhin nicht beantwortet: Wie groß ist der Bilanzskandal wirklich und wie hat das Unternehmen die Anleger getäuscht? Und wer trägt die Verantwortung? Insider berichten von zweifelhaften Geschäften in Europa, mit denen der niederländisch-südfrikanische Konzern Schulden versteckt und Umsätze aufgeblasen haben soll. Bestätigt ist dies bisher nicht, Steinhoff schweigt sich über die Details des Bilanzskandals weitgehend aus. Anfang Dezember wurde vom Konzern eingeräumt, dass das europäische Geschäft betroffen sei, eine Summe im mittleren einstelligen Milliardenbereich wurde genannt. Seitdem herrscht komplette Funkstille zu den Details.

Trauen kann man den bisher genannten Einzelheiten nicht mehr, in Südafrika macht immer häufiger das Wort Betrug die Runde. Seit Anfang Dezember ist viel passiert, mittlerweile weiß man, dass mindestens die Zahlen der Jahre 2015 bis 2017 betroffen sind - Bilanzen müssen neu aufgestellt werden. Das wird noch einige Zeit dauern, mit kurzfristigen Neuigkeiten zu neuen Bilanzzahlen sei demzufolge nicht zu rechnen, mutmaßen mit der Angelegenheit vertraute Personen.

Stattdessen muss Steinhoff derzeit an anderen Fronten kämpfen: Noch immer ist die Liquidität für das operative Geschäft des kompliziert aufgebauten und eng verschachtelten Konzerns höchst wackelig. Die Tochtergesellschaften arbeiten angesichts der desolaten Lage beim Mutterkonzern an einer größeren finanziellen Unabhängigkeit. Einzelne Fortschritte wurden erzielt, das Gesamtgebilde aber ist noch längst nicht stabil. 200 Millionen Euro sollen kurzfristig fehlen, heißt es - wir berichteten.

Wachsender Frust über fehlende Infos zum Steinhoff-Skandal


Vor allem bei professionellen Anlegern wächst derzeit angesichts fehlender Informationen der Ärger, zudem wartet der Markt gespannt auf ein Urteil eines Amsterdamer Gerichts in einem Rechtsstreit des MDAX-Konzerns mit einem früheren Europa-Geschäftspartner, das in den kommenden Tagen gefällt werden dürfte.

Währenddessen wird mit der Steinhoff Aktie fleißig gezockt. Während die eigentlich nur wenig bedeutende Meldung über einen Verkauf von Steinhoff-Anleihen durch die EZB den Aktienkurs des MDAX-Konzerns einbrechen ließ, reagierte das Papier gestern auf die Besorgnis erregenden Meldungen über die nach wie vor große Liquiditätslücke kaum. Hier scheint Hoffnung zu herrschen, dass Steinhoff die laufenden Gespräche mit Kreditgebern zu einem Erfolg führen kann. Gelingt das nicht, droht dem Konzern der GAU. Bisher allerdings setzt, oder besser pokert, die Börse auf eine Rettung der hoch verschuldeten Steinhoff - in welcher Form auch immer.

Hier noch einmal unsere jüngste charttechnische Betrachung zur Steinhoff Aktie: „Die große Zahl spekulativ orientierter Trader macht in „nachrichtenlosen” Momenten die Charttechnik bei der Steinhoff Aktie aber wieder durchaus relevant, sodass ein Blick auf die Kursverläufe mit detaillierten, kurzfristigen Charts interessant wird. So zeigt zum Beispiel die 15-Minuten-Einstellung eine klare Unterstützungszone im Kursverlauf der Steinhoff Aktie in der Zone zwischen 0,475 Euro und 0,465/0,468 Euro. Die Marke ist heute wichtig, bei 0,475 Euro liegt das bisherige Tagestief und im Intradaychart zeigt sich bei 0,475/0,478 Euro ein klarerer Support.

Auch nach oben hin funktioniert die Charttechnik durchaus. Um 0,50/0,51 Euro sind Widerstandsmarken im Kursverlauf der vergangenen Tage zu erkennen. Aktuell liegt diese Zone im Fokus, die Steinhoff Aktie hat sich am Nachmittag bis auf 0,513 Euro erholt, nachdem es am Vormittag noch von 0,544 Euro auf 0,475 Euro nach unten ging. Abzuwarten bleibt, ob der Aktienkurs sich oberhalb von 0,51 Euro stabilisieren kann. Eine solche Entwicklung könnte an der Börse bei den Tradern als positiver Impuls durchgehen und wieder den Bereich 0,539/0,544 Euro ins Visier bringen.”

Lesen Sie hierzu auch folgenden Beitrag aus der 4investors-Redaktion - Steinhoff Aktie: Heiße Spekulation mit ungewissem Ausgang

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Aktie: Steinhoff International
WKN: A14XB9
ISIN: NL0011375019
Aktienindex: SDAX
Homepage: http://www.steinhoffinternational.com
Branche: Retail-Konzern, Handel vor allem mit Möbeln und Modeartikeln, zum Konzern gehört unter anderem die britische Poundland-Kette sowie die österreichische Unternehmensgruppe Kika-Leiner. Die Beteiligung an Poco wurde 2018 verkauft.




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